. Komplementärmedizin

Grüner Tee bremst Blutzuckeranstieg

Ein Antioxidans aus grünem Tee soll die Umwandlung von Stärke in Zucker hemmen, so dass der Blutzucker nach dem Essen weniger stark ansteigt. Das behaupten jedenfalls amerikanische Forscher.
Grüner Tee senkt Blutzucker

Grüner Tee senkt Blutzuckerspiegel

Nach dem Verzehr von stärkehaltigen Lebensmitteln wie beispielsweise Getreideprodukten steigt der Blutzuckerspiegel vorübergehend an. Ein amerikanisches Wissenschaftlerteam hat herausgefunden, dass der Anstieg nur halb so stark ist, wenn gleichzeitig ein Inhaltsstoff aus grünem Tee zugeführt wird. Dieser Effekt wurde zumindest bei Mäusen beobachtet. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachmagazin „Molecular Nutrition and Food Research“.

Der zugeführte Inhaltsstoff ist das Antioxidans Epigallocatechingallat (EGCG), dem verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen nachgesagt werden. Die Forscher vermuten, dass es unter anderem die Stärkespaltung hemmt, so dass weniger Glukose entsteht und ins Blut gelangt. Die blutzuckersenkende Wirkung tritt aber nur dann auf, wenn die stärkehaltige Nahrung und der grüne Tee gleichzeitig konsumiert werden, erklären die Studienautoren. Teetrinken nach dem Essen bleibt hingegen offenbar wirkungslos.

Blutzucker senken: zwei Tassen grüner Tee könnten reichen

Um den blutzuckersenkende Effekt zu erzielen, genügten bei den Mäusen bereits sehr geringe Mengen des Antioxidans. Falls sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, könnten schon weniger als zwei Tassen grüner Tee beim Essen ausreichen. Eine Studie mit menschlichen Versuchspersonen soll das nun bestätigen.

Der Effekt durch EGCG stellte sich allerdings nur ein, wenn die Nahrung Stärke enthielt. Bei Zucker wie Maltose oder Glukose wirkte das Antioxidans nicht. Die Forscher vermuten daher, dass der Effekt auf eine Hemmung des Stärkeabbaus durch das Enzym Alpha-Amylase zurückzuführen ist. Der Mensch produziert Alpha-Amylase in den Speicheldrüsen und der Bauchspeicheldrüse. Das Enzym wandelt Stärke in Zucker um, indem es die langen Molekülketten des Kohlenhydrats in kleine Bruchstücke zerlegt. Im Reagenzglastest zeigte sich, dass EGCG die Amylaseaktivität um 34 Prozent verringert.

 

Wirkungen des grünen Tees

Dem grünem Tee werden mittlweile eine ganze Reihe positiver Wirkungen auf die Gesundheit nachgesagt. So sollen die darin enthaltenen Stoffe das Herz schützen, die Zähne stärken und die Funktion des Gehirns positiv beeinflussen können. Vor Kurzem haben Wissenschaftler sogar herausgefunden, dass grüner Tee das Wachstum von Tumoren hemmen kann.

Auch bei Entzündungsprozessen, wie sie beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen wie der Multiplen Sklerose auftreten, soll das EGCG seine Wirkung entfalten. In Asien wird grüner Tee schon seit Jahrhunderten zur Linderung verschiedener Krankheiten eingesetzt. Allmählich scheint dieses Wissen auch in Europa anzukommen.

Foto: © lily - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Grüner Tee

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Würden alle Menschen im Jahr so viel Ressourcen verbrauchen wie die Deutschen, bräuchten wir drei Erden. Weil fossile Rohstoffe endlich sind und deren Gewinnung und Verbrauch die Natur und auch die Gesundheit der Menschen schädigen, richtet sich das Interesse auf die nachwachsenden. Welche Möglichkeiten es hier gibt, zeigt das Ausstellungsschiff „MS Wissenschaft“, das jetzt wieder durch Deutschland tourt.
Stress kann das Immunsystem kurzfristig hochfahren. Doch länger andauernder Stress schwächt unsere Abwehr und kann uns anfälliger für Infektionen oder Krebserkrankungen machen. Immunforscher wollen nun das Zusammenspiel zwischen Nervensystem und Immunsystem näher erforschen.
Meditation und Yoga können die sogenannte fluide Intelligenz stärken und der Abnahme der Gehirnfunktionen im Alter entgegenwirken. Das haben Forscher herausgefunden. Durch die Techniken werden offenbar verschiedene Gehirnregionen besser miteinander vernetzt.
 
 
. Interviews
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.