Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Hitze erhöht Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle

Die anhaltende Hitze in Deutschland fordert das Herz-Kreislauf-System massiv heraus. Verliert der Körper zu viel Salze und Flüssigkeit, steigt auch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Besonders herzkranke und ältere Menschen müssen jetzt aufpassen.
Hitze, Herzinfarkt, Schlaganfall

Hitzewelle 2018: Mit jedem Grad steigt das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle

Deutschland schwitzt und das ist erst einmal gut so. Denn die vermehrte Schweißproduktion schützt den Körper vor Überhitzung. Allerdings ergibt sich durch die angepasste Thermoregulation ein neues Problem: Verliert der Körper vermehrt salzreiche Flüssigkeit, kann die Regulation von Herz-Kreislauffunktionen und anderen Organen gestört werden. Salzverlust und Austrocknung erhöhen zum Beispiel das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle, weil das Blut dicker wird. So können Gefäße schneller verstopfen.

Menschen, die bereits an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, sind jetzt besonders gefährdet. Bestehende Erkrankungen können sich durch die Hitze verschlimmern. Auch bei Entwässerungsmitteln ist Vorsicht geboten. Wer aktuell Diuretika nimmt, sollte sich ärztlichen Rat einholen. Gegebenenfalls muss die Dosis reduziert werden.

Mediziner raten zu Saftschorlen

Einer Austrocknung vorbeugen ist darum das A & O. „Wichtig ist der Schutz vor direkter Sonnenexposition  und die Aufnahme von ausreichend Flüssigkeit, die bei dauerhaft sehr hohen Temperaturen auch mal das Doppelte der normalen Flüssigkeitszufuhr sein kann“, sagt Prof. Dr. Dr. Claus Reinsberger vom Sportmedizinischen Institut der Universität Paderborn. Leitungswasser sollte besser mit Fruchtsaft gemischt werden, - wegen der Salze und Mineralien, rät der Neurologe. Als Faustregel gilt: Ein Drittel Saft, zwei Dritte Wasser.

Gemeinhin wird von eiskalten Getränken abgeraten. Was sagt der Mediziner? „Viele Menschen vertragen bei Hitze tatsächlich lauwarme Getränke besser als kalte. Andere empfinden nur kalte Getränke als wirklich erfrischend. Aus meiner Sicht spielen hier die individuellen Vorlieben die größte Rolle. Hauptsache es wird ausreichend und das Richtige getrunken.“ Zuckerhaltigen Softdrinks und Alkohol gehören nach Auskunft von Prof. Reinsberger nicht dazu, ungesüßter Tee dagegen schon.

Hitze und fettes Essen vertragen sich nicht

Und essen? Hier empfiehlt der Mediziner leichte Kost mit viel Gemüse und Obst. Fettreiche Produkte wirkten sich dagegen eher negativ auf die Anpassungen bei Hitze aus. „Generell ist die Einnahme von eher kleineren Portionen Essen aktuell am besten verträglich“, so Reinsberger.

Sport sollte am besten abends oder frühmorgens gemacht werden, also zu Tageszeiten, wenn es etwas kühler ist. Sonnenschutzmittel sind ebenso Pflicht wie Achtsamkeit:

Neurologe Reinsberger: Man sollte immer auf seinen Körper achten. Wer Probleme mit dem Kreislauf hat, sollte beim Sport momentan lieber etwas kürzertreten.“ Am Dienstag soll das Thermometer auf fast 40 Grad steigen.

Foto: pixabay

 
Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Herz-Kreislauf-System , Herzinfarkt , Schlaganfall , Prävention
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hitze

31.08.2019

Die zunehmenden Hitzewellen belasten die Gesundheit der Menschen und können sogar zu Todesfällen führen. Forscher des Helmholtz Zentrums München haben mit Kollegen berechnet, wie stark das Risiko, aufgrund erhöhter Außenlufttemperaturen einen Herzinfarkt zu erleiden, in den letzten Jahren gestiegen ist.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Dioxin in der Muttermilch, Weichmacher im Spielzeug, Mikroplastik in Kosmetika? Bei der Suche nach den Ursachen von Kreidezähnen bei Kindern steht die Forschung noch am Anfang. Der „Barmer-Zahnreport 2021“ stützt jetzt eine weitere Hypothese und kommt nach der Analyse von Behandlungsdaten zu dem Schluss: „Kinder haben häufiger Kreidezähne, wenn sie in den ersten vier Lebensjahren bestimmte Antibiotika erhalten haben.“

Übergewicht ist einer der größten Risikofaktoren für einen Typ 2 Diabetes. Ab welchem Gewicht es kritisch wird, ist jedoch regional sehr unterschiedlich, wie eine neue Studie zeigt. Danach unterscheiden sich insbesondere südliche Länder von den Industrienationen.

Wenn einem etwas „auf den Magen schlägt“, machen Gefühle den Körper krank. So funktioniert Psychosomatik, die Verbindung von Körper und Seele. Denselben Mechanismus kann man aber auch nutzen, um mithilfe positiver Gefühle den Körper – ganz besonders in Stress-Situationen – gesund zu erhalten. Tipps für heilsame kleine Übungen im Alltag.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin