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Hanta-Virus: Infektionen nehmen zu

Samstag, 15. April 2017 – Autor: Anne Volkmann
In Deutschland ist das Hanta-Virus auf dem Vormarsch. Seit Beginn des Jahres wurden ungewöhnlich viele Infektionen mit dem Virus an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Besonders betroffen sind einzelne Regionen wie beispielsweise Baden-Württemberg.

Die Rötelmaus ist der Hauptüberträger des Hanta-Virus – Foto: sebgsh - Fotolia

Das Hanta-Virus ist nach einem Fluss in Südkorea benannt, an dem sich während des Koreakrieges in den Fünfzigerjahren Tausende Soldaten mit dem Virus infizierten. Dass auch heutzutage und in Deutschland jedes Jahr Fälle von Hanta-Infektionen auftreten, wissen viele Menschen gar nicht. Allerdings betrifft dies normalerweise nur einige hundert Personen pro Jahr. Doch in diesem Jahr könnten es sehr viel mehr werden, denn zurzeit verbreitet sich das Hanta-Virus in einigen Regionen Deutschlands besonders stark, unter anderem in Baden-Württemberg. Dort wurden dem Landesgesundheitsamt seit Jahresbeginn bereits 108 Fälle gemeldet – im gesamten Jahr 2016 hatte es dort nur 84 Erkrankungen gegeben.

Das Hanta-Virus wird durch die Rötelmaus übertragen

Dass die Zahlen der Hanta-Infektionen von Jahr zu Jahr schwanken, sei jedoch nicht ungewöhnlich, heißt es vom Robert-Koch-Institut (RKI). Während im Jahr 2016 in ganz Deutschland nur 282 Menschen an Hanta erkrankten, waren es im Jahr 2012 fast 3.000. Die unterschiedlichen Zahlen haben etwas mit dem Übertragungsweg des Virus zu tun, denn in Deutschland sind vor allem Mäuse, und hier allen voran die Rötelmaus, die Hauptwirte des Virus. Durch aufgewirbelten Staub, der Mäusekot enthält, kann sich auch der Mensch infizieren – ebenso wie durch einen Biss von Mäusen, was allerdings weitaus seltener vorkommt. Die Population der Rötelmäuse ist jedoch von Jahr zu Jahr starken Schwankungen ausgesetzt, was wiederum davon abhängt, wie viele Bucheckern, das Hauptnahrungsmittel der Mäuse, gerade zur Verfügung stehen.

Eine Infektion mit dem Hanta-Virus führt beim Menschen zu grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber sowie starken Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Auch zum Blutdruckabfall und zu Nierenfunktionsstörungen kann es kommen. Typisch für den Verlauf der Erkrankung ist zudem das Auftreten von Blut im Urin, da die Viren die Blutgefäße in den Nieren schädigen. In schweren Fällen kann es sogar zu akutem Nierenversagen kommen.

 

Vorsicht bei Arbeiten in Wäldern und Gärten

Von Mensch zu Mensch kann das Hanta-Virus nicht übertragen werden. Um sich zu schützen, sollten Menschen vor allem in Gebieten, in denen es viel Buchenwald gibt, den Kontakt mit Ausscheidungen von Nagern vermeiden und sich beispielsweise bei Holzarbeiten im Wald und bei Aufenthalten in Gärten, Scheunen oder Ställen vorsehen. Zu den Gebieten, in denen grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für eine Hanta-Infektion besteht, gehören nach Angaben des RKI die Schwäbische Alb, der Raum Osnabrück, Unterfranken, der Odenwald, Oberschwaben, die Fränkische Alb, der Bayerische Wald, Osthessen und West-Thüringen. Für Baden-Württemberg erwarten die Experten in den kommenden Wochen einen deutlichen Anstieg der Hanta-Aktivität.

Foto: © sebgsh - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
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