. Neue Studie der Uniklinik Köln

Hodgkin Lymphom: Vitamin-D-Mangel ganz schlecht für Krebspatienten

Patienten mit einem Hodgkin Lymphom leiden häufig an einem Vitamin-D-Mangel. Ist das der Fall, sterben sie auch früher als Patienten mit einem guten Vitamin-D-Spiegel. Das zeigt eine neue Untersuchung der Uniklinik Köln.
Vitamin D und Krebs: Ein Mangel des Sonnenvitamins verschlechtert die Prognose bei Hodgkin Lymphom

Vitamin D und Krebs: Ein Mangel des Sonnenvitamins verschlechtert die Prognose bei Hodgkin Lymphom

Wie wichtig Vitamin D fürs Immunsystem ist, zeigt einmal mehr eine aktuelle Studie der Uniklinik Köln. Die Wissenschaftler untersuchten den Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Hodgkin Lymphom, da dieser Lymphdrüsenkrebs im Zusammenspiel mit dem Immunsystem entsteht Außerdem gab es bereits Hinweise, dass sich die Prognose bei jenen Patienten verschlechtert, die gleichzeitig einen Vitamin-D-Mangel haben.

Die Studie bestätigt, dass ein Vitamin-D-Mangel das progressionsfrei Überleben und das Gesamtüberleben von Patienten mit Hodgkin Lymphom verschlechtert, und zwar unabhängig vom Stadium der Erkrankung, der Art der Behandlung und anderen Faktoren.

Jeder zweite Studienteilnehmer hatte Vitamin-D-Mangel

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 351 Patienten über einen Zeitraum von 13 Jahren. Zunächst zeigte sich, dass Patienten mit einem Hodgkin Lymphom häufig an einem Vitamin-D-Mangel leiden. Bei 175 Patienten, also der Hälfte der Untersuchten, lag ein Vitamin-D-Mangel vor. Wie in der Gesamtbevölkerung trat der Mangel im Winter häufiger auf als im Sommer. Patienten mit fortschreitender Erkrankung oder einem Rückfall wiesen signifikant niedrigere Vitamin-D-Spiegel auf  als Patienten ohne Rückfall. Sie hatten zudem häufiger einen Vitamin-D-Mangel. Diesen Effekt beobachteten die Wissenschaftler konstant über alle Krankheitsstadien hinweg.

Nach zehn Jahren Beobachtung zeigte sich, dass 81,8 Prozent der Patienten ohne Vitamin-D-Mangel progressionsfrei überlebten, der Krebs also nicht weiter wuchs. Von den Patienten mit Vitamin-D-Mangel war dies jedoch nur bei 64,2 Prozent der Fall.

 

Unterschiede überraschend groß

Ein ähnlicher Unterschiede zeigte sich auch beim Gesamtüberleben: Nach zehn Jahren lebten noch 87,2 Prozent der Patienten ohne Vitamin-D-Mangel, von den Patienten mit einem Vitamin-D-Mangel jedoch nur 76,1 Prozent. Bei näherer Betrachtung der Todesursachen der verstorbenen Patienten hat der Vitamin-D-Mangel vor allem das Risiko erhöht, am Hodgkin Lymphom zu versterben. Studienleiter Dr. Sven Borchmann:„Wir erhofften uns vor Beginn der Studie natürlich, einen Effekt des Vitamin-D-Mangels auf das Überleben der Patienten zu sehen. Schließlich war dies unsere Hypothese. Dass der Unterschied so groß ausfallen würde, hat uns aber überrascht.“

Vitamin D supplementieren?

Bedeutet das also, dass Lymphompatienten Vitamin D supplementieren sollten? Die Wissenschaftler halten sich bedeckt. „Die Ergebnisse der Studie haben potenziell eine große Relevanz für die Behandlung des Hodgkin Lymphoms weltweit, da mit dem Vitamin-D-Mangel ein Risikofaktor identifiziert worden ist, der theoretisch relativ einfach durch die Einnahme entsprechender Präparate korrigiert werden kann“, sagt Co-Autor Prof. Andreas Engert. Dennoch lasse sich aus den Studienergebnissen nicht direkt schlussfolgern, dass eine Korrektur des Vitamin-D Mangels auch zu einem besseren Therapieergebnis von Patienten mit Hodgkin Lymphom führe. Hierfür bedürfe es weiterer Studien, die genau solch eine Supplementierung testen.

Foto: © JPC-PROD - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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