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Grüne Bohnen nur gegart verzehren

Die deutschen Giftnotrufzentralen registrieren auffällig viele Anfragen von besorgten Verbrauchern, die über gesundheitliche Probleme nach dem Verzehr von grünen Bohnen klagen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät deshalb: Grüne Bohnen immer durchgaren. Denn sie enthalten ein Protein, das für den Menschen schon in minimalen Dosen gesundheitsschädlich ist.
Grüne Bohnen, roh, in einem umgekippten Blecheimer, frisch aus dem Garten.

Grüne Bohnen sind gesund und bekömmlich – aber nur, wenn sie komplett durchgegart sind.

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind viele Menschen viel mehr zu Hause, kochen selber mehr – und essen auch mehr Gemüse. Im veränderten, pandemiebedingten Koch- und Essverhalten sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) eine mögliche Ursache dafür, dass bei den deutschen Giftinformationszentren im vergangenen Jahr auffällig viele Anfragen zu Beschwerden nach dem Verspeisen von grünen Bohnen eingegangen sind. Grundsätzlich sind Hülsenfrüchte gesund und gut bekömmlich – aber nur, wenn sie wirklich ausreichend erhitzt wurden.

Nur kurz andünsten: Bohnen bleiben knackig – und giftig

Anlässlich dieser gestiegenen Zahl von Notrufen weist das BfR jetzt auf die gesundheitlichen Gefahren von rohen oder nicht gut durchgegarten grünen Bohnen hin und gibt Tipps, wie man aus ihnen beim Zubereiten ein sicheres Lebensmittel machen kann: Wenn man es weiß, wie es geht, klingt es plötzlich kinderleicht.

In der modernen Küche wird häufig nur schonend gegart – dadurch bleibt das Gemüse knackig und weniger Vitamine gehen verloren. „Bei einigen Gemüsearten, wie zum Beispiel Gartenbohnen, sollte bei der Zubereitung jedoch unbedingt auf eine ausreichende Erhitzung und Garzeit geachtet werden“, warnt das BfR. „Die Samen und Hülsen der grünen Gartenbohne enthalten das Protein Phasin, das zur Gruppe der Lektine gehört. Auch in anderen Bohnenarten kommen solche Lektine vor.“

 

Gefahren: Blutige Durchfälle, Fieber, Blutdruckabfall

Laut BfR kann Phasin Magen-Darm-Störungen verursachen. In schweren Fällen könne es sogar zu blutigen Durchfällen, Fieber und Blutdruckabfall kommen. Die Symptome beginnen demnach meist zwei bis drei Stunden nach dem Konsum der Samen. Ob Symptome auftreten und wie stark diese ausgeprägt sind, ist individuell sehr unterschiedlich. Kinder sind aufgrund ihres geringen Körpergewichts besonders gefährdet.

BfR: „Bohnen dürfen nicht roh verzehrt werden“

„Im Gegensatz zu vielen anderen Gemüsearten dürfen Bohnen nicht roh verzehrt werden“, sagt Andreas Hensel, der Präsident des BfR. Das in rohen Bohnen enthaltene Protein namens Phasin könne für den Menschen schon in minimalen Dosen gesundheitsschädlich sein und werde erst bei höheren Kochtemperaturen zerstört beziehungsweise unschädlich gemacht. Auch die Kommission „Bewertung von Vergiftungen“ des BfR rät deshalb zu besonderer Vorsicht und warnt: „Schonende Garmethoden wie sanftes Dünsten oder Dämpfen eignen sich nicht für Bohnen.“  

Im Notfall: Giftnotrufzentrale anrufen

Wenn versehentlich rohe Bohnen gegessen wurden oder nach einer unzureichenden Garung Symptome auftreten, empfiehlt das BfR, umgehend ein Giftinformationszentrum anzurufen. Bundesweit gibt es acht, für bestimmte Regionen zuständige, Giftnotrufzentralen beziehungsweise Giftinformationszentren. Hier kann man sich im Notfall in Minutenschnelle Rat bei Spezialisten einholen und in deren telefonischer Begleitung schnell und richtig handeln.

Die Telefonnummern der acht deutschen Giftnotrufzentralen/Giftinformationszentren finden sie in diesem Artikel auf gesundheitsstadt-berlin.de. Kontaktdaten und weitere Informationen zu giftigen Pflanzen gibt es – speziell für Eltern – auch in der BfR-App „Vergiftungsunfälle bei Kindern“.

Grüne Bohnen im Garten: Kinder über Gefahr aufklären

Wer Bohnen im eigenen Garten anbaut, sollte Kinder über die Gefahr aufklären oder sicherstellen, dass sie keinen unbeaufsichtigten Zugang zu den Pflanzen haben. Vorsicht auch mit Samentütchen zur Aussaat: Die teilweise bunt marmorierten Bohnensamen können auf Kinder einen besonderen Reiz ausüben.

Foto: AdobeStock/dream79

Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
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