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Hälfte der hospitalisierten Covid-19-Patienten hat ein Jahr später noch Symptome

Dienstag, 5. Oktober 2021 – Autor:
Eine Studie aus Wuhan, dem Ausbruchsort der Covid-19-Pandemie, zeigt, dass die Hälfte der ins Krankenhaus eingelieferten Patienten noch ein Jahr danach Symtome hat (Long Covid).
Müdigkeit ist ein Symptm, das bei hospitalisierten Covid-19-Patienten oft persistiert

– Foto: Adone Stock/freedomz

Eine Studie ais Wuhan, dem Ausbruchsort der Covid-19-Pandemie, zeigt, dass die Hälfte der ins Krankenhaus eingelieferten Patienten noch ein Jahr danach Symtome hat - und damit an Long Covid leidet. Sie erschien im Fachmagazin Lancet.

Beobachtet wurden 1.276 Covid-19-Patienten, die zwischen Januar und Mai 2020 aus einem Krankenhaus in Wuhan entlassen wurden. Sie wurden nach 6 und 12 Monaten untersucht. Dazu gehörten persönliche Fragebögen, körperliche Untersuchungen, Labortests und ein sechsminütiger Gehtest, um ihre Ausdauer zu messen. Das durchschnittliche Alter der Patienten betrug 57 Jahre.

Hospitalisierte Covid-19-Patienten ein Jahr später Symptome

Nach sechs Monaten hatten etwa drei Viertel der Patienten anhaltende Gesundheitsprobleme (68 Prozent). Viele Symptome verschwanden unabhängig vom Schweregrad der Erkrankung, dennoch  hatte die Hälfte der hospitalisierten Covid-19-Patienten (48 Prozent) noch nach 12 Monaten ein oder mehrere Symptome, am häufigsten Müdigkeit oder Muskelschwäche.

Jeder dritte Patient litt immer noch unter Kurzatmigkeit, das betraf besonders diejenigen (39 Prozent), die im Krankenhaus beatmet werden mussten (ohne Beatmung: 25 Prozent).

 

Lungenfunktionsstörung und Lungenanomalien

Bei einigen Patienten bestand weiterhin eine Lungenfunktionsstörung, insbesondere bei denjenigen, die einen schweren Verlauf erlebt hatten. Nach 12 Monaten hatten 35,7 Prozent der Patienten, die sich einem zusätzlichen Lungengesundheitstest unterzogen, Diffusionsstörungen, also einen reduzierten Sauerstofffluss von der Lunge in die Blutbahn.

Bei der sechsmonatigen Kontrolle wurde ein Brust-CT-Scan angeboten. Etwa die Hälfte der Patienten, die daran teilnahmen, zeigte Lungenanomalien. Nach 12 Monaten nahm der Anteil der Patienten mit Auffälligkeiten deutlich ab, war aber immer noch hoch, insbesondere in der am schwersten erkrankten Gruppe.

Therapie mit Kortikosteroiden verschlechtert Langzeitverlauf

Im Vergleich zu Männern berichteten Frauen 1,4-mal häufiger von Müdigkeit oder Muskelschwäche, doppelt so häufig von Angstzuständen oder Depressionen und litten fast dreimal häufiger an Lungendiffusionsstörungen nach 12 Monaten.

Personen, die während der akuten Phase ihrer Covid-19-Erkrankung mit Kortikosteroiden behandelt wurden, hatten nach 12 Monaten ein 1,5-mal höheres Risiko für Müdigkeit oder Muskelschwäche im Vergleich zu Personen, die während ihrer Erkrankung nicht mit Kortikosteroiden behandelt wurden

Nach 12 Monaten mehr Angst und Depressionen

Insgesamt litten etwas mehr Patienten nach einem Jahr unter Angstzuständen oder Depressionen als nach sechs Monaten (26 Prozent zu 23 Prozent), der Anteil war bei Covid-19-Überlebenden höher als bei nicht an Covid erkrankten Vergleichspersonen. Covid-19 hat also physische und psychische Folgen.

Die Daten könnten helfen, die Auswirkungen von Long Covid auf die Lebensqualität der Betroffenen besser zu verstehen, sagt Studienautor Lixue Huang von der Capital Medical University und dem China-Japan Friendship Hospital.

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