Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung bei Kindern wird jetzt systematisch erfasst

Montag, 29. November 2021 – Autor:
Eine Corona-Impfung birgt für Kinder und Jugendliche das Risiko einer Herzmuskelentzündung. Im Myokarditis-Register werden Verdachtsfälle nun systematisch erfasst und untersucht. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) ist an der prospektiven Studie beteiligt.
Myokarditis bei Kindern und Jugendlichen nach COVID-19-Impfung: Jungen sind am häufigsten betroffen

Myokarditis bei Kindern und Jugendlichen nach COVID-19-Impfung: Jungen sind am häufigsten betroffen – Foto: © Adobe Stock/ Studio Romantic

Das MYYKKE-Register für Kinder und Jugendliche mit Verdacht auf Myokarditis führt gemeinsam mit dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine neue Studie durch: Kinder und Jugendliche, die eine Herzmuskelentzündung in zeitlichem Zusammenhang mit der Corona-Impfung aufweisen, werden im Register nicht nur gesondert erfasst, sondern auch mindestens zwölf Monate lang nachuntersucht.

Mehr Daten zur Sicherheit der Corona-Impfstoffe

Die Ergebnisse sind für die Beurteilung der Sicherheit der COVID-19-Impfstoffe wichtig. Sie sollen außerdem dazu beitragen, das potenzielle Risiko der schwerwiegenden Komplikationen Herzmuskelentzündung (Myokarditis) zu überwachen, teilten das PEI und das MYYKKE-Register vergangene Woche mit.

„Es ist wichtig, auch sehr seltenen schwerwiegenden Reaktionen auf COVID-19-Impfungen nachzugehen und sicherzustellen, dass keine bleibenden Schäden auftreten“, sagte Professor Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts.

 

Moderna für Kinder und Jugendliche in Deutschland nicht mehr empfohlen

Hintergrund ist, dass insbesondere bei Kindern und Jugendlichen Herzmuskelentzündungen in zeitlichem Zusammenhang mit einer mRNA-Impfung gegen Covid-19 beobachtet wurden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) weist in ihren Impfempfehlungen auf das Risiko explizit hin. Da Daten des PEI und weiterer internationaler Daten zeigten, dass Herzmuskelentzündungen nach der Impfung mit Spikevax von Moderna häufiger auftreten als nach einer Impfung mit Corminaty von Biontech/Pfizer, empfiehlt die STIKO seit dem 18. November Personen unter 30 Jahren nur noch Comirnaty.

Jungen und junge Männer sind laut den Daten zumeist wenige Tage nach der zweiten Impfung deutlich häufiger betroffen als ältere Männer, Mädchen und Frauen. In der Mehrzahl der Fälle mussten die jungen Patienten mit Herzmuskelentzündungen ins Krankenhaus, hatten jedoch zu großen Teilen einen zunächst unkomplizierten Verlauf. Folgekomplikationen sind jedoch nicht auszuschließen.

Wichtige Informationen für verunsicherte Eltern

„Die Medienberichte über Herzmuskelentzündungen nach COVID-19-Impfung bei Kindern und Jugendlichen haben bei vielen Eltern Verunsicherung und Besorgnis ausgelöst“, sagt MYYKKE-Studienleiter vom Deutschen Herzzentrum Berlin. „Mit der nun beschlossenen Kooperation können wir einen wichtigen Beitrag zur Information der Bevölkerung auf Basis wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse leisten.“

Das MYYKKE-Register wurde 2013 vom Deutschen Herzzentrum Berlin ins Leben gerufen. Aktuell beteiligen sich 29 Kinderherzzentren und Kinderkliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Damit ist es das größte pädiatrische Register für Kinder und Jugendliche  mit Verdacht auf Myokarditis weltweit.

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herzmuskelentzündung

07.01.2018, aktualisiert: 08.12.2019

Bei einer Herzmuskelentzündung fehlen häufig typische Symptome, was die Diagnose erschwert. Die Hauptkennzeichen sind Abgeschlagenheit und eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Die Symptome richtig zu deuten, ist wichtig, denn eine schwere Herzmuskelentzündung kann sogar tödlich sein.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Die Pandemie hat das Bewegungs- und Sportverhalten bei vielen verändert. Das Homeoffice gilt als „Bewegungskiller“, Städter schwitzen vorm Youtube-Video im eigenen Wohnzimmer, Landbewohner treibt es ins Freie – und Yoga ist jetzt beliebter als Fußball.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin