. Grippe 2013

Grippewelle rollt über Deutschland

Deutschland leidet unter einer der stärksten Grippewellen seit Jahren. Die Situation ist flächendeckend angespannt. Experten befürchten insbesondere in den Karnevalshochburgen eine Verschlimmerung.
Grippewelle hat Deutschland fest im Griff

RKI: Influenza-Aktivität in Deutschland stark erhöht

Die USA waren Deutschland eine Nasenlänge voraus. Dort hatte schon Anfang Januar eine Grippewelle zugeschlagen. Allein im Bundesstaat New York waren 20.000 Menschen von der Grippe betroffen – laut Gesundheitsbehörden mehr als vier Mal so viele wie im Jahr zuvor. 20 Kinder sollen in den USA an der Grippe verstorben sein. Verantwortlich für die schwerste Grippewelle seit 2003/2004 ist das Grippevirus H3N2.

Grippewelle in Deutschland

Auch Deutschland wurde mittlerweile von einer der stärksten Grippewellen seit Jahren erfasst. Dominierende Viren sind in Deutschland vor allem eine Abwandlung des Schweinegrippevirus H1N1 pdm09 und ein Virus des Stamms H3N2 sowie ein Influenza B-Virus. Laut Robert Koch-Institut (RKI) sind die Neuen Bundesländer mit am stärksten betroffen, die wenigsten Grippefälle sind derzeit in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen zu verzeichnen. Dem Institut wurden bislang insgesamt 2.667 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle übermittelt (Datenstand 05.02.2013).

Noch sei der Höhepunkt der Grippewelle nicht erreicht, teilt das RKI mit. In Deutschland müsse in den kommenden Wochen mit einer deutlichen Zunahme der Grippefälle gerechnet werden, erklärte die Epidemiologin des RKI, Silke Buda. „Die Zahlen steigen noch deutlich, und das erwarten wir auch für die kommenden Wochen“, so die Expertin.

 

Grippeschutzimpfung kann jetzt noch helfen

Das Institut rät, Abstand zu Erkrankten zu halten und einer Ansteckung zudem mit häufigem Händewaschen vorzubeugen. Hierzu gehöre auch, dass beispielsweise Großeltern den Besuch bei ihren Enkelkindern verschieben könnten, wenn diese gerade eine akute Atemwegserkrankung haben. Gerade an Karneval sei durch die große Nähe zu einer Vielzahl anderer Menschen die Ansteckungsgefahr mit Grippeviren besonders hoch.

Geschützt ist, wer sich gegen die Grippe impfen ließ. Aber auch wer noch nicht geimpft ist, kann sich trotz der bereits begonnenen Grippewelle noch impfen lassen. „Grippewellen kursieren in der Regel acht bis zehn Wochen lang“, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Die meisten Grippefälle seien häufig in den Monaten Januar und Februar zu beobachten, Infektionen könne es aber auch in den Folgemonaten geben. Allerdings sei zu bedenken, dass der Körper etwa zwei Wochen braucht, bis der Impfschutz voll aufgebaut ist. Vor allem ältere Menschen und Patienten mit einer chronischen Erkrankung sollten sich gegen Grippe impfen lassen, rät das RKI. Für diese beiden Gruppen ist die Grippeimpfung besonders wichtig, da sie ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf haben.

Erkältung oder Grippe?

Wen die Grippe erwischt hat, dem kann die Medizin nur begrenzt helfen. Typische Symptome für eine Grippe sind der schlagartige Ausbruch und hohes Fieber. Zudem klagen Patienten unter anderem über schwere Muskel- und Gliederschmerzen, schwere Kopfschmerzen, Atemwegsbeschwerden und trockenen Husten. Eine Erkältung hingegen bricht viel langsamer aus und die Symptome sind schwächer. Patienten klagen hauptsächlich über Schnupfen und Halsschmerzen, seltener über hohes Fieber.

© Fotowerk - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Grippe , Grippewelle , Grippeschutzimpfung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Grippe

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Noch im Januar gab es in Deutschland etwa 1400 Ärzte, die ihren Patienten Videosprechstunden anboten – heute sind es fast zehnmal so viele. Jörg Debatin, Berater der Bundesregierung für die Digitalisierung des Gesundheitswesens, spricht in einem Podcast-Interview mit Gesundheitsstadt Berlin über die Frage, wie die Coronakrise Gesellschaft und Gesundheitssektor technisch revolutionieren könnte – und welche Werte dabei zu beachten sind.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.
Work-Life-Balance, geregelte Arbeitszeiten – in altersgemischten Stationsteams prallen Welten aufeinander. Wie sich der Generationenkonflikt im Krankenhaus lösen lässt, weiß Professor Wolfgang Kölfen, Chefarzt und Kommunikationsberater aus Mönchengladbach.