. Zweitmeinung

Hodenkrebs: Zweitmeinungsmodell hilft Patienten

Patienten mit Hodenkrebs profitieren von dem 2006 eingeführten Zweitmeinungsmodell. Das habe die Behandlungsqualität deutlich verbessert, meldet die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU).
Hodenkrebs ist ein seltener Krebs

Hodenkrebs lässt sich gut behandeln

Über die Internetseite www.zm-hodentumor.de können Urologen anonymisiert die Daten ihrer Patienten mit einem diagnostizierten Hodentumor und die eigene Therapieplanung online an eines der 32 Zweitmeinungszentren in Deutschland und Österreich übermitteln.

„Auf dieser Datengrundlage folgen in der Regel binnen 36 Stunden die Behandlungsempfehlungen der Spezialisten aus dem Netzwerk als Antwort“, so Projektleiter Prof. Mark Schrader, Chefarzt der Klinik für Urologie am Klinikum Berlin-Buch.

Hodenkrebs: Zweitmeinung steigert Lebensqualität des Patienten

In 40 Prozent der Fälle unterscheiden sich Erst- und Zweitmeinung. Etwa jede 6. Zweitmeinung führte zu einer Änderung der Therapieplanung. In jedem vierten Fall konnte der Therapieumfang und die Medikamentendosis reduziert und damit die Lebensqualität des Patienten gesteigert werden. Das Netzwerk wird von der Deutschen Krebshilfe und der DGU unterstützt.

Hodenkrebs ist in der Regel gut heilbar und zählt mit einem Anteil von 1,6 Prozent an allen Krebserkrankungen unter Männern zu den selteneren. Das Robert Koch-Institut erwartet für 2016 etwa 4200 Neufälle. „Wir erwarten, dass 2016 etwa 25 Prozent der neu diagnostizierten Fälle in dem Netzwerk vorgestellt werden“, sagt Prof. Schrader. Er rät auch Patienten, ihren behandelnden Arzt zu bitten, eine geplante Hodentumorbehandlung mit einem der Zweitmeinungszentren abzustimmen.

Weitere Zweitmeinungsmodelle für Krebserkrankungen geplant

Mit dem „Prototyp nationales Zweitmeinungszentrum Peniskarzinom“ ist ein weiteres Zweitmeinungsprojekt im Aufbau, das in Kooperation zwischen dem Studiengang Medizininformatik der Fachhochschule Brandenburg und der Universität Rostock entsteht. Diese ist bereits Standort des Peniskarzinomregisters in Deutschland. Auch ist ein nationales Zweitmeinungszentrum Sarkom geplant, sagt DGU-Sprecher Prof. Christian Wülfing.

Strukturierte Zweitmeinungsverfahren sind noch längst nicht etabliert – und lediglich für bestimmte, planbare Eingriffe wie dem im Versorgungsstärkungsgesetz verankert.

Foto: zerbor

Autor: red
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Hodenkrebs

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hodenkrebs

| Ein neuer Wirkstoff hilft möglicherweise gegen schwere Formen von Hodenkrebs, die auf andere Therapien ungenügend ansprechen. Das zeigten Forscher der Universität Bonn.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Probiotika werden eine Reihe positiver Wirkungen auf unsere Gesundheit nachgesagt. Nun fanden Forscher heraus: Die „guten“ Keime können in falscher Zusammensetzung oder zu hoher Menge durchaus schwerwiegende Nebenwirkungen haben.
Ein Forscher-Team hat in Deutschland Zecken der in den Tropen beheimateten Gattung Hyalomma gefunden. Eine der Zecken trug den Zecken-Fleckfieber-Erreger in sich. Die Experten befürchten, dass sich die gefährliche Art auch hierzulande ausbreiten könnte.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.