. Chronische Wunden

Hautzellen-Spray beschleunigt Abheilung offener Beine

Viele ältere Menschen leiden unter sogenannten "offenen Beinen". Die Heilungsrate ist niedrig. Ein neues Hautzellen-Spray könnte die Abheilung der Wunden beschleunigen.
"Offene Beine" haben eine schlechte Heilungstendenz

"Offene Beine" haben eine schlechte Heilungstendenz

Ein Ulcus cruris, umgangssprachlich als "offenes Bein" bezeichnet, hat grundsätzlich eine schlechte Heilungstendenz. Auch nach drei Monaten leiden die meisten Patienten trotz optimaler Kompressionsbehandlung noch unter den Wunden. Nun hat eine amerikanische Firma ein Spray entwickelt, das die Hautzellen anregen soll, sich schneller nachzubilden und dadurch die Wunde zu schliessen. Die Ergebnisse der ersten Studie sind ermutigend.

Wundheilung für "offene Beine"

Schon länger ist bekannt, dass eine Operation, bei der allogene Keratinoyten (Zellen, die das hautschützende Keratin bilden) transplantiert werden, die Wundheilung bei "offenen Beinen" beschleunigen kann. Zwar gehen die transplantierten Zellen zugrunde, aber die freigesetzten Zytokine können die körpereigene Wundheilung stimulieren. Nun wurde ein Spray entwickelt, das diesen Wirkmechanismus auch ohne Operation für sich nutzt. Das Hautzellen-Spray besteht aus zwei Komponenten. Zunächst wird Fibrinogen, welches dafür sorgt, dass das Blut gerinnt, auf die Wunde gesprüht. Danach folgt eine Suspension aus Keratinozyten und Fibroplasten, Hauptbestandteilen des Bindegewebes.

 

Ulcus cruris: 70 Prozent Verbesserung in 12 Wochen

Eine PhaseII-Studie, die in der Zeitschrift "Lancet" veröffentlicht wurde, zeigte eine deutliche Wirksamkeit nach 12 Wochen. An der Studie nahmen 228 Patienten mit Ulcus cruris teil, die in fünf Gruppen aufteilt wurden. Eine Gruppe erhielt ein Placebo, während die Patienten der anderen Gruppen jeweils unterschiedliche Dosierungen der Wirkstoffe erhielten. Nach 12 Wochen zeigte sich, dass das Spray mit der höchsten Dosierung die Wunden um 70 Prozent verkleinern konnte im Vergleich zu 46 Prozent in der Placebogruppe. Das Spray kann also als wirksam bezeichnet werden. Dennoch bedeutet es keine Garantie für eine Heilung, da auch in der Gruppe mit der höchsten Wirkstoff-Dosis einige Patienten nicht auf die Therapie ansprachen.

Was ist ein "offenes Bein" und wie kann man es vermeiden?

Ein "offenes Bein" ist die schwerste Form der Störung im venösen Blutkreislauf. Meist verursacht durch eine ständige Venenschwäche und ausgelöst durch eine kleine Verletzung kommt es zu tiefen chronischen Wunden an Füssen und Unterschenkeln, die oftmals von Bakterien besiedelt werden. Die übliche Therapie umfasst eine regelmässige Reinigung der Wunden und eine Kompressionstherapie mittels Kompressionsstrümpfen oder -verbänden. Zudem ist es wichtig, die Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes mellitus oder erhöhten Blutdruck zu behandeln.

Foto: britta60/fotolia.com

Autor:
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Haut , Dermatologie , Ulcus cruris
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hauterkrankungen

| Die Seborrhoische Dermatitis zeichnet sich durch einen schuppigen und häufig juckenden Ausschlag im Gesicht und auf der Kopfhaut aus. Dermatologen haben nun herausgefunden, dass der Transkriptionsfaktor JunB eine Schlüsselrolle bei der Entstehung dieser Erkrankung spielt. Sie hoffen, dass sich daraus neue Therapieansätze entwickeln lassen.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Jede sechste Kündigung wird aufgrund von Alkoholmissbrauch ausgesprochen. Dies geschieht selten sofort, sondern meist erst nach Monaten oder sogar Jahren mit häufigen Fehlzeiten oder Verhaltensauffälligkeiten. Kollegen und Vorgesetzte sollten daher frühzeitig das Gespräch mit den Betroffenen suchen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Die akute Aortendissektion ist immer ein Notfall. Einer Studie zufolge könnte vielen Menschen das Leben gerettet werden, wenn sie rechtzeitig und adäquat behandelt werden würden. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Dr. Stephan Kurz vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) über die Versorgungssituation und das erfolgreiche Projekt „Aortentelefon“ gesprochen.