. Spielen DDR-Altlasten eine Rolle?

Grundschule Forst: Drei Schüler an Krebs erkrankt

Drei Grundschüler sind in der Stadt Forst in der Lausitz an Krebs erkrankt. Nun überprüfen Behörden, ob eine ehemalige Textilreinigungsfabrik in der Nähe ursächlich für die schlimmen Krankheiten sein könnte.
Krebserkrankungen von Grundschülern in der Lausitz gehen jetzt Behörden nach.

Krebs: Diese schreckliche Diagnose haben drei Grundschüler in Forst erhalten.

Viele Eltern in der kleinen Stadt im Grenzgebiet zu Polen sind beunruhigt. Das merkt auch der örtliche Kinderarzt, der in jüngster Zeit von Müttern und Vätern immer wieder darum gebeten wird, auch ohne vorhandene Beschwerden Bluttests bei Kindern vorzunehmen. Grund für die Sorge sind Meldungen, dass gleich drei Viertklässler einer Grundschule an Krebs erkrankt sind. 

Gerüchte, dass auch Erzieher oder Lehrer betroffen sind, wurden bisher nicht bestätigt oder kommentiert. Nach Angaben des stellvertretenden Bürgermeisters soll es sich bei den Krebserkrankungen um unterschiedliche Formen handeln.

Drei Grundschüler an Krebs erkrankt - Proben werden untersucht

Vor gut einem Monat wurde die Stadt von der Schule über die Häufung von Krebserkrankungen informiert. Daraufhin beauftragte sie Experten, Messungen auf dem Schulgelände vorzunehmen. Untersucht wird nun in einem Speziallabor, ob leichtflüchtige Chlorkohlenwasserstoffe (LCKW) oder Formaldehyde nachweisbar sind und ob die Konzentrationen eventuelle Grenzwerte überschreiten.

Grund zur Sorge, dass diese Schadstoffe in der sanierten Grundschule zu finden sein könnten, besteht. Denn das Schulgebäude befindet sich im Einzugsgebiet einer ehemaligen Textilreinigungsfabrik, die zu DDR-Zeiten auch mit LCKW arbeitete.  

Schadstoffe verunreinigen Grundwasser

Von dem Fabrikgelände aus gelangten Schadstoffe in den Boden, die das Grundwasser verunreinigen. 2002 etwa verbot das Landratsamt in Teilen der Stadt Forst die Grundwassernutzung. Damals wurden massive Einträge von LCKW und deren Abbauprodukten im Grundwasser nachgewiesen, die eine Konzentration von bis zu 100.000 µg/l erreichten. Tolerierbar, schrieb das Landratsamt vor über zehn Jahren, sei aber nur eine Schadstoffmenge von 10 µg/l. 

Die ersten Ergebnisse der jetzt vorgenommenen Messungen sollen Anfang der kommenden Woche bekannt gegeben werden. Bislang geht die Stadt noch davon aus, dass die Häufung der Krebserkrankungen unter den Grundschülern rein zufällig ist.

© PhotographyByMK – fotolia.de

Autor: Julia Frisch
Hauptkategorie: Medizin

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