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Hilft Magnesium tatsächlich gegen Bluthochdruck?

Freitag, 6. Juli 2018 – Autor: anvo
Studien haben gezeigt, dass Magnesiummangel Bluthochdruck begünstigen kann. Ob die künstliche Zufuhr von Magnesium als zusätzliche Therapie einer Hypertonie sinnvoll ist, bleibt jedoch zurzeit noch umstritten. Einige Experten halten eine Magnesiumsubstitution dennoch für sinnvoll.
Magnesium, Bluthochdrucktherapie

Magnesium als Therapie gegen Bluthochdruck? Experten sind sich darüber noch uneins – Foto: ©Dmitriy - stock.adobe.com

Verschiedene Studien haben Hinweise darauf geliefert, dass Magnesiummangel dazu beitragen kann, dass der Blutdruck steigt. Experten der Gesellschaft für Biofaktoren sind daher der Meinung, dass eine Substitution mit Magnesium bei Hypertonie als zusätzliche Therapie in Frage kommt. Einer der Vertreter dieser These ist der Bluthochdruckspezialist Prof. Dr. Klaus Kisters, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am St. Anna-Hospital in Herne. Bei einer Vortragsreihe der Gesellschaft für Biofaktoren betonte er ausdrücklich die Bedeutung der Magnesium-Versorgung für den Blutdruck. Ähnlich argumentiert er auf der Website der Deutschen Hochdruckliga.

Magnesiummangel kann Bluthochdruck begünstigen

Kisters zufolge kann sich die Einnahme von Magnesium-Präparaten sowohl bei grenzwertigem als auch bei manifestem Bluthochdruck positiv auswirken. Der Grund: Magnesiummangel kann Gefäßverengungen begünstigen und somit den Blutdruck seigern. Prof. Dr. Joachim Schmidt, Facharzt für Pharmakologie aus Dresden, ergänzte bei dem Vortrag, Magnesiummangel könne außerdem kardiovaskuläre Risikofaktoren wie „gefäßschädigende Entzündungen, Diabetes und Herzrhythmusstörungen“ begünstigen.

Zahlreiche epidemiologische Studien hätten überzeugend gezeigt, „dass Magnesiummangel zur Erhöhung des Risikos für Herz- und Gefäßerkrankungen führt“, so der Facharzt für Pharmakologie im Namen der Gesellschaft für Biofaktoren. Eine Umstellung der Ernährung reiche dabei meist nicht aus, um der Unterversorgung entgegenzuwirken, erklärte Schmidt weiter. Präparate aus speziellen Magnesiumverbindungen, insbesondere das sogenannte Magnesiumorotat, könnten sich hingegen positiv auf Blutdruck und Herzgesundheit auswirken.

 

Langfristige Wirkung von Magnesium noch nicht hinreichend belegt

Weniger überzeugt von der Wirkung von Magnesiumtabletten bei Bluthochdruck zeigt sich Dr. Thomas Schramm, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Sportmedizin sowie Hypertensiologe. Auf der Website der Deutschen Hochdruckliga argumentiert er, dass Metaanalysen zwar einen positiven Einfluss von Magnesium sowie von Kalium und Calcium auf die Blutdrucksenkung beim Menschen gezeigt hätten. Doch bisher konnte seiner Ansicht nach nicht hinreichend nachgewiesen werden, dass Bluthochdruck durch niedrige oder hohe Dosen von Magnesium zuverlässig und langfristig gesenkt werden kann. Zudem, so Schramm, lasse die Analyse der bisherigen Studien vermuten, dass Magnesium nur bei Menschen mit Magnesiummangel blutdrucksenkend wirkt. Wer sich gesund ernähre, habe jedoch üblicherweise keinen Magnesiummangel.

Etwas anderes sollten Betroffene zudem beachten: Ein Zuviel an Magnesium kann Nebenwirkungen wie beispielsweise Durchfälle verursachen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt daher seit kurzem eine Tageshöchstmenge von 250 Milligramm in Nahrungsergänzungsmitteln. Das ist deutlich weniger, als die meisten Präparate enthalten.

Foto: © Dmitriy - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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