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30.03.2018

Hochintensiver fokussierter Ultraschall wirksam gegen Schmerzen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Der ultraschall-gesteuerte hochintensive fokussierte Ultraschall (HIFU) kann als Behandlungsmethode bei nicht chirurgisch behandelbaren Neubildungen des Bauchspeicheldrüsenkrebses eingesetzt werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) nun entschieden.
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Die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs beträgt etwa sieben bis acht Prozent

Die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) begrüßt die Entscheidung des G-BA, hochintensiven fokussierten Ultraschall bei chirurgisch nicht behandelbarem Bauchspeicheldrüsenkrebs zuzulassen. Der DEGUM zufolge ist HIFU für manche Patienten die letzte Methode zur Schmerzlinderung, wenn Medikamente versagen. Auch das Tumorvolumen kann bei vielen Patienten durch diese Ultraschall-Anwendung reduziert werden. Auf Unverständnis seitens der DEGUM stößt jedoch die Ablehnung des G-BA, den Stellenwert des HIFU bei anderen Indikationen wie Leber-, Knochenmark- und Knochentumoren durch Studien zu evaluieren.

HIFU könnte auch das Überleben positiv beeinflussen

Insgesamt beträgt die Fünf-Jahres-Überlebensrate bei Bauchspeicheldrüsenkrebs etwa sieben bis acht Prozent. In den meisten Fällen kann der Patient nur noch palliativ behandelt werden. „Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen ist die Lebensqualität durch den Tumorschmerz deutlich bis massiv eingeschränkt", betont Professor Holger Strunk, Oberarzt der Radiologischen Universitätsklinik Bonn. „Im Verlauf der Erkrankung werden diese Schmerzen häufig sogar therapieresistent.“ Untersuchungen zeigen, dass der Einsatz von hochintensiven fokussierten Ultraschall (HIFU) in etwa 80 Prozent der Fälle zur Schmerzlinderung bei den Betroffenen führt. „Wir begrüßen daher die G-BA-Entscheidung, dass HIFU bei diesen Patienten eingesetzt werden kann“, so Strunk.

Experten vermuten, dass HIFU nicht nur einen symptomatischen Nutzen hat, sondern dass die Methode möglicherweise auch das Überleben der Betroffenen positiv beeinflusst. „Hierzu fehlen uns noch weitere klinische Untersuchungen, doch erste Ergebnisse zeigen, dass HIFU ein großes Potential in der Tumorentfernung haben könnte", erklärt Strunk. Diese Ultraschall-Technik bietet Anwendern und Patienten viele Vorteile: Die Behandlung erfolgt wenig invasiv und ruft dadurch in der Regel nur geringe Nebenwirkungen hervor.

 

Fokussierter Ultraschall hat kaum Nebenwirkungen

Im Gegensatz zum diagnostischen Ultraschall bündelt der Ultraschallkopf beim HIFU die hochenergetischen Schallwellen wie bei einem Hohlspiegel in einem Brennpunkt innerhalb des menschlichen Körpers. Durch die Absorption der Ultraschallwellen entsteht Wärme, die das Gewebe im Fokus des HIFU auf bis zu 80 Grad erhitzt. Bei diesen Temperaturen gerinnt das Eiweiß und die Zellen des Tumors sterben ab.
„Ein weiterer großer Vorteil ist, dass sehr präzise gearbeitet werden kann und auch Tumore in der Nähe von Blutgefäßen behandelt werden können“, ergänzt Strunk. „Da keine Nadeln, Sonden oder ähnliches eingebracht werden müssen, besteht zudem keine Gefahr einer Blutung oder der Tumorzellverschleppung, wie sie bei anderen Verfahren durch den Stichkanal vorkommen kann.“

Der G-BA hat auch überprüft, ob Studien vorliegen, die den Stellenwert des HIFU bei anderen Erkrankungen belegen. Da dies aber ein relativ neues Verfahren ist, gibt es bisher nur zu wenigen Krankheitsbildern Studien, wie eben zum Pankreaskarzinom, dem Leberzellkarzinom und dem Gebärmuttermyom. Nichtsdestotrotz könnten zukünftige Untersuchungen auch hier weitere Indikationen aufzeigen. Die Ablehnung des G-BA, den Stellenwert des HIFU bei anderen Indikationen wie Leber-, Knochenmark- und Knochentumoren oder der Endometriose, einer gutartigen Wucherung von Gewebe der Gebärmutterschleimhaut, durch Studien zu evaluieren, stößt daher von Seiten der DEGUM auf Unverständnis.

Foto: © magicmine - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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