. Porträt

Hermann Gröhe

Position

Hermann Gröhe (CDU) ist seit Dezember 2013 Bundesminister für Gesundheit im Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel
Hermann Gröhe

Hermann Gröhe

"Politisches Handeln braucht einen Kompass"

Politisches Handeln braucht einen Kompass, sagt Hermann Gröhe und macht unmissverständlich klar, dass dieser in Richtung christlich konservative Wertvorstellungen zeigt. Etwa die unveräußerliche Würde eines jeden Menschen, Gerechtigkeit und Solidarität oder die Bewahrung der Schöpfung. Deshalb spricht sich der evangelische CDU-Mann auch gegen die ärztlich assistierte Sterbehilfe aus und fordert stattdessen, sterbenskranke Menschen besser zu unterstützen.

Hermann Gröhe, Jahrgang 1961, ist bereits mit 16 Jahren Mitglied der CDU geworden, weil er nach eigenen Angaben die Gesellschaft aktiv mitgestalten will. Und das geht am besten in einer großen Volkspartei, sagt er. Politisch richtig aktiv wurde der Rheinländer als Kreisvorsitzender der Jungen Union Neuss. Das war im Jahr 1983 und Gröhe 22 Jahre alt. 1994 zog er für seinen Wahlkreis Rhein-Neuss erstmals in den Bundestag ein. Im gleichen Jahr wurde er als Rechtsanwalt zugelassen. Bundesweit bekannt wurde er 1998 als Menschenrechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, später dann als Staatsminister bei der Bundeskanzlerin, wo er unter anderem für Bürokratieabbau zuständig war. 2009 löste Gröhe Ronald Pofalla als Generalsekretär der CDU ab, was er über die gesamte Legislaturperiode auch blieb.

Seine Ernennung zum Bundesgesundheitsminister am 17. Dezember 2013 hat viele überrascht, schließlich war der „Kirchenmann“ bis dato nicht mit gesundheitspolitischen Themen aufgefallen. Es muss wohl eher seine „gewaltige politische Erfahrung“ gewesen sein, die ihn, so O-Ton Kanzlerin Merkel, an die Spitze des Gesundheitsministeriums brachte. Tatsächlich galt er schon lange als politischer Strippenzieher in der Union. Seine Art, wie er Dinge anzupacken pflegt, mag ihm zu Hilfe gekommen sein: sachlich und unaufgeregt, aber äußerlich strotzend vor Energie. So wirkt der vierfache Familienvater mit dem Bürstenschnitt bei öffentlichen Auftritten manchmal geradezu hemdsärmelig, egal, was er anzupacken verspricht. Auf seinem Zettel steht viel: Ärztemangel, Krankenhausreform, Qualität im Gesundheitswesen, E-Health, Prävention und natürlich die verbesserte Versorgung von Pflegebedürftigen, chronisch Kranken und Sterbenden; so wie es sich für einen überzeugten Christen und engagiertes Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche Deutschlands gehört.

Dass er Klartext reden und gegenüber Interessensgruppen eine gehörige Portion Schussfestigkeit an den Tag legen kann, hat er auch als Bundesgesundheitsminister bewiesen. Ob es die Krankenhäuser, die Universitätskliniken oder die Apotheken sind – pauschale Forderungen nach mehr Geld, weiß er erfolgreich abzuwehren, aber ohne seine Gegenüber vor den Kopf zu stoßen. So hat er zum Beispiel dem Wunsch der Universitätskliniken nach einem Systemzuschlag im August 2014 eine klare Absage erteilt, zugleich aber spürbare Verbesserungen im Zuge der Krankenhausreform in Aussicht gestellt. Gröhe: „Nicht der Ort, sondern die Art der Leistung, wird auch künftig bei der Vergütung stationärer Leistungen die entscheidende Rolle spielen.“

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