Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
09.03.2019

Gürtelrose-Impfung wird Kassenleistung

Der G-BA hat entschieden: Die Impfung gegen Gürtelrose wird für besonders gefährdete Personengruppen Kassenleistung. Das gilt für alle Menschen ab einem Alter von 60 Jahren sowie solche mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung ab einem Alter von 50 Jahren.
Gürtelrose, Impfung

Die Impfung gegen Gürtelrose wird für bestimmte Bevölkerungsgruppen Kassenleistung

Gürtelrose, auch bekannt als Herpes Zoster, ist eine teilweise schmerzhafte Viruserkrankung. Ausgelöst wird die Erkrankung durch den Erreger der Windpocken, den Varicella-Zoster-Virus, der zur Gruppe der Herpesviren gehört. Bemerkbar macht sich die Erkrankung durch einen streifenförmigen Hautausschlag mit Bläschen. Gürtelrose tritt nur bei Menschen auf, die bereits einmal Windpocken hatten. Die Erreger verbleiben ein Leben lang im Körper und können, beispielsweise bei geschwächten Abwehrkräften, reaktiviert werden. Dann bewegen sie sich entlang der Nervenbahnen bis zur Haut und verursachen dort den Ausschlag. Das größte Problem ist die mögliche Entwicklung einer lang anhaltenden Nervenschädigung, die wiederum in eine Post-Zoster-Neuralgie (PZN) übergehen kann.

Standardimpfung ab 60 Jahren

Schon länger empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) Personen ab 60 Jahren die Gürtelrose-Schutzimpfung. Personen mit einer Grundkrankheit oder Immunschwäche empfiehlt die Kommission die Impfung bereits ab einem Alter von 50 Jahren. Allerdings konnte die Impfung erst zur Pflichtleistung der Gesetzlichen Krankenkassen werden, nachdem der Gemeinsame Bundesausschuss über die Aufnahme in die Schutzimpfungsrichtlinie entschieden hat. Das ist nun geschehen.

Die Impfung wird für den dafür zugelassenen Personenkreis mit einem seit Mai letzten Jahres in Deutschland zur Verfügung stehenden adjuvantierten subunit-Totimpfstoff durchgeführt. Die Impfempfehlung der STIKO für alle Personen ab 60 Jahren berücksichtigt, dass mit dem Alter das Risiko für schwere Krankheitsverläufe für das Auftreten einer postherpetischen Neuralgie zunimmt.

 

Bei bestimmten Vorerkrankungen wird Gürtelrose-Impfung schon ab 50 Jahren empfohlen

Personen, die aufgrund einer Erkrankung eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung haben, sollten sich der Empfehlung entsprechend bereits ab einem Alter von 50 Jahren impfen lassen. Zu diesen Grunderkrankungen gehören beispielsweise:

  • angeborene bzw. erworbene Immundefizienz bzw. Immunsuppression
  • HIV-Infektion
  • rheumatoide Arthritis
  • systemischer Lupus erythematodes
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder Asthma bronchiale
  • chronische Niereninsuffizienz
  • Diabetes mellitus

Untersuchungen des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge erkranken in Deutschland jährlich deutlich mehr als 300.000 Personen an Gürtelrose. Etwa fünf Prozent von ihnen entwickeln eine Post-Zoster-Neuralgie.

Foto: © DOC RABE Media - Fotolia.com

Autor: anvo
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Gürtelrose

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Sommerhitze kann Spaß und Freibad bedeuten –aber auch in der Notaufnahme enden. Der Körper trocknet aus, mit der Folge, dass der Kreislauf verrücktspielt, Menschen verwirrt sind oder die Reaktionsfähigkeit im Straßenverkehr sinkt. Das Wichtigste ist: viel trinken, aber nicht zu Kaltes. Denn das verstärkt das Schwitzen – und damit das Problem.


Covid-Patienten scheinen schneller zu genesen, wenn sie ACE-Hemmer vorübergehend absetzen. Entsprechende Hinweise liefert eine klinische Studie. Vor allem ältere Patienten mit Herz-Kreislauf-Problemen profitieren demnach von einer Pause.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin