. Welt-Hepatitis-Tag 2014

Hepatitis: Betroffene wissen häufig nichts von Infektion

Am 28. Juli 2014 findet der Welt-Hepatitis-Tag unter dem Motto: "HEPATITIS: THINK AGAIN" statt. Die Initiatoren wollen die Menschen über Hepatitis und die Ansteckungsmöglichkeiten informieren sowie die Bevölkerung ermutigen, sich testen und gegebenenfalls impfen zu lassen.
Hepatitis:Impfung sinnvoll

Am 28. Juli 2014 ist Welt-Hepatitis-Tag.

Als Hepatitis wird eine Entzündung der Leber bezeichnet, für die es unterschiedliche Ursachen geben kann. Tückisch an Lebererkrankungen ist, dass die Beschwerden häufig unspezifisch bleiben und die Erkrankung daher nicht entdeckt wird. Doch eine rechtzeitige Diagnose ist wichtig, denn je früher die Infektion entdeckt wird, desto besser lässt sie sich therapieren.

Der jährliche Welt-Hepatitis-Tag hat das Ziel, die Bevölkerung über das Thema Hepatitis zu informieren - insbesondere über Hepatitis B und Hepatitis C - und die Menschen zur Prävention, Diagnose und Behandlung zu ermutigen. Der Welt-Hepatitis-Tag wurde durch die World Hepatitis Alliance ins Leben gerufen, zu der 200 Patientengruppen und -organisationen gehören.

Hepatitis B: Impfung für Kinder und Personen mit erhöhtem Risiko empfohlen

Mit über 400 Millionen chronisch infizierten Menschen ist Hepatitis B weltweit die häufigste Virusinfektion. Bei Erwachsenen heilt Hepatitis B in über 90 Prozent der Fälle von selbst aus, doch Kinder, Senioren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem entwickeln häufiger eine chronische Hepatitis B. Eine chronische Infektion kann nach einigen Jahren zu Zirrhose und/oder Leberkrebs führen.

Die Therapie einer chronischen Hepatitis B ist schwierig, daher ist die vorbeugende Impfung die wichtigste Maßnahme zur Vermeidung der Infektion und Verminderung der Virusträgerzahl. Hepatitis B wird hauptsächlich über Sexualverkehr oder von der infizierten Mutter auf ihr Neugeborenes übertragen. Weitere Ansteckungsquellen sind kontaminierte Nadeln oder Hygienemängel im medizinischen Bereich. In Deutschland gibt es nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts etwa 400.000 bis 500.000 chronische Hepatitis-B-Träger. Kindern und Menschen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko wird eine Impfung empfohlen.

Hepatitis C: Heilung möglich

Die akute Hepatitis-C-Infektion führt nur selten zu Symptomen und kann bei etwa 20 Prozent der Betroffenen in den ersten sechs Monaten von selbst ausheilen. In 80 Prozent der Fälle verläuft die Infektion jedoch chronisch und bleibt dann dauerhaft im Körper. Hepatitis C kann zu Spätfolgen wie Zirrhose und Leberkrebs führen. Zwar ist eine Heilung in vielen Fällen möglich, doch die bisher verfügbaren Therapien haben zum Teil noch Nebenwirkungen und führen nicht bei jedem Patienten zum Erfolg.

Hepatitis C wird meist über infiziertes Blut übertragen, wenn dieses in Blutbahn oder Schleimhäute eines Gesunden eindringt. Häufigste Ansteckungsquelle sind mit Blut verschmutzte Nadeln. Die Übertragung durch Sexualverkehr ist selten, aber möglich; das Risiko steigt während der Menstruation. Eine Impfung steht derzeit nicht zur Verfügung.

Betroffene wissen oft nichts von ihrer Hepatitis-Infektion

Weltweit leidet einer von zwölf Menschen an chronischer Hepatitis B oder C. Die wenigsten wissen davon. Neben Hepatitis B und C gibt es noch Hepatitis A, D und E. Gegen Hepatitis A, das hauptsächlich über Nahrungsmittel und Wasser übertragen wird, kann man sich impfen lassen. Gewöhnlich heilt die Erkrankung von alleine aus. Hepatitis D tritt nur in einer Koinfektion mit Hepatitis B auf und kann deren Verlauf dann deutlich verschlechtern. Hepatitis E ist in Deutschland selten und heilt meist ohne Folgen von selbst aus. Für Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel kann sie jedoch lebensgefährlich werden. Hepatitis E ist vor allem im Mittleren Osten, Südost- und Zentralasien sowie Afrika und Südamerika verbreitet und fordert bis zu 70.000 Todesopfer jährlich.

Foto:  © alejandro dans - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin

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