. Maligne Melanome

Hautkrebsrisiko durch Solarien höher als gedacht

Das Hautkrebsrisiko wird durch die Nutzung von Solarien deutlich stärker erhöht als bisher angenommen. Auf fast 200 Prozent steigt das Risiko, wenn in jungen Jahren regelmässig Solarien besucht werden.
Hautkrebsrisiko durch Solarien höher als gedacht

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Die häufige Solariennutzung durch junge Menschen ist laut einer Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) verantwortlich dafür, dass gerade in dieser Altersgruppe der sogenannte schwarze Hautkrebs (malignes Melanom) immer häufiger diagnostiziert wird. Das Risiko, durch regelmässige Solariengänge an einem malignen Melanom zu erkranken, sei bedeutend höher als bisher angenommen, so die Mitteilung. Die ADP beruft sich dabei auf eine Metastudie französischer und italienischer Wissenschaftler, die Ende April anlässlich des internationalen EUROSKIN-Workshops in Berlin veröffentlicht wurde. Sie hatte die Ergebnisse der neun weltweit grössten Studien zum Zusammenhang zwischen Hautkrebs und Solariennutzung zusammengefasst. Eine der Studien hatte sogar ergeben, dass schon ein Solariengang im Monat ausreicht, um das Hautkrebsrisiko nach zwei bis drei Jahrzehnten um das 2,4-Fache zu erhöhen.

Hautkrebs-Risiko Solarium

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe Gerd Nettekoven erklärte auf einer Pressekonferenz, aufgrund dieser Ergebnisse wolle man die Bevölkerung noch stärker als bisher über die Risiken der Solariennutzung aufklären. Allerdings sieht er auch die Behörden in der Pflicht. Die Solarien müssten "dringend regelmässig kontrolliert werden, damit die seit Januar geltende UV-Schutz-Verordnung auch tatsächlich umgesetzt wird." Durch die neue Verordnung werden an Solarien strenge Qualitätsanforderungen gestellt. So muss beispielsweise das Personal über eine ausreichende fachliche Qualifikation verfügen und die Bestrahlungsstärke darf nicht über 0,3 Watt pro Quadratmeter liegen.

Starke Gefährdung für schwarzen Hautkrebs

Die Deutschen sind nach Aussage der ADP Europameister im künstlichen Bräunen. Besonders junge Menschen besuchen regelmässig ein Solarium. Eine aktuelle Studie des Mannheim Institute of Public Health (MIPH) der Universität Heidelberg ergab, dass etwa 3,5 Millionen Deutsche unter 36 Jahren regelmässig Solarien nutzen. Die von der Deutschen Krebshilfe geförderte Studie zeigte ausserdem, dass besonders Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren zu den Viel-Nutzern gehören und daher stark gefährdet sind, am schwarzen Hautkrebs zu erkranken. Des Weiteren stellte sich durch die Studie heraus, dass rund 167.000 Solarienbesucher minderjährig waren - und das trotz gesetzlicher geregelter Beschränkungen, die es Betreibern eigentlich untersagen, Minderjährigen Zugang zu Solarien zu gewähren.

Von Fachleuten der Deutschen Krebshilfe und der ADP wird kritisiert, dass viele Sonnenstudios verstärkt mit dem angeblichen therapeutischen Nutzen der künstlichen Bestrahlung werben. So werden Solarienbesuche als wirksame Vorbeugung gegen Vitamin-D-Mangel empfohlen. Die UV-Strahlung in Solarien sei jedoch so intensiv wie am Äquator zur Mittagszeit, so die Experten. Um Vitamin-D-Mangel vorzubeugen, seien Aufenthalte im Freien besser geeignet und weit risikoärmer. Bereits 15 bis 20 Minuten täglich reichten für die Produktion des Vitamins aus. Der in den Sommermonaten im Körper angesammelte Vitamin-D-Vorrat sei dann auch für die Wintermonate ausreichend.

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkrankten im Jahr 2010 über 140.000 Menschen in Deutschland an Hautkrebs, rund 20.000 davon am malignen Melanom. An den Folgen des schwarzen Hautkrebses sterben jedes Jahr deutschlandweit etwa 3.000 Menschen.

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