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Hohe Cholesterinwerte können dem Herzen schaden

Viele Menschen kennen ihre Cholesterinwerte nicht. Das kann gefährliche Folgen für Herz und Kreislauf haben. Anlässlich des Tages des Cholesterins ruft die Lipid-Liga die Bevölkerung daher dazu auf, ihre Blutfettwerte messen zu lassen – um zu handeln, bevor es zu spät sein könnte.
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Seine Cholesterinwerte sollte jeder kennen

Ist das sogenannte „schlechte“ LDL-Cholesterin dauerhaft zu hoch, kann es zu Ablagerungen in den Blutgefäßen und damit zur Entstehung von Atherosklerose kommen. Zu spüren ist das zunächst nicht, weshalb die hohen Werte bei vielen Menschen lange unentdeckt bleiben. Doch das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko steigt. Deshalb ruft die Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. zum Tag des Cholesterins am 14. Juni 2019 dazu auf, die Blutfettwerte messen zu lassen. „Lassen Sie Ihre Blutfettwerte checken, um ein mögliches Risiko für Ihre Herz- und Gefäßgesundheit frühzeitig zu erkennen und zu entschärfen“, rät der Kardiologe Professor Dr. med. Oliver Weingärtner, Vorsitzender der Lipid-Liga.

Mögliche Folgen von hohen Cholesterinwerten sind Herzinfarkt und Schlaganfall

Herz-Kreislauf-Krankheiten, zu denen Herzinfarkt und Schlaganfall zählen, führen hierzulande seit Jahren die Statistik der Todesursachen an. Zu den wichtigsten Ursachen dieser Erkrankungen gehören Fettstoffwechselstörungen. Kommen noch weitere Risikofaktoren hinzu wie Diabetes, Rauchen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und Übergewicht, steigt das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko noch weiter an. Die Cholesterinwerte spielen bei diesem Geschehen eine wichtige Rolle. Dabei ist Cholesterin nicht grundsätzlich schlecht. Vielmehr gehört es zu den Grundsubstanzen des menschlichen Organismus und ist Bestandteil aller menschlichen Gewebe.

 

Jeder braucht Cholesterin

Cholesterin ist eine schlecht wasserlösliche Substanz. Der Körper muss daher einen Weg finden, die Fette im Blut zu transportieren. Dies geschieht durch Lipoproteine. Sie bestehen aus Fett (Lipid) und Eiweiß (Apoprotein) und transportieren das Cholesterin über die Blutgefäße zu den Körperzellen. Lipoproteine gibt es mit niedriger (LDL) und hoher (HDL) Dichte.

LDL (engl. Low Density Lipoprotein) bringt Cholesterin zu den verschiedenen Organen des Körpers, wo es über spezielle Rezeptoren in die Zellen eingeschleust wird. Ist das Cholesterinangebot größer als die Aufnahmekapazität der Zelle, gibt LDL-Cholesterin im Blut ab, wo es sich in den Gefäßwänden ablagert. Dadurch verengen sich mit der Zeit die Blutgefäße. Diese Ablagerungen, die sogenannte Plaques, können sich irgendwann lösen und „platzen“. Die Folge ist eine örtliche Thrombose. Beide Veränderungen, die Einengung und das „Platzen“ der Ablagerungen können zum Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Deshalb sollte der LDL-Cholesterinwert im Blut möglichst niedrig sein.

Anders als LDL nimmt das HDL (engl. High Density Lipoprotein) überschüssiges Cholesterin aus den Körperzellen und dem Blut auf und bringt es zur Leber zurück. HDL kann auch bereits an den Gefäßwänden gebundenes Cholesterin wieder herauslösen. Es leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur Verhinderung der Gefäßverkalkung. Daher gilt: Je mehr HDL, desto besser.

Höchstwerte nicht überschreiten

Bei Erwachsenen ohne zusätzliche Risikofaktoren empfehlen die Europäischen Leitlinien:

  • Gesamt-Cholesterin: um 200 mg/dl bzw. 5,2 mmol/l
  • LDL-Cholesterin: weniger als 115 mg/dl bzw. 3 mmol/l
  • Triglyzeride: weniger als 150 mg/dl bzw. 1,7 mmol/l
  • Lipoprotein(a): weniger als 30 mg/dl bzw. weniger als 75 nmol/l

Sind die LDL-Cholesterinwerte zu hoch, kann es notwendig sein, Medikamente einzunehmen. Doch nicht immer ist das notwendig. Auch ein gesunder Lebensstil kann die LDL-Werte senken. Dazu gehört eine Ernährung mit wenig Fett aus Fleisch, Wurst und Käse sowie wenig Zucker. Gemüse, Vollkorn, Obst und Fisch sollten den Speiseplan dominieren. Ebenfalls günstig sind Nüsse und Öle wie Lein-, Oliven- und Rapsöl. Auch ausreichend Bewegung kann den Cholesterinspiegel senken.

Foto: © PhotoSG - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
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