. Hygiene-Studie

Händedesinfektion schützt vor Erkältungen

Händehygiene kann die Ansteckungsgefahr während der Erkältungszeit deutlich reduzieren. Desinfizieren ist aber viel wirksamer als Händewaschen. Das haben Wissenschaftler der Universität Greifswald sogar mit einer Studie belegt.
Händedesinfektion schützt vor Erkältungen

Händedesinfektion geht auch zu Hause

Wer sich gerade in der Erkältungssaison oft die Hände wäscht, tut schon viel, um sein Ansteckungsrisiko zu reduzieren. Denn Erkältungsviren gelangen von den Händen - etwa beim Händeschütteln – über die Schleimhäute von Nase oder Mund in den Körper. Noch besser ist es, gezielt desinfizierende Mittel zu benutzen, die nicht nur vor Erkältungs- sondern auch vor bestimmten Magen-Darm-Viren schützen können. Das jedenfalls legen Daten einer Studie nahe, die Wissenschaftler der Universität Greifswald im Jahr 2010 publiziert haben.

Händedesinfektion minimiert das Erkältungsrisiko um 70 Prozent

Die Wissenschaftler hatten herausgefunden, dass Behördenmitarbeiter, die regelmäßig und gezielt Hände-Desinfektionsmittel benutzten, deutlich seltener unter Durchfall, Husten, Fieber oder Erkältungen litten, als ihre nur mit Seife waschenden Kollegen. So traten bei den zusätzlich desinfizierenden Mitarbeitern Husten und Durchfall um 50 Prozent weniger auf, als bei ihren Kollegen, die sich nur die Hände gewaschen hatten. Das Erkältungsrisiko sank sogar um zwei Drittel.

Dass die Händedesinfektion keine komplizierte Angelegenheit ist, erläutert Hygieneexpertin Britta Ginnow vom Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI): „Wichtigste Voraussetzung ist, dass die Hände trocken sind und dass das Desinfektionsmittel in ausreichender Menge gründlich auf den Händen verteilt wird.“ Ganz entscheidend sei, dass man es mindestens eine halbe Minute auf der Haut einwirken lässt, denn nur so könnten mögliche Keime abgetötet werden.

Händeschütteln auch im Winter erlaubt

„Wer sich regelmäßig die Hände desinfiziert, muss auch im Winter auf den Handschlag nicht verzichten“, so Ginnow. Viele der handelsüblichen Desinfektionsmittel sind dermatologisch getestet und enthalten neben dem Wirkstoff auch rückfettende Substanzen. Die Hygieneexpertin empfiehlt die Händedesinfektion auch für zu Hause, vor allem wenn ein Familienmitglied bereits an Erkältung oder Durchfall erkrankt ist. Ansonsten: Abstand halten und große Menschenmengen meiden. Dann können Viren gar nicht erst auf einen neuen Wirt überspringen.

Foto: © contrastwerkstatt - Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Händedesinfektion , Hygiene , Atemwegserkrankungen

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Hygiene

| Schwerwiegende Infektionen nach Herzoperationen gehen höchstwahrscheinlich auf kontaminierte Wassertanks von Herz-Lungen-Maschinen zurück. Wissenschaftler konnten das Mycobacterium chimaera nun am Produktionsstandort der Geräte nachweisen. Es soll aber noch weitere Übertragungswege geben.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Praxis Dr. Becker, Wittenbergplatz 2, 10789 Berlin
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Kliniken
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.