. Früherkennung

Hautkrebsvorsorge selten genutzt

Obwohl die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken, vielen Menschen bewusst ist, gehen nur wenige von ihnen regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge. Darauf macht die Deutsche Dermatologische Gesellschaft aufmerksam. Experten fordern, das Hautkrebsscreening bekannter zu machen.

Früherkennung ist bei Hautkrebs besonders wichtig

Rund 140.000 Menschen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Hautkrebs. Die Krankheit ist tückisch, da sie zunächst keine Beschwerden verursacht und daher oft erst spät erkannt wird. Frühzeitig entdeckt, sind die Heilungschancen sehr hoch. Der wichtigste Risikofaktor für Hautkrebs ist Sonneneinstrahlung, insbesondere bei hellen Hauttypen. In den vergangenen Jahren hat die Neuerkrankungsrate immer weiter zugenommen.

Vielen Menschen ist diese Gefahr auch durchaus bewusst. So gaben in einer Forsa-Umfrage über 50 Prozent der Befragten an, über ihr persönliches Erkrankungsrisiko besorgt zu sein, und 90 Prozent erklärten, Vorsorgeuntersuchungen für wichtig zu halten. Dennoch nutzen nur die wenigsten bisher die Möglichkeiten der Früherkennung. So ergab die Umfrage, die im April 2013 im Auftrag der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft durchgeführt wurde, auch, dass bisher nur ein Drittel der über 35-Jährigen eine Untersuchung zur Hautkrebsvorsorge in Anspruch genommen hat.

Hautkrebsvorsorge kostenlos ab 35 Jahre

Dabei gehört das Hautkrebsscreening ab diesem Lebensalter zu den kostenlosen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Seit Juli 2008 können sich Versicherte ab 35 alle zwei Jahre untersuchen lassen. Und einige Krankenkassen bieten ihren Versicherten sogar mehr als die gesetzlich vorgeschriebene Leistung. So gibt es viele Betriebskrankenkassen und auch einige andere gesetzliche Kassen, die den Check auch für jüngere Mitglieder oder in jährlichen Abständen kostenlos anbieten. Das ist allerdings den wenigsten Menschen bekannt, wie die Forsa-Umfrage ergab.

Zusatzleistungen möglich

Bei der Hautkrebsvorsorge untersucht der Hautarzt die gesamte Hautoberfläche, einschließlich der Übergänge zu den Schleimhäuten. Häufig verwenden die Dermatologen bei der Untersuchung ein sogenanntes Auflichtmikroskop. Damit können unter zehnfacher Vergrößerung auch tiefer gelegene Hautschichten inspiziert werden. Allerdings bezahlen die Krankenkassen die Verwendung dieses Geräts nicht. Im Rahmen der gesetzlichen Leistung darf der Arzt die Haut nur mit einer hellen Lampe untersuchen.

Für die Untersuchung mittels Auflichtmikroskop verlangen viele Hautärzte daher eine Zuzahlung. Wie wichtig die Verwendung des Mikroskops ist, wird von Experten unterschiedlich bewertet. Einige sind der Ansicht, dass eine helle Lampe und ein geschultes Auge für die Untersuchung absolut ausreichen. Vor der Untersuchung muss der Arzt den Patienten darüber aufklären, ob er ihm den Aufpreis für die Mikroskop-Untersuchung privat in Rechnung stellt. Einige Krankenkassen bieten das Hautkrebsscreening mittels Mikroskop für ihre Versicherten auch kostenlos an.

© Alexander Raths - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hautkrebs

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Probiotika werden eine Reihe positiver Wirkungen auf unsere Gesundheit nachgesagt. Nun fanden Forscher heraus: Die „guten“ Keime können in falscher Zusammensetzung oder zu hoher Menge durchaus schwerwiegende Nebenwirkungen haben.
Ein Forscher-Team hat in Deutschland Zecken der in den Tropen beheimateten Gattung Hyalomma gefunden. Eine der Zecken trug den Zecken-Fleckfieber-Erreger in sich. Die Experten befürchten, dass sich die gefährliche Art auch hierzulande ausbreiten könnte.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.