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23.02.2020

Hohe Belastung mit Blei und Cadmium: Verbraucherschützer warnen vor billigem Modeschmuck

Modeschmuck Made in China ist mit Blei und Cadmium belastet. Die Schwermetalle sind gesundheitsschädlich, können Nervenschäden und Krebs verursachen. Verbraucherschützer warnen nun wiederholt vor dem Kauf der billigen Ware.
Ketten, Ringe und Co. können zu viel Blei und Cadmium enthalten. Besondere Vorsicht ist bei billigem Modeschmuck aus China geboten

Ketten, Ringe und Co. können zu viel Blei und Cadmium enthalten. Besondere Vorsicht ist bei billigem Modeschmuck aus China geboten

Ringe, Ketten, Armbänder und Ohrringe gibt es zu Spottpreisen in Deutschland zu kaufen. Dass viele Schmuckstücke nicht dem deutschen „Reinheitsgebot“ entsprechen, hat das Bundesamt für Verbraucherschutz herausgefunden. Überprüft wurde billiger Modeschmuck Made in China auf seinen Blei- und Cadmiumgehalt. In jedem achten untersuchten Schmuckstück (12,6 %) wurde der zulässige Grenzwert überschritten. Einige Schmuckstücke bestanden sogar fast ausschließlich aus Blei oder Cadmium, teilt die Untersuchungsbehörde mit.

Krebs und Nervenschäden nach längerem Gebrauch

Blei und Cadmium sind Schwermetalle, die über die Haut in den Körper gelangen können. Längerfristig kann eine Aufnahme hoher Schwermetallmengen zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen. Blei kann unter anderem das Nervensystem schädigen und zu Unfruchtbarkeit führen. Cadmium und Cadmiumoxid gelten als krebserregend, Cadmium kann zu dem Knochen und Nieren schädigen. Die Verbraucherschützer warnen darum ausdrücklich vor dem Kauf von billigem Modeschmuck.

 

Gewarnt wurde bereits im Jahr 2015

Die Warnung wurde nicht zum ersten Mal ausgesprochen. Untersuchungen aus 2015 hatten bereits überhöhte Blei- Cadmiumwerte ergeben. Damals wurden die Grenzwerte für Blei und Cadmium sogar bei bis zu 20 Prozent der untersuchten Schmuckstücke nicht eingehalten. In den Folgejahren wurden die besorgniserregenden Befunde durch die Überwachungsbehörden der Länder bestätigt.

In Deutschland ist die Verwendung von Blei und Cadmium in Schmuck im Chemikalienrecht geregelt. Die Grenzwerte für Cadmium liegen bei 0,01 % und für Blei bei 0,05 % bezogen auf das Gesamtgewicht.

Einige Schmuckstücke bestehen zu über 90 Prozent aus Blei

Diese Werte wurden in der aktuellen Untersuchung des Bundesamts für Verbraucherschutz aus 2018 bei jedem achten Schmuckstück aus China überschritten. Bei einigen der insgesamt 296 untersuchten Schmuckstücke lagen die jeweils gemessenen Blei- bzw. Cadmiumgehalte sogar bei über 90 Prozent.

Billiger Modeschmuck darf auf keinen Fall in die Hände von Kindern gelangen. Denn Dinge werden gerne in den Mund genommen oder manchmal auch verschluckt. Darum sind gut gemeinte Geschenke aus dem Billigladen keine gute Idee. Wenn schon Schmuck für die Kleinsten, dann ein paar Euro mehr ausgeben.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
 

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