Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Grünflächen in der Stadt verbessern die Gehirnfunktion

Grünflächen in der Stadt verbessern die Gehirnfunktion. Das zeigt eine aktuelle Studie. Großstadtbewohner konnten nach einem Gang durchs Grüne negative Emotionen besser regulieren.
park, stadtpark, bäume, wiese, im grünen, spaziergang

Grünflächen fördern das Wohlbefinden von Stadtbewohnern

Bäume, Rasenflächen, Blumenbeete und Parks in der Stadt haben positive Effekte für das Wohlbefinden von Stadtbewohnern. Sie verbessern die Gehirnfunktion. Das ergab eine aktuelle Studie des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim.

Frühere Untersuchungen haben gezeigt, dass in der Stadt aufgewachsene und lebende Menschen anders auf Stress reagieren als Landbewohner und ein deutlich höheres Risiko haben, an Depression, Schizophrenie oder Angststörungen zu erkranken.

Wegstrecken im Alltag mit Stimmung verknüpft

Für die interdisziplinäre Untersuchung unter Leitung von Prof. Andreas Meyer-Lindenberg und Prof. Heike Tost wurden zunächst 33 gesunde Stadtbewohner gebeten, mit Hilfe speziell ausgestatteter Smartphones binnen einer Woche rund neun Mal pro Tag ihre Stimmung zu bewerten. Die Teilnehmer gingen in dieser Zeit wie gewohnt ihrem Alltag nach.

Mit geoinformatischen Methoden wurden die von den Teilnehmern zurückgelegten Wege nachvollzogen und Merkmale der Wegstrecken, vor allem einsehbare Grünflächen, ermittelt. Diese Informationen wurden mit der aufgezeichneten Stimmungssituation verknüpft.

 

Hirnfunktionen mit fMRT dargestellt

Ergebnis: Die Teilnehmer zeigten in Situationen, in denen sie von einem höheren Anteil an Grünflächen in der Stadt umgeben waren, ein höheres Wohlbefinden. In einem zweiten Schritt wurden 52 weitere junge Erwachsene gebeten, auf dieselbe Weise ihre Stimmung im Alltag zu bewerten. Zusätzlich wurden sie einer funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT) unterzogen. Diese Methode erlaubt es, bestimmte Hirnfunktionen darzustellen.

Die Ergebnisse des ersten Durchgangs wurden durch die zweite Gruppe bestätigt. Weiter zeigte sich: Von dem Effekt profitieren besonders solche Menschen, die die meiste Zeit ihres Alltags in urbanen Stadtvierteln mit wenig Grünanlagen verbringen und deren Gehirnkapazität für die Regulation negativer Emotionen vermindert ist.

Grünflächen in der Stadt verbessern die Gehirnfunktion

Erkennbar war bei ihnen eine verminderte Aktivität im dorsolateralen präfrontalen Cortex. Der dorsolaterale präfrontale Cortex ist eine Hirnregion, die eine zentrale Kontrollfunktion bei der Verarbeitung negativer Emotionen und stressiger Umwelterfahrungen ausübt.

Grünflächen in der Stadt verbessern also die Gehirnfunktion. „Das ist gerade mit Blick auf Planung gesundheitsförderlicher Städte sehr interessant“, so Markus Reichert vom Mental mHealth Lab des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), einer der Erstautoren. Gut über eine Stadt verteilte Grünflächen könnten ein erhebliches Präventionspotenzial mit Blick auf psychische Erkrankungen entfalten, schlägt er vor. Die entsprechende Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Neuroscience veröffentlicht.

Foto: lotharnahler/fotolia.com

Foto: ©lotharnahler - stock.adobe.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Seelische Gesundheit
 

Weitere Nachrichten zum Thema Stress

26.07.2019

Bis zum Jahr 2050 wird es in Berlin so heiß werden, wie es derzeit im Australischen Canberra ist. Das sagen Schweizer Forscher voraus. Auch andere europäische Städte werden immer heißer. Das kann unter anderem für die Wasserversorgung schwerwiegende Folgen haben.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
 
Weitere Nachrichten
Einfach nicht zur Ruhe kommen: Die Ursache dafür liegt oft im Stress und Leistungsdruck des Alltags und der Reizüberflutung durch den digitalen Gerätezauber. Was helfen kann: Handy abschalten, Fernseher gar nicht erst anschalten, in der Natur die Stille suchen, Entspannungsverfahren nutzen oder auf die Heilkraft pflanzlicher Wirkstoffe vertrauen.


Tumor Treating Fields (TTFields) hat die Behandlung des Glioblastoms um einen wichtigen Therapiebaustein erweitert. Die Wirksamkeit der Medikamentenkombination CUSP9v3 (Coordinated Undermining of Survival Paths by 9 Repurposed Drugs, Version 3) wird unterdessen noch erforscht. Forscher gehen auch Hinweisen nach, dass sich beide Therapien möglicherweise gegenseitig verstärken könnten.
 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin