. Magnetresonanztomographie

Hochfeld-MRT kann Quecksilber aus Almagamfüllungen lösen

In leistungsstarken MRT-Geräten kann Quecksilber aus Amalgamfüllungen in Zähnen freigesetzt werden. Das hat eine Studie türkischer Forscher gezeigt. Bei der üblichen Magnetresonanztomographie mit 1,5 Tesla droht allerdings keine Gefahr.
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Amalgamfüllungen werden hierzulande immer seltener

Bereits im Jahr 2013 konnten Forscher um Dr. Selmi Yilmaz von der Akdeniz University in Antalya (Türkei) zeigen, dass eine Magnetresonanztomographie (MRT) mit hohen Feldstärken in der Lage ist, Quecksilber aus Amalgamfüllungen zu lösen. Dies galt für MRT-Geräte ab einer Stärke von 3 Tesla. In einer neuen Studie wurden die Ergebnisse nun bestätigt und präzisiert. Dennoch beruhigen die Autoren betroffene Patienten: Bei der üblichen Feldstärke von 1,5 Tesla bei einem MRT wurden keine Hinweise auf schädliche Wirkungen gefunden wurden.

Mehr Quecksilber im Speichel bei leistungsstarkem MRT

Bei einer „normalen Magnetresonanztomographie“ wird ein Magnetfeld von 1,5 Tesla verwendet. Seit einigen Jahren verbreitet sich jedoch ein neuer Typ von MRT-Geräten. Diese können Magnetfelder mit einer Stärke von 7 Tesla und höher erzeugen. Nach Angaben der amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA stellen Stärken von bis zu 8 Tesla kein signifikantes Gesundheitsrisiko dar.

Für die aktuelle Studie, die im Fachblatt Radiology veröffentlicht wurde, benutzten die Forscher 60 menschliche Zähne, die extrahiert worden waren. Sie wurden mit Amalgam gefüllt und in drei Gruppen unterteilt. Während eine Gruppe einer Magnetresonanztomographie von 1,5 Tesla unterzogen wurde, wurde die zweite Gruppe einer Feldstärke von 7 Tesla ausgesetzt. Die dritte Gruppe wurde keiner Behandlung unterzogen. Danach wurden die Zähne im Labor neun Tage lang künstlichem Speichel ausgesetzt. Im Anschluss wurde die Menge an Quecksilber im Speichel gemessen.

Tatsächlich war die Quecksilbermenge, die bei einer „normalen“ MRT-Untersuchung austrat, im Durchschnitt etwas höher als bei der Kontrollgruppe. Doch bei einer Stärke von 7 Tesla trat fast fünfmal so viel Quecksilber aus wie ohne Behandlung. Zudem konnten die Forscher feststellen, dass auch bei anderen Zahnimplantaten Probleme auftraten. So wurden Gold- und Platinkronen unter dem hohen Magnetfeld immer heißer.

 

„Normales“ MRT scheinbar ungefährlich

Studienautorin Yilmaz erklärt die hohen Quecksilberwerte im Speichel mit einem Phasenwechsel im Amalgammaterial oder einer elektrochemischen Korrosion, die durch das Magnetfeld induziert wird. Welche Gefährdung die freigesetzte Quecksilbermenge für die menschliche Gesundheit bedeutet, sei jedoch ungewiss. „Es ist nicht klar, wie viel von diesem freigesetzten Quecksilber durch den Körper absorbiert wird“, so Yilmaz.

Amalgam wird in der modernen Zahnheilkunde immer seltener als Füllstoff verwendet. Dennoch haben viele Menschen noch Amalgamfüllungen in ihren Zähnen. Sie sollten sich allerdings nicht beunruhigen, so Yilmaz. Bei den meisten MRTs von 1,5 Tesla drohe keine Gefahr.

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