. Pollenallergie

Heuschnupfen: Test sagt Erfolg der Hyposensibilisierung vorher

Für Patienten, die an Heuschnupfen leiden, ist die Hyposensibilisierung bislang die einzige Therapie-Option. Ein neuer Test sagt vorher, ob die recht aufwändige Behandlung erfolgreich sein wird.
heuschnupfen, pollenallergie, pollenallergiker, pollenflug

Heuschnupfen kann bislang nur mit einer langwierigen Hyposensibilisierung therapiert werden

Für Patienten, die an ein Heuschnupfen leiden, ist die Hyposensibilisierung bislang die einzige Therapie-Option. Bei dieser recht aufwändigen spezifischen Immuntherapie geben Ärzte Injektionen mit den Substanzen, auf die der Körper allergisch reagiert, wie etwa Pollen-Extrakte. Sie erhöhen die Dosis der Allergene nach und nach.

Ist eine sogenannte Erhaltungsdosis erreicht, werden über einen längeren Zeitraum - in der Regel drei Jahre - Spritzen mit dieser Dosis gegeben. Wenn alles gut geht, sind die allergischen Reaktionen nach dieser Behandlung dauerhaft schwächer. Doch viele Patienten brechen die Behandlung vorzeitig ab. Münchner Forscher haben jetzt einen Test entwickelt, der vorhersagt, wie erfolgreich diese Methode beim Betroffenen sein wird.

Allergie-Forscher entdeckten Rolle der B-Zellen

Was bei der spezifischen Immuntherapie genau geschieht, war bislang unklar. Ein Team um Dr. Adam Chaker, Leiter der Allergieambulanz an der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des TUM-Universitätsklinikums rechts der Isar, hat erstmals während einer Immuntherapie über drei Jahre das komplexe Wechselspiel verschiedener Zelltypen und Substanzen des menschlichen Immunsystems beobachtet.

Die Vorgänge bei der Immuntherapie sind komplexer als bislang angenommen, sagt Chaker in einer Pressemitteilung der TUM. "Es sind Zelltypen beteiligt, die bislang in diesem Zusammenhang kaum beachtet wurden. Wir sind überzeugt, dass regulatorische B-Zellen eine deutlich wichtigere Rolle spielen als gedacht."

 

Zweite Phase der Immuntherapie entscheidend

In der zweiten Phase der Behandlung entscheide das Abwehrsystem des Körpers, ob ein Allergen weiterhin massiv bekämpft wird und daher zu Heuschnupfen, Asthma oder anderen allergischen Erkrankungen führt, oder ob der Körper lernt, dass Allergen zu tolerieren.

Dabei ändere sich das Verhältnis von pro-allergischen T-Zellen, T-Regs und regulatorischen B-Zellen laufend. In der Studie war, auch abhängig vom Pollenflug und anderen Faktoren, mal ein Zelltyp stärker vertreten, mal ein anderer. Erst nach drei Jahren pendelte sich das Verhältnis ein.

Heuschnupfen: Test sagt Erfolg der Hyposensibilisierung vorher

Bei den Patienten, die die Therapie regulär beendeten, gab es aber Übereinstimmungen, die schon früh Voraussagen über den Therapie-Erfolg ermöglichten: Wenn direkt nach der ersten Behandlungsphase, also dem Abschluss der Einleitungsphase, besonders viele regulatorische B-Zellen und wenige TH-17-Zellen messbar waren, wurden nach drei Jahren deutlich weniger Allergie-Symptome festgestellt. Im Kampf gegen den Heuschnupfen könnte dieser Test also den Erfolg der Hyposensibilisierung vorhersagen.

"Wir haben diesen Test patentieren lassen", sagt Adam Chaker. "Wenn er Serienreife erreicht, könnten wir Patienten eine aufwändige Behandlung mit geringen Erfolgsaussichten ersparen. Bei einem positiven Ergebnis liefert so ein Test dagegen gute Argumente, eine dreijährige Therapie durchzuziehen." Die entsprechende Untersuchung erschien im Fachmagazin EBioMedicine.

Foto: absolutimages/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Heuschnupfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Pollenallergie

| Wer an einer Pollenallergie leidet, muss deshalb nicht grundsätzlich auf Kontaktlinsen verzichten und sie wieder gegen eine Brille eintauschen. Ein bisschen Augen-Knowhow und einige wenige Verhaltensregeln helfen dabei, die Augen in der Allergiesaison zu schonen, zu schützen und vor Schäden zu bewahren.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Das Bundesverfassungsgericht hat am Donnerstag das 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt. Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, urteilten die Karlsruher Richter. Eine Verpflichtung zur Suizidhilfe gebe es jedoch nicht.
„Dr. Google“ ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle, wenn sie gesundheitliche Symptome an sich entdecken, die sie sich nicht erklären können. Doch eine Studie zeigt nun: Die Internetrechercher kann schon nach kürzester Zeit zu Sorgen und psychischem Unbehagen führen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.