. Nicht-medikamentöse Interventionen

Hilft Hypnose bei Zahnarzt-Angst?

Die Angst vor dem Zahnarztbesuch kann durch Hypnose gelindert werden. Das zeigt eine Metastudie der Uniklinik Jena, in der die Wirksamkeit verschiedener nicht-medikamentöser Interventionen gegen die Angst vor Zahnbehandlungen untersucht wurde.
Zahnarzt-Angst, Zahnarzt, Hypnose

Angst vor dem Zahnarzt? Das muss nicht sein

Für etwa jeden vierten Erwachsenen ist der Gang zum Zahnarzt mit psychischem Stress und Angst verbunden; bei etwa vier Prozent steigert sich diese Angst sogar bis zu einer ausgeprägten Zahnbehandlungsphobie. Immer mehr Zahnärzte stellen sich darauf ein und versuchen, mit nicht-medikamentösen Maßnahmen, den Patienten die Angst zu nehmen und ihnen eine entspanntere und möglichst stressfreie Zahnbehandlung zu ermöglichen. Wie wirksam diese Interventionen sind, haben Psychologen und Zahnmediziner des Universitätsklinikums Jena jetzt in einer Metastudie untersucht.

Nicht-medikamentöse Interventionen lindern Angst

Für ihre Übersichtsarbeit sichteten die Forscher über 3000 Studien, die zu diesem Thema in den vergangenen Jahrzehnten durchgeführt und veröffentlicht wurden. In den Analysen wurde die Wirkung von Maßnahmen wie Musikhören, Entspannungsübungen, Ablenkung, Hypnose oder ausführlicher Information vor und während der Behandlung bei zum Beispiel größeren Zahnfüllungen, Wurzelbehandlungen, dem Ziehen von Weisheitszähnen und der Implantatchirurgie untersucht. Das Ergebnis bestätigt die Wirksamkeit dieser Ansätze, den Patienten die Angst zu nehmen: „Wir waren überrascht, dass nahezu alle Interventionen wirksam waren, um die psychische Belastung zu verringern", so die Studieleiterin Dr. Jenny Rosendahl. Ein Großteil der Patienten berichtete demnach von einem Nachlassen der Angst.

 

Hypnose bei Zahnarzt-Angst am wirksamsten

Die mit Abstand besten Ergebnisse zeigten sich beim Einsatz von Hypnose. Rosendahl sieht damit das Ergebnis einer früheren Arbeit zur Wirksamkeit von Hypnose bei chirurgischen Eingriffen bestätigt. Sie ergänzt: „Eine schmerzlindernde Wirkung der untersuchten Maßnahmen ließ sich aber nicht nachweisen. Das liegt sicher auch daran, dass die meisten Zahnbehandlungen ohnehin unter Lokalanästhesie durchgeführt wurden.“

Mit ihrem Ergebnis wollen die Studienautoren Zahnmediziner bestärken, zusätzlich zur Standardbehandlung auch nicht-medikamentöse Maßnahmen für angespannte und ängstliche Patienten einzusetzen. „Schon ablenkende Bilder oder Musik können die Angst der Patienten verringern“, so Rosendahl. „Und der Aufwand für Hypnose muss auch nicht groß sein; in den untersuchten Studien kamen die Anweisungen hierfür vom Band.“

Foto: © Antonioguillem - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Zahnmedizin , Angst , Komplementärmedizin , Entspannungstechniken
 

Weitere Nachrichten zum Thema Zahnarzt

| Die EU will die Verwendung von Quecksilber für Zahnfüllungen nach und nach einschränken. Bereits ab 2018 sollen Kinder und Schwangere nur noch in absoluten Ausnahmenfällen Amalgamfüllungen bekommen.
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Bei fast allen Erkrankungen wird körperlicher Aktivität ein positiver Einfluss auf den Krankheitsverlauf nachgesagt. Zum Teil wird sie sogar schon gezielt als Therapie eingesetzt. Eine Meta-Analyse zeigt nun: Durch körperliche Aktivität kann die Gesamtsterblichkeit um 30 bis 40 Prozent gesenkt werden.
Listerien, EHEC-Erreger, Campylobacter – in Fleisch und Wurstprodukten stecken jede Menge Krankheitserreger. Das Zoonosen-Monitoring 2017 zieht eine unappetitliche Bilanz. Dabei wurden nur Stichproben ausgewertet. Die Wahrheit könnte noch viel schlimmer sein.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35 10717 Berlin, Mehrzweckraum (EG)
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.