. Brustkrebs-Früherkennung

Hilfe bei Entscheidung für oder gegen Mammographie

Frauen zwischen 50 und 69 Jahren werden alle zwei Jahre schriftlich zum Mammographie-Screening eingeladen. Die Entscheidung, an der Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung teilzunehmen oder nicht, fällt oft nicht leicht. Mehr Informationen sollen helfen.
Zur Früherkennung von Brustkrebs wird die Mammografie genutzt

Bei der Mammografie wird die Brust geröntgt

Entwickelt hat sie das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA). Das Einladungsschreiben ist danach deutlicher getrennt in den Einladungstext auf Seite 1 Seite und Terminvorschläge für Frauen, die die Untersuchung wahrnehmen wollen, auf Seite 2. Das soll den Angebots-Charakter der Einladung betonen.

Die beiligende Infobroschüre wurde mit Wissenschaftlern der Universitätsklinik Hamburg um einen Abschnitt erweitert, der die wichtigsten Aussagen zur Mammographie im Überblick zusammenfasst und Frauen die Möglichkeit gibt, die einzelnen Aspekte besser für sich zu bewerten. Ziel ist es, Frauen beim persönlichen Abwägen von Nutzen und Schaden besser zu unterstützen, heißt es in einer Mitteilung des IQWiG.

Entscheidungshilfe Mammographie: Überdiagnosen besser erklärt

Vor allem der Begriff „Überdiagnose“ wird ausführlicher erklärt. Erste Entwürfe der Entscheidungshilfe wurden an Nutzerinnen getestet. „Daraus bekamen wir wichtige Anregungen, die in die jetzt vorgelegten Fassungen eingeflossen sind“, sagt Klaus Koch, Leiter des IQWiG-Ressorts Gesundheitsinformation. „Dass wir die Erklärung von Überdiagnosen deutlich erweitert haben, geht auf den Wunsch unserer Testerinnen zurück.“

Vor- und Nachteile werden nun in zwei Altersgruppen getrennt dargestellt. Von 1000 Frauen im Alter von 50 bis 59, die zehn Jahre lang am Screening teilnehmen, kann dadurch eine Frau vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt werden. Dem steht das Risiko sogenannter Überdiagnosen gegenüber: Bei der Mammographie werden gelegentlich bösartige Veränderungen gefunden, die ohne Früherkennung nie aufgefallen wären oder Beschwerden bereitet hätten.

Mammographie: Konsequenzen der Überdiagnose

Diese Diagnose hat für die Frauen Konsequenzen, neben der psychischen Belastung die Nebenwirkungen der sich eventuell anschließenden Behandlung. Etwa vier bis sechs von 1000 Frauen zwischen 50 und 59 müssen mit einer solchen Überdiagnose rechnen.

Etwas anders sehen die Zahlen für Frauen zwischen 60 und 69 aus: Wenn 1000 Frauen dieses Alters zehn Jahre lang am Screening teilnehmen, werden ein bis drei vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt, und fünf bis sieben Frauen erhalten eine Überdiagnose, heißt es weiter in einer Mitteilung des IQWIG. Einladung und Entscheidungshilfe werden nun öffentlich zur Diskussion gestellt und gegebenenfalls noch einmal überarbeitet.

Studie: Mammographie hatte nicht erhofften Erfolg

Die Datenlage zum langfristigen Nutzen des Mammographie-Screenings, das Frauen vor dem Krebstod bewahren soll, ist nach wie vor uneinheitlich. Einer aktuellen Studie aus Norwegen zufolge hatte das in dem Land seit 2004 etablierte Screening nicht den erhofften Erfolg: Gefährlichere Tumoren in einem fortgeschrittenen Stadium werden bei Frauen immer noch genau so oft diagnostiziert wie vor der Einführung der flächendeckenden Mammographie. Die Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchung konnte sie anscheinend nicht rechtzeitig aufspüren.

Foto: Sven Bähren

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Mammographie

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.