. Übergriffe

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ immer öfter gewählt

Immer mehr Frauen melden sich beim Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen". Für Bundesfamilienministerin Franziska Giffey ist das ein positives Zeichen, weil die Hotline immer bekannter werde. Das größte Risiko für Frauen ist dabei nach wie vor Gewalt durch den eigenen Partner.
Gewalt gegen Frauen, häusliche Gewalt, Hilfetelefon

Häusliche Gewalt ist hierzulande noch immer ein großes Tabu

Immer mehr Frauen in Not nehmen das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ in Anspruch. Im vergangenen Jahr gab es 42.000 Beratungsanfragen bei der Hilfe-Hotline. Das geht aus einem Bericht des zuständigen Bundesfamilienministeriums hervor. Die Zahl der Anrufe ist damit im Vergleich zu 2017 um zwölf Prozent gestiegen. Diese Steigerung bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es mehr Übergriffe gegeben hat. „Die Zahlen zeigen: Immer mehr Frauen trauen sich, den ersten Schritt aus der Gewalt zu gehen“, so Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD). Das Hilfetelefon erreiche die Betroffenen also immer besser.

Häusliche Gewalt immer noch ein Tabu

Häusliche Gewalt wird trotz alarmierender Zahlen heute immer noch viel zu oft tabuisiert. Nicht selten fühlen sich Betroffene selbst schuldig oder wissen einfach nicht, an wen sie sich wenden sollen. Dabei hat die Gewalt schwerwiegende Folgen. Dazu gehören Auswirkungen auf die Psyche der Betroffenen, aber auch zum Teil schwere physische Verletzungen – bis hin zum Tod. Laut BKA-Statistik stirbt alle zwei bis drei Tage eine Frau in Deutschland, weil ihr aktueller oder ehemaliger Lebensgefährte sie erstochen, erschossen oder totgeprügelt hat.

Und auch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Von Stalking über sexuelle Nötigung bis hin zu Körperverletzung durch den Partner waren allein im Jahr 2017 fast 114.000 Frauen betroffen. Fast die Hälfte der Opfer lebte mit dem Täter in einem gemeinsamen Haushalt. Und das sind nur die Fälle, von denen die Polizei erfährt – die Dunkelziffer dürfte noch weit höher sein. Studien zufolge soll jede vierte Frau im Alter von 18 bis 85 Jahren mindestens einmal im Leben mit einem gewalttätigen Partner zu tun gehabt haben. Das bedeutet: Nirgendwo sind Frauen in Deutschland stärker gefährdet als im eigenen Zuhause.

 

Hilfetelefon berät Frauen anonym und kostenlos

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist ein bundesweites Beratungsangebot für Frauen, die Gewalt erlebt haben oder noch erleben. Unter der Nummer 08000 116 016 helfen mehr als 80 Beraterinnen von Gewalt betroffenen Frauen kostenlos, anonym und vertraulich. Die Kontaktaufnahme ist auch über Chat oder E-Mail möglich. Auch ein fremdsprachiges Angebot existiert. Neben der Unterstützung in akuten Krisensituationen wird den Betroffenen auf Wunsch der Kontakt zu Beratungsstellen und Frauenhäusern vermittelt.

Foto: © AungMyo - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Psychiatrie , Trauma
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gewalt

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Ärzte und Krankenhäuser, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen, dürfen das auf ihrer Website nicht publik machen, sonst riskieren sie ein Strafverfahren. Eine wichtige Informationsquelle für Frauen in dieser Notsituation ist die Kontaktliste der Bundesärztekammer. Gut fünf Wochen nach dem Start hat sich die Zahl der hier registrierten Ärzte und Einrichtungen mehr als verdoppelt.
Wie eine optimale Ernährung für ein langes und gesundes Leben aussehen sollte, ist längst nicht geklärt. Das wurde auf dem Demografiekongress in Berlin deutlich. Doch eine Erkenntnis zeichnet sich immer deutlicher ab: Eine stark pflanzlich basierte Kost ist tierischen Lebensmitteln vorzuziehen – aus verschiedenen Gründen.
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.