Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Grüner Tee und Kaffee senken Sterberisiko bei Diabetes 2

Dienstag, 27. Oktober 2020 – Autor:
Diabetes-2-Patienten, die täglich grünen Tee und Kaffee trinken, haben ein geringeres Sterberisiko als Patienten, die dies nicht tun. Das zeigte eine japanische Studie.
Kaffee, Kaffeebohnen, Grüner Tee

Kaffee und grünen Tee zu trinken hat gesundheitliche Vorteile für Diabetes-2-Patienten – Foto: ©Pixelot - stock.adobe.com

Diabetes-2-Patienten, die täglich mindestens vier Tassen grünen Tee und mindestens zwei Tassen Kaffee trinken, haben ein geringeres Sterberisiko. Das zeigte eine japanische Studie, die im Fachmagazin BMJ Open Diabetes Research & Care erschien.

Menschen mit Typ-2-Diabetes sind anfälliger für Kreislauferkrankungen, Demenz, Krebs und Knochenbrüche. Trotz einer zunehmenden Anzahl wirksamer Medikamente bleiben Änderungen des Lebensstils wie Bewegung und Ernährung ein Eckpfeiler der Behandlung.

Fast 5.000 Probanden wurden 5 Jahre beobachtet

Zuvor veröffentlichte Forschungsergebnisse legen nahe, dass das regelmäßige Trinken von grünem Tee und Kaffee aufgrund der verschiedenen bioaktiven Verbindungen, die diese Getränke enthalten, gesundheitsfördernd sein kann.

Die Forscher der Kyushu University in Fukuoka beschlossen nun, die möglichen Auswirkungen von grünem Tee und Kaffee auf Menschen mit Diabetes 2 zu untersuchen. Sie verfolgten die Gesundheit von 4.923 Japanern (2.790 Männer, 2.133 Frauen) mit dieser Erkrankung (Durchschnittsalter 66 Jahre) über einen Zeitraum von durchschnittlich etwas mehr als 5 Jahren.

 

Lebensstilmerkmale wurden erfasst

Die Probanden füllten jeweils einen Ernährungs-Fragebogen aus, der Fragen dazu enthielt, wie viel grünen Tee und Kaffee sie jeden Tag tranken. Dokumentiert wurden auch Lebensstilmerkmale wie Bewegung, Rauchen, Alkoholkonsum und Schlaf. Größe, Gewicht und Blutdruck wurden gemessen und Blut- und Urinproben genommen, um mögliche Risikofaktoren zu erfassen.

607 Teilnehmer tranken keinen grünen Tee; 1.143 tranken bis zu einer Tasse pro Tag; 1.384 trank 2-3 Tassen; und 1.784 tranken 4 oder mehr. 994 Teilnehmer tranken keinen Kaffee; 1.306 tranken täglich bis zu 1 Tasse; 963 tranken jeden Tag 1 Tasse; 1.660 tranken 2 oder mehr Tassen.

Grüner Tee und Kaffee senken Sterberisiko bei Diabetes 2

Während des Überwachungszeitraums starben 309 Menschen (218 Männer, 91 Frauen). Die Haupttodesursachen waren Krebs (114) und Herz-Kreislauf-Erkrankungen (76). Im Vergleich zu denen, die weder Tee noch Kaffee tranken, hatten diejenigen, die eines oder beides tranken, eine geringere Wahrscheinlichkeit, aus irgendeinem Grund zu sterben.

Das Sterberisiko der Diabetes-2-Patienten sank mit der Menge der konsumierten Heißgetränke. Das bezog sich sowohl auf nur grünen Tee als auch auf nur Kaffee. Die geringste Sterberate aber ergab sich für eine Kombination von 4 oder mehr Tassen grünem Tee und 2 oder mehr Tassen Kaffee pro Tag. Sie lag um 63 Prozent niedriger.

Zahlreiche bioaktive Verbindungen

Die Forscher schränkten ein, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handele, es sich deswegen keine eindeutige Ursache-Wirkung-Beziehung feststellen lässt.

Grüner Tee enthält verschiedene antioxidative und entzündungshemmende Verbindungen, darunter Phenole und Theanin sowie Koffein. Kaffee enthält auch zahlreiche bioaktive Komponenten, einschließlich Phenole. Es wird angenommen, dass Koffein die Insulinproduktion und -empfindlichkeit verändert.

Foto: Adobe Stock/Pixelot

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Grüner Tee , Kaffee
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes 2

19.05.2019

Nach Einschätzung der Deutschen Diabetes-Gesellschaft wird der Diabetes-Typ 2 häufig zu früh mit dem blutzuckersenkenden Hormon Insulin therapiert – mit negativen Folgen für die Patienten. Dabei gibt es zunächst wenigstens drei Behandlungsalternativen.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Nagelpilz (Onychomykose) ist ein verbreitetes Leiden. Pilzsporen dringen in den Nagel ein und führen zu Verfärbungen und Verdickungen. Dagegen gibt es rezeptfreie Mittel. Wie wirksam sind sie?

Frauen erkranken deutlich häufiger an Osteoporose als Männer, vor allem im höheren Alter. Ein Hauptrisikofaktor ist das Geschlecht – aber das lässt sich nicht ändern. Deshalb ist es umso wichtiger, die Präventionsmöglichkeiten konsequent auszuschöpfen.

 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin