Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
27.11.2020

Hepatitis-Test gehört jetzt zum Check-up ab 35 Jahren

Der Test auf die durch Viren verursachte Hepatitis B und C wird Teil des Gesundheits-Check-ups ab 35 Jahren. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen.
Hepatitis-C-Test

Der Test auf Hepatitis-B- und C-Viren wird Teil des Gesundheits-Check-ups ab 35

Der einmalige Test auf die durch Viren verursachte Hepatitis B und C wird Teil des Gesundheits-Check-ups ab 35 Jahren. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) begrüßt die  Entscheidung. Beide Virushepatitis-Erkrankungen sind hochansteckend und verlaufen oft lange symptomlos. Ein Screening sei daher enorm wichtig, um unentdeckte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, zu therapieren und die Verbreitung der Infektionen zu unterbinden.

Spätfolgen Leberzirrhose und Leberzellkrebs

"Viele Virushepatitiden verlaufen relativ symptomarm und werden oft erst dann erkannt, wenn sie bereits zu schwer zu therapierenden Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs geführt haben", sagt Prof. Heiner Wedemeyer, Mediensprecher der DGVS und Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie an der Medizinischen Hochschule Hannover.

"Uns stehen inzwischen hocheffektive Medikamente zur Verfügung, die bei Hepatitis B die Vermehrung der Viren unterdrücken und bei Hepatitis C sogar eine völlige Ausheilung der Erkrankung ermöglichen", so Wedemeyer. "Von diesen sehr gut verträglichen Therapiemöglichkeiten müssen bisher unerkannt Betroffene jetzt schnellstmöglich profitieren können."

 

Hepatitis B häufigste Infektionskrankheit weltweit

Sehr häufig werden Hepatitis B und C in bestimmten Risikogruppen gefunden. Dazu zählen Personen, die aktuell oder in der Vergangenheit intravenös Drogen konsumiert haben, homosexuelle Männer, aber auch Migranten aus Ländern, in denen die Infektionen weit verbreitet sind. 

Folge der Hepatitis-B und -C-Infektion: Es entzündet sich die Leber. Beide Erkrankungen sind in ihren Früh- und Akutphasen hochansteckend und werden über das Blut übertragen. Hepatitis B kann zudem über sexuelle Kontakte übertragen werden. Da sich die Viren in allen Körperflüssigkeiten befinden, gehört Hepatitis B auch zu den häufigsten Infektionskrankheiten weltweit.

Hepatitis-Test gehört jetzt zum Check-up ab 35 Jahren

In Deutschland wird die Impfung gegen Hepatitis B seit 1995 für Säuglinge und Kinder von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Diese Empfehlung wurde 2013 auf Menschen mit einem geschwächten Immunsystem erweitert. Für Hepatitis C gibt es bislang noch keine Schutzimpfung.

Die DGVS fordert eine rasche Umsetzung des Beschlusses, wonach der Hepatitis-Test jetzt zum Check-up ab 35 Jahren gehören soll und appelliert an Versicherte, von der wichtigen Untersuchung Gebrauch zu machen. Der Beschluss muss jetzt dem Bundesministerium für Gesundheit zur Prüfung vorgelegt werden. Danach verhandeln Ärzte und Krankenkassen die Höhe der ärztlichen Vergütung. Wenn die Abrechnungsziffer feststeht, kann die Leistung in Anspruch genommen werden.

Foto: Adobe Stock/jarun011

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Früherkennung , Hepatitis B , Hepatitis C , Hepatitis , Leber
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hepatitis

Hepatitis macht oft erst spät Beschwerden und bleibt daher häufig lange unentdeckt. Dabei ist eine möglichst frühe Behandlung für den Therapieerfolg wichtig. Zudem kann Hepatitis von Mensch zu Mensch – beispielsweise beim Sex – übertragen werden. Auch aus diesem Grund sollte jeder wissen, ob er von der Virusinfektion betroffen ist.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Krebs: Eine halbe Million Menschen werden in Deutschland jedes Jahr mit dieser Diagnose konfrontiert. Die Deutsche Krebshilfe, die Betroffenen und ihren Familien seit 1974 hilft, verdankt ihren Erfolg auch den Prominenten, die ihren Glanz für die gemeinnützige Organisation in die Waagschale werfen. Gründerin war Mildred Scheel, populäre First Lady der Bundesrepublik und Ärztin. Neue Präsidentin ist Star-Geigerin Anne-Sophie Mutter.

Um Schmerzen zu bekämpfen oder vorzubeugen und ihre Leistung zu steigern, greifen immer mehr Sportler zu Schmerzmitteln. Vor allem der „prophylaktische“ Gebrauch ist dabei gefährlich, warnt die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin (GOTS).

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin