Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
01.03.2015

Hinter Erektionsstörungen steckt oft Diabetes

Ein schlecht eingestellter Blutzuckerspiegel kann zu Erektionsstörungen führen. Betroffene Männer sollten daher gleich zum Arzt. Darauf weisen Diabetesexperten hin.
Hinter Erektionsstörungen steckt oft Diabetes

Jeder zweite Diabetiker leidet unter Erektionsstörungen. Ursache sind Durchblutungsstörungen

Nach Angaben der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) leidet jeder zweite Diabetiker unter Erektionsstörungen. Ursache ist, dass ein überhöhter Blutzuckerspiegel mit der Zeit die Blutgefäße schädigt und es zu Durchblutungsstörungen kommt. Diese machten sich zunächst an den Füßen bemerkbar, später stellten sich bei vielen Männern auch Erektionsprobleme ein, erläutert DDG-Präsident PD Dr. Erhard Siegel. Halten die Probleme mindestens sechs Monate an, sprechen Ärzte von einer „erektilen Dysfunktion“ – zu Deutsch Impotenz. Experten wie Siegel gehen heute davon aus, dass eine schlechte Blutzuckereinstellung auch vorübergehend Erektionsprobleme hervorrufen kann. In jedem Fall sollten die Betroffenen rasch einen Arzt aufsuchen, rät Diabetesexperte Siegel. Nur so sei eine Schadensbegrenzung möglich.

Gute Blutzuckereinstellung: beste Therapie gegen Impotenz

„Die beste Therapie, die Potenz zu erhalten oder eine beginnende Erektionsstörung nicht schlimmer werden zu lassen, ist eine gute Blutzuckereinstellung“, sagt Siegel. Neben dem Gang zum Arzt rät die DDG den Männern auch den eigenen Lebensstil zu überprüfen. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum wirkten sich nämlich negativ auf den Blutzucker und die Potenz aus. Positiv hingegen seien Bewegung, gesunde Ernährung und Gewichtsreduktion. „Sehr effektiv kann auch eine Beratung sein, wie der Patient die Blutzuckerkontrolle besser in den Griff kriegt“, fügt Siegel hinzu. Darüber hinaus könne ein Therapiewechsel helfen, die Werte zu normalisieren.

 

Potenzmittel sind eine weitere Option

„Wie die Blutzuckereinstellung verbessert werden kann, besprechen die Patienten mit dem Diabetologen“, sagt Siegel. Besserten sich die Potenzprobleme dennoch nicht, stünden Phosphodiesterase-Hemmer zur Verfügung. Diese Mittel mit den Wirkstoffen Sildenafil, Tadalafil oder Vardenafil entspannen die Penismuskulatur, so dass sich die Blutgefäße besser weiten und die Schwellkörper mit Blut füllen können. „Ihre Einnahme ist häufig trotz Herzerkrankung möglich“, erläutert Siegel. Die Implantation einer Penis-Prothese sollte nur als letzte Maßnahme erwogen werden.

Foto: © tuomaslehtinen - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Erektionsstörung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Erektionsstörungen

16.03.2017

US-Forscher warnen vor bestimmten Mitteln gegen Haarausfall. Die Wirkstoffe Finasterid und Dutasterid können zu Erektionsstörungen und Impotenz führen, insbesondere nach einer längeren Anwendung.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten

Die einen werden kleingemacht, die anderen gepampert: „Toxische Führung“ in der Arbeitswelt kann Belegschaften spalten und schadet auch den Unternehmen. So paradox es klingt: Vom Chef oder von Vorgesetzten anderen gegenüber offen bevorzugt zu werden, kann für Mitarbeiter unerträglich werden und sie in die Kündigung treiben. Das zeigt eine Studie der privaten „Kühne Logistics University“.

Die Europäische Arzneimittelagentur bestätigte am Mittwoch einen Zusammenhang zwischen dem COVID-19-Impfstoff von AstraZeneca und den Hirnvenenthrombosen. Dennoch hat die Behörde entschieden, dass der Nutzen des Impfstoffs höher sei als seine Risiken. Die STIKO lässt sich indes von der Entscheidung nicht beeinflussen.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin