. Hauterkrankungen

Hauterkrankungen: oft auch eine Gefahr für die Augen

Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Allergie oder Gürtelrose können auch auf die Augen übergreifen. Daher sollten Patienten regelmässig ihre Augen kontrollieren lassen.
Bei Hauterkrankungen auch auf Augen achten

Bei Hauterkrankungen auch auf die Augen achten

Patienten, die unter bestimmten Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Allergie und Gürtelrose leiden, sollten besonders auch auf ihre Augen achten und einmal jährlich zum Augenarzt gehen. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hin. So sind Allergiepatienten besonders anfällig für das Trockene Auge, und in schweren Fällen von Neurodermitis steigt die Gefahr für Bindehauttumoren. Eine Gürtelrose wiederum kann eine Entzündung im Augeninneren hervorrufen, was schwere Folgen haben kann.

Dass Erkrankungen der Haut und der Augenoberfläche häufig zusammen auftreten, liegt in der embryonalen Entwicklung begründet. Denn Haut und Auge entstammen demselben Gewebe. So entwickeln Patienten, die an einer schweren Neurodermitis leiden, häufig Erkrankungen der Augenoberfläche. Dabei steigt auch das Risiko für bösartige Wucherungen an der Bindehaut. "Diese Tumorvorstufen, sogenannte Präkanzerosen oder auch konjunktivale Plattenepithelkarzinome, müssen möglichst früh operativ entfernt werden - unter Umständen begleitet von Chemotherapie in Form von Augentropfen oder Bestrahlung", erklärt Dr. med. Henrike Westekemper, Oberärztin der Universitäts-Augenklinik in Essen.

Trockene Augen bei Pollenallergikern

Auch Pollenallergiker haben oft Probleme mit den Augen. Neben den allergisch-entzündlichen Reaktionen sind sie besonders anfällig für die Ausbildung eines sogenannten Trockenen Auges. Symptome für ein Trockenes Auge sind Fremdkörpergefühl, Kratzen und Trockenheit. Aber auch das umgekehrte Phänomen, nämlich stark tränende Augen, kann die Erkrankung anzeigen. "Der Augenarzt kann mit der Spaltlampe feine Veränderungen an der Oberfläche erkennen und beurteilen, ob sich ein Trockenes Auge entwickelt", erläutert Professor Dr. med. Klaus-Peter Steuhl, Präsident der DOG und Ärztlicher Direktor der Universitäts-Augenklinik Essen. Tränenersatzmittel, die das Auge befeuchten, können Abhilfe verschaffen. Kortison sollte hingegen nur dann angewendet werden, wenn es unbedingt notwendig ist.

Auch gefährlich für die Augen

Eine weitere Gefahr für die Augen kann eine Gürtelrose, die im Gesichtsbereich auftritt, darstellen. Sie kann auf die Augen übergreifen und das Augeninnere befallen. Handlungsbedarf besteht, wenn der Ausschlag die Nasenspitze befällt. "Der Befall ist streng sektorförmig und scharf begrenzt, sieht typischerweise wie ausgestanzt aus", erklärt Henrike Westekemper. "In diesem Fall muss der Patient unverzüglich den Augenarzt konsultieren, weil dann auch das Augeninnere gefährdet ist und bleibende Schäden bis hin zur Erblindung drohen." Die Virus-Erkrankung wird mit antiviralen Medikamenten und Kortison behandelt.

Foto: Robert Neumann/fotolia.com

Autor:
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Dermatologie , Haut , Auge

Weitere Nachrichten zum Thema Auge

| Wenn die Augenoberfläche nicht mehr ausreichend durch den Tränenfilm geschützt wird, spricht man vom trockenen Auge. Die Folge sind oft tränende Augen. Prof. Peter Wiedemann gibt Tipps für ein entspanntes Sehen.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Kinderärzte fordern eine bessere Versorgung von chronisch kranken Kindern. Schon die jüngsten leiden an Diabetes, Rheuma und anderen Erkrankungen, die ihr Leben massiv beeinträchtigen. Hinzukommen immer öfter psychische Auffälligkeiten.
Eine Umfrage der Siemens-Betriebskrankenkasse zeigt: Mutter-/Vater-Kind-Kuren helfen den Familien langfristig, ihr Wohlbefinden zu stärken. Noch Monate nach der Kur schätzen 72 Prozent der Befragten ihre Gesundheit als „gut“ oder „sehr gut“ ein.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Kinder, Job – und Reha? Mit der „Berufsbegleitenden Rehabilitation“ passt alles unter einen Hut, meint Christoph Gensch von der Deutschen Rentenversicherung Bund. Im Interview verrät der Reha-Experte, was es mit dem neuen Modellprojekt auf sich hat.