Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
01.05.2017

Händewaschen beugt Durchfallerkrankungen vor

Durchfallerkrankungen sind nicht nur ein Problem der dritten Welt. Dabei gibt es ein denkbar einfaches Rezept: Händewaschen. Gerade wurde das durch ein Cochrane-Review wissenschaftlich untermauert.
Unter Kindern verbreiten sich Durchfallerreger besonders schnell: Händewaschen beugt vor

Unter Kindern verbreiten sich Durchfallerreger besonders schnell: Händewaschen beugt vor

Durchfallerkrankungen kosten vielen Kleinkindern in Ländern der dritten Welt das Leben. Aber auch hierzulande treten die Erkrankungen immer wieder auf, wie die jüngsten Noroviren-Ausbrüche zeigen. Insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen wie Krankenhäusern, Schulen und Kitas verbreiten sich die Erreger rasant. In der Regel werden die Keime von Mensch zu Mensch weitergegeben, sie stecken aber auch in Lebensmitteln und haften an Türklinken und anderen Gegenständen. Dass sie dort hingelangen, hängt mit unzureichender Hygiene zusammen.

Nach dem Klo und vor dem Essen …

Würden sich alle vor dem Essen, nach dem Toilettengang und dem Wickeln von Kindern die Hände waschen, könnte wahrscheinlich jede dritte Durchfallepisode verhindert werden. Zu diesem Schluss kommt jetzt ein Cochrane-Review, der 22 randomisierte, kontrollierte Studien aus Ländern mit hohem Einkommen, mit niedrigem und mittlerem Einkommen unter die Lupe nahm. Diese Studien untersuchten 69.309 Kinder und 148 Erwachsene. Alle Teilnehmer waren durch verschiedene Maßnahmen wie Plakate, Broschüren oder Comic-Hefte für die Gefahren sensibilisiert worden. Dazu gehören auch Reime wie „Nach dem Klo und vor dem Essen, Händewaschen nicht vergessen.“

 

Aufklärung in Gemeinschaftseinrichtungen wirkt

Dabei zeigten sich keine Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern. Auch in Gemeinschaften in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen verhinderte die Förderung des Händewaschens rund 28 Prozent der Durchfallepisoden. In den reicheren Ländern lag der Prozentsatz nur um zwei Punkte höher.

Eine Studie bezog sich ausschließlich auf Krankenhäuser und zeigte ebenfalls eine starke Verringerung der durchschnittlichen Durchfallepisoden, wenn das Händewaschen aktiv gefördert wurde. Die Autoren des Cochrane-Reviews sehen allerdings weiteren Bedarf an Studien, um das Ergebnis für Krankenhäuser zu untermauern.

In keiner der betrachteten Studien wurde indes die Wirkung der Förderung des Händewaschens auf durchfallbedingte Todesfälle, die Gesamtsterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren oder die Kostenwirksamkeit von Maßnahmen zur Förderung des Händewaschens untersucht.

Insgesamt kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Händewaschen ein effektives Mittel ist, die Zahl der Durchfallerkrankungen zu reduzieren. „Maßnahmen zur Förderung des Händewaschens in Ländern mit hohem Einkommen wie in Ländern mit niedrigem bis mittlerem Einkommen können das Auftreten von Durchfallerkrankungen um rund 30 Prozent senken“, schreibt das Team. „Allerdings wissen wir weniger darüber, wie Menschen geholfen werden kann, ihre Handwaschgewohnheiten langfristig beizubehalten.“

Foto: © Christian Schwier - Fotolia.com

Foto: Christian Schwier - Fotolia

Autor: ham
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten
 

Weitere Nachrichten zum Thema Durchfallerkrankungen

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Saubere Hände sind nicht nur in der Corona-Pandemie wichtig. Zahlreiche Erkrankungen lassen sich mit gründlicher Händehygiene vermeiden: Erkältungen, Magen-Darm-Probleme – und sogar Wurm-Erkrankungen. Mit kreativen Ideen kann man Kinder dazu motivieren, dass Hände waschen für sie in bestimmten Situationen des Alltags zum festen Ritual wird.

Seit August ist bekannt, dass die Impfquote in Deutschland höher ist als dem Robert Koch Institut gemeldet. Nun rechtfertigt das RKI die Untererfassung, die nach neusten Schätzungen fünf Prozentpunkte beträgt. Das Digitale Impfquotenmonitoring sei als Mindestimpfquote zu verstehen.
 
Kliniken
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin