. AIDS

HIV-Test erfolgt bei Frauen oft zu spät

Aidshilfen und HIV-Mediziner schlagen Alarm: Immer mehr Frauen erkranken an Aids – und das, obwohl sich diese letzte Phase der HIV-Infektion mit Medikamenten verhindern lässt.
Frühe HIV-Tests sind wichtig für eine effektive Therapie.

Test auf HIV: Bei Frauen wird er häufig erst dann durchgeführt, wenn schon lebensbedrohliche Erkrankungen vorliegen.

Viele Frauen erfahren erst, dass sie an der Immunkrankheit leiden, wenn lebensbedrohliche Erkrankungen auftreten. Darauf weist die Deutsche AIDS-Hilfe anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März hin.

Ein HIV-Test wird den betroffenen Patientinnen oft jahrelang nicht angeboten, häufig trotz entsprechender Symptome. Denn viele nicht auf HIV spezialisierte Ärzte deuten die Folgeerkrankungen der Infektion nicht richtig. Weder die Mediziner noch die Frauen selbst denken an HIV, weil die Patientinnen nicht zu den am stärksten betroffenen Gruppen wie schwulen Männern oder Drogenkonsumenten gehören. 

Früher Behandlungsbeginn ermöglicht langes Leben

So kommt es, weil nicht richtig behandelt wird, zu vermeidbaren schweren Gesundheitsschäden, teilweise mit tödlichen Folgen. Denn nur wenn frühzeitig getestet wird, kann rechtzeitig mit einer Therapie begonnen werden, die ein langes und weitgehend normales Leben ermöglicht.

Nach Angaben der Deutschen AIDS-Hilfe werden Frauen deutlich später auf HIV getestet als der Durchschnitt - und häufiger zu spät. So wissen zwar 83 % der HIV-infizierten Menschen in Deutschland von ihrer Infektion. Bei den Frauen sind es aber nur 73 % - obwohl viele in der Schwangerschaft auf HIV getestet werden. 41 % der HIV-Diagnosen bei Frauen wurden 2013 erst zu einem Zeitpunkt gestellt, als der Immundefekt schon weit fortgeschritten war (Durchschnitt: 31 %).

 

Viele HIV-getestete Frauen dringend therapiebedürftig

Die Uniklinik Düsseldorf wertete zudem  die Daten von 550 Patientinnen aus. Das Ergebnis:  Bei 80 Prozent lag die Zahl der Helferzellen bei der HIV-Diagnose bereits unter 350 pro Mikroliter Blut - also unter der Grenze, ab der eine Therapie dringend empfohlen wird.

Abhilfe schaffen können nach Angaben der Deutschen AIDS-Hilfe nur gezielte frühe HIV-Tests. Begrüßenswert wäre es auch, wenn sich Ärzte zu den Symptomen von HIV fortbilden würden. 

 © Sherry Young - fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema HIV/AIDS

| HIV-Selbsttests sollen ab Herbst 2018 auch in Deutschland frei verkäuflich sein. Dafür will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sorgen. Die Heim-Tests sind zuverlässig, das ergab eine Studie der WHO.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Zum Welt-Diabetestag gibt es schlechte Nachrichten für Frühstücksmuffel: Epidemiologische Studienhaben gezeigt, dass der Verzicht auf ein Frühstück mit einem erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes verbunden ist. Umgekehrt scheint regelmäßiges Frühstücken vor der Zuckerkrankheit und Übergewicht zu schützen.
Die Seborrhoische Dermatitis zeichnet sich durch einen schuppigen und häufig juckenden Ausschlag im Gesicht und auf der Kopfhaut aus. Dermatologen haben nun herausgefunden, dass der Transkriptionsfaktor JunB eine Schlüsselrolle bei der Entstehung dieser Erkrankung spielt. Sie hoffen, dass sich daraus neue Therapieansätze entwickeln lassen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.