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HIV-Selbsthilfekonferenz in Hamburg eröffnet

Seit Donnerstag läuft Europas größte Selbsthilfekonferenz zum Leben mit HIV. Schwerpunkt des dreitägigen Treffens sind Maßnahmen gegen die Diskriminierung HIV-Positiver.
HIV-Selbsthilfekonferenz „Positive Begegnungen“ will Lösungen gegen Diskriminierung erarbeiten

HIV-Selbsthilfekonferenz „Positive Begegnungen“ will Lösungen gegen Diskriminierung erarbeiten

Am Donnerstagnachmittag hat in Hamburg Europas größte HIV-Selbsthilfekonferenz begonnen. Der Kongress „Positive Begegnungen“ steht unter dem Motto "Sei ein Teil der Lösung!" Damit ist gemeint, dass jeder etwas gegen die Diskriminierung von HIV-Positiven tun kann. Denn HIV-Positive müssen im Alltag noch immer Bereichen mit Diskriminierung rechnen, zum Beispiel am Arbeitsplatz oder bei Behörden. Sie werden zudem häufig mit völlig veralteten Vorstellungen vom Leben mit HIV konfrontiert. Dafür sollen auf der dreitägigen Tagung nun Lösungen erarbeitet werden.

Präsident des FC St Pauli will Teil der Lösung sein

Ein Zeichen setzt etwa Oke Göttlich. Der Präsident des FC St. Pauli hat die Schirmherrschaft übernommen, aus gesellschaftlicher Verantwortung, wie er sagt. „Ich bin gerne Teil der Lösung - auch als Präsident des FC St Pauli“, erklärte Göttlich. „Wo wir Zurückweisung begegnen, müssen wir erst die gelbe und dann auch mal die rote Karte ziehen.“

Die Deutsche AIDS-Hilfe erwartet bis Sonntag in Hamburg rund 500 Teilnehmer aus der HIV-Community, aber auch Vertreter aus Medizin, Politik und Medien. "Mit HIV kann man heute leben, mit Diskriminierung nie!“, erläuterte Ulf Hentschke-Kristal vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe das Ansinnen der Konferenz. Er befürchtet, dass sich gegenwärtig das gesellschaftliche Klima gegen Minderheiten verschärft. „Das ist eine Gefahr auch für HIV-positive Menschen“, sagte er. „Mit den Positiven Begegnungen möchten wir dazu einladen, mit uns aktiv zu werden für Solidarität und Respekt."

Laut Hentschke-Kristal kann Diskriminierung fatale Folgen für die Gesundheit haben. Unter anderem halte die Angst vor Ausgrenzung manche Menschen vom HIV-Test ab. „Rund 13.000 Menschen in Deutschland wissen nichts von ihrer HIV-Infektion und werden auch nicht behandelt. Dementsprechend könnten sie HIV unwissentlich weitergeben“, warnte er.

HIV-Medikamente für Migranten gefordert

Ein weiterer Schwerpunkt der Selbsthilfekonferenz ist der Zugang zu Medikamenten für Migranten ohne Aufenthaltsstatus. Dr. Thomas Buhk vom Infektionsmedizinischen Centrum Hamburg setzt sich seit Jahren für deren Behandlung ein. Dafür müsse er oft gegen Mauern anrennen und manchmal sogar gegen Vorschriften verstoßen“, meinte der Infektionsmediziner. „Was ich tue, gleicht einen politischen Missstand aus. Wir müssen diesen Menschen einen bedingungslosen Zugang zum Gesundheitssystem ermöglichen, der nicht an die Offenlegung ihres Aufenthaltsstatus gebunden sein darf“, so Buhk.

Um ihre Anliegen noch stärker nach außen zu tragen, hat die Deutsche AIDS-Hilfe für Samstag eine Demonstration in Hamburgs Innenstadt geplant. Treffpunkt ist um 18 Uhr am Carl-von-Ossietzky-Platz. Das Motto der Demo lautet: "Stigma - zurück an Absender!"

Foto: © mbruxelle - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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