Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Hoffnung auf neuen Appetitzügler auf Hormonbasis

Für die Behandlung von schwerem Übergewicht (Adipositas) und den Folgeerkrankungen setzen Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam derzeit große Hoffnungen in eine neue Hormonkombination. Professor Annette Schürmann empfiehlt zudem das Intervallfasten.
Können Hybridproteine beim Abnehmen helfen?

Zur Gewichtsreduktion setzen Forscher jetzt auf eine Hybridprotein-Kombination

Intervallfasten optimiert den Energiestoffwechsel und schützt vor Typ-2-Diabetes. Das hat ein Wissenschaftlerteam um die Professorin in Studien mit Mäusen nachgewiesen. Sie ließen übergewichtigen insulinresistenten Mäusen nur jeden zweiten Tag uneingeschränkten Zugang zu fettreichem Futter. An den anderen Tagen erhielten die Mäuse nur Wasser. Das führte dazu, dass sie wieder empfindlicher auf Insulin reagierten und vor einem Typ-2-Diabetes geschützt waren. „Dagegen wurden ihre Geschwister, die nach Belieben fressen durften, insulinresistent und fast die Hälfte entwickelte innerhalb kurzer Zeit einen Typ-2-Diabetes“, so Schürmann, die die Abteilung für experimentelle Diabetologie am DIfE leitet.

Intervallfasten baut schädliche Fette im Körper ab

Das Fasten bewirkte zudem, dass sich der Energiestoffwechsel deutlich verbesserte. Das bedeutet, dass die Muskeln der Mäuse schneller zwischen der Fettverbrennung und der Verbrennung von Kohlehydraten wechseln konnten. Diese Fähigkeit trägt bei gesunden Menschen dazu bei, dass die Menge schädlicher Fette niedrig gehalten wird. Auch das kann den Forschern zufolge einer Insulinresistenz vorbeugen.

Schürmann rät deshalb dazu, nicht ununterbrochen zu essen, sondern höchstens drei Mahlzeiten pro Tag zu sich zu nehmen und an manchen Tagen noch weniger oder gar keine. Ausnahme: Obst darf auch fünfmal täglich gegessen werden.

 

Hybridproteinkombination dämpft Appetit im Tierexperiment

Die Medizinerin macht Menschen mit schwerem Übergewicht und Adipositas zudem Hoffnung auf ein neues Medikament. Es besteht aus den zwei Hormonen Estrogen und GLP-1, einem künstlichen Magen-Darm-Hormon, das von Helmholtz-Wissenschaftlern zusammen mit amerikanischen Kooperationspartnern entwickelt wurde. Der neue Wirkstoff biete den Vorteil, dass sich die günstigen Stoffwechselwirkungen der beiden Hormone verstärken und er gezielt nur auf ganz bestimmte Zellen wirke. Die Kombination verstärke sehr effektiv das Sättigungsgefühl und verhindere auch Altersdiabetes, so Schürmann bei der Tagung der Deutschen Adipositasgesellschaft in Berlin. Sie zeigte sich überzeugt, dass die Forschung mit Hybridproteinen auf einem guten Weg sei. Derzeit laufe ein Text mit Mäusern, die normalerweise zu 80 Prozent Diabetes entwickeln. „Mit dieser Substanz tun sie es nicht“, sagte Schürmann.

In Deutschland gelten sieben Prozent der Kinder und 30 Prozent der Erwachsenen als adipös. Die Deutsche Adipositas-Gesellschaft rechnet mit einem weiteren Anstieg und mahnt auch zu gesellschaftlichem Gegensteuern und fordert unter anderem ein Verbot von an Kindern und Jugendlichen gerichteter Werbung für dickmachende Lebensmittel.

Weiteren Informationen zu Appetitzüglern finden Sie hier:

Welche Appetitzügler funktionieren wirklich?

 

Foto: Gina Sanders – fotolia.com

Autor: Angela Mißlbeck
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Adipositas

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


10 bis 20 Prozent der offiziell „genesenen“ Covid-19-Patienten leiden Wochen bis Monate nach Abklingen der Infektionskrankheit weiter an deren Folgen. Hierzu zählt auch Atemnot, die selbst bei einfachen Alltagsbetätigungen wie dem Treppensteigen Erschöpfungszustände auslöst. Ein naturheilkundlicher beziehungsweise physiotherapeutischer Ansatz, um hier zu heilen, ist die „Reflektorische Atemtherapie“.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin