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Heuschnupfenzeit: Tipps für Kontaktlinsenträger

Wer an einer Pollenallergie leidet, muss deshalb nicht grundsätzlich auf Kontaktlinsen verzichten und sie wieder gegen eine Brille eintauschen. Ein bisschen Augen-Knowhow und einige wenige Verhaltensregeln helfen dabei, die Augen in der Allergiesaison zu schonen, zu schützen und vor Schäden zu bewahren.
Frau setzt sich Kontaktlinse mit Zeigefinger ins rechte Auge

Pollenalarm: Kontaktlinsenträger müssen in der Heuschnupfenzeit ihre Linsen gut reinigen und sollten besser harte oder Tageslinsen tragen.

Manchmal juckt es so tierisch in den Augen – da mag man mit dem Augenreiben gar nicht mehr aufhören, um den Juckreiz endlich zu stillen. Besonders für Kontaktlinsenträger ist das tabu, schließlich kann Augenreiben einen negativen Effekt auf die Hornhaut der Augen haben. Wer die Annehmlichkeit von Kontaktlinsen schätzt und genießt, muss als Allergiker in der Pollenflugzeit für diesen Komfort etwas tun – aber er kann das auch. „Kontaktlinsenträger müssen in der Zeit des Pollenflugs nicht unbedingt auf die unsichtbaren Sehhelfer verzichten“, heißt es beim Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA). Allerdings sei auch beachten: „Bei Heuschnupfen können sich Tränenfilm und Hornhautoberfläche verändern, sodass auch ursprünglich gut angepasste Linsen nicht mehr optimal sitzen.“

Bei heftigen allergischen Reaktionen: Brille statt Linsen

„Wird der Heuschnupfen durch heftige allergische Augenreaktionen begleitet, kann es sehr ratsam sein, vorübergehend auf die Kontaktlinsen zu verzichten und die Augen zu schonen, bis die Pollenbelastung wieder abgeklungen ist“, so die Empfehlung des ZVA. Kontaktlinsenträgern, die bei Heuschnupfen auf Monats- oder Jahreslinsen nicht verzichten möchten, sollten ihre Linsen mit besonderer Sorgfalt reinigen. Experten empfehlen, in den persönlichen Heuschnupfenmonaten statt der Dauerlinsen Tageslinsen zu nutzen, die über eine erhöhte Feuchtigkeit verfügen. Auf ihnen lagern sich Pollen erst gar nicht ab und die Reinigung entfällt.

 

Ratsam: Harte Linsen bei Heuschnupfen besser

Viele Augenärzte empfehlen ihren Patienten bei Heuschnupfen harte Linsen – sie sind mit ihren großen Poren nicht so empfindlich wie die weichen. Formstabile Linsen haben außerdem den Vorteil, dass sie keine Inhaltsstoffe von Augentropfen (Beispiel: Konservierungsmittel) in sich aufnehmen, die die Augen irritieren können. Eine Variante kann schließlich sein, zumindest die Tragezeit zu reduzieren und den Augen damit eine Auszeit zu gönnen. Ratsam ist es auch, bei akutem Heuschnupfen auf Kosmetika im Bereich der Augen zu verzichten und damit zusätzliche Reizungen zu vermeiden.

Alternative bei Sport und in der Freizeit: Tages-Kontaktlinsen

Beim Sport oder bei Freizeitbetätigungen sind Kontaktlinsen ein großes Stück Freiheit. Wer bei seinen Aktivitäten trotz Allergie nicht auf Kontaktlinsen verzichten möchte, kann auf Tageskontaktlinsen zurückgreifen. Allergene, die sich im Tagesverlauf auf der Kontaktlinse absetzen, werden beim Abnehmen der Linsen am Abend mit diesen gemeinsam entsorgt. Die Reinigung der Kontaktlinsen entfällt.

Antihistaminika können Augen trocken machen

Spürbar lindern lassen sich Allergien durch die Einnahme Antihistaminika. Einige antiallergische Medikamente, die das körpereigene Abwehrhormon Histamin reduzieren und damit auch den Juckreiz in Nase und Augen bekämpfen, können allerdings eine ungünstige Nebenwirkung haben: Sie verringern den Tränenfluss und machen die Augen trockener. In diesen Fällen helfen sogenannte künstliche Tränen, eine Benetzungslösung zum Einträufeln, um die Augen zu feucht zu halten. Auch antiallergische Augentropfen ohne Konservierungsmittel sind in der Regel mit Kontaktlinsen verträglich, wenn nach dem Einträufeln in die Augen etwa 15 Minuten mit dem Aufsetzen der Linsen gewartet wird. Der Hintergrund: Nach dieser Zeit sind praktisch keine Reste von Augentropfen mehr in der Tränenflüssigkeit nachweisbar. Ärzte raten auch dazu, möglichst unkonservierte Augentropfen anzuwenden.

Kontaktlinsen und antiallergische Augentropfen

Wer antiallergische Augentropfen verwendet, sollte sie auf ihre Verträglichkeit hin überprüfen. Empfohlen wird, die Verwendung von antiallergischen Augentropfen mit dem Kontaktlinsenanpasser abzusprechen, da pharmazeutische Mittel potenziell Verfärbungen oder sonstige Schäden am Linsenmaterial hervorrufen können.

Die Sonnenbrille: Auch eine Pollenschutzbrille

Jeder Allergiker – egal, ob Kontaktlinsenträger oder nicht – kann seine Augen vor Pollenbelastung durch das Tragen einer Sonnenbrille schützen. Ideal dafür sind Sonnenbrillen mit großen, leicht gebogenen, möglichst eng anliegenden Gläsern und breiten Bügeln. Wichtig ist es, die Brille – wie die Alltagsbrille auch – am besten jeden Abend gründlich zu reinigen, um Pollenreste zu entfernen.

Foto: obs/ZVA/Heike Skamper

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Hauptkategorie: Medizin
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