Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
26.03.2018

Grippekranke kehren zu früh in den Job zurück

Die Grippewelle fiel in dieser Saison besonders heftig aus. Doch vor allem Frauen und Teilzeitbeschäftigte fühlen sich genötigt, so schnell wie möglich in den Job zurückzukehren.
Grippe, Erkältung, Ansteckungsgefahr, Arbeitnehmer

Grippekranke kurieren sich nicht richtig aus und kehren zu früh in den Job zurück

Die Grippewelle fiel in der Saison 2017/2018 so heftig aus wie lange nicht mehr. Doch viele Grippekranke kurieren sich nicht richtig aus. Vor allem Frauen und Teilzeitbeschäftigte fühlen sich genötigt, so schnell wie möglich in den Job zurückzukehren. Das geht aus einer Umfrage der Krankenkasse pronova BKK hervor. Laut der Umfrage sind 16 Prozent selbst mit einer Grippe mit Fieber oder einer Bronchitis nicht an der Arbeit zu hindern.

"Wenn der Körper mit Fieber gegen Viren oder Bakterien kämpft, braucht er Ruhe, sonst dauert die Erkrankung nur länger. Leichtes Fieber mit Medikamenten zu unterdrücken, ist nicht ratsam", sagt Dr. Gerd Herold, Beratungsarzt der pronova BKK in einer Pressemitteilung.

Verbreitung über Türklinken, Telefonhörer, Treppengeländer

"Wenn Mitarbeiter trotz Fieber zur Arbeit kommen, erleichtert das die Verbreitung der Grippe. Kollegen können sich über Tröpfcheninfektion beim Husten, aber auch über Türklinken, Telefonhörer und Treppengeländer anstecken. Schon nach zwei Tagen kann die halbe Abteilung mit ersten Symptomen rechnen", warnt Herold.

Während es bei leichten Erkältungen oft Ermessenssache ist, ob der Patient noch zur Arbeit gehen kann oder lieber im Bett bleiben sollte, ist bei Grippe die Entscheidung klar. Der Unterschied zwischen einer Erkältung und einer im schlimmsten Fall lebensbedrohlichen Grippe ist häufig daran auszumachen, dass eine Erkältung schleichend mit Schnupfen und dergleichen anfängt. Typisch für eine Grippe ist ein plötzlicher Beginn mit Kopf- und Gliederschmerzen, trockenem Husten und Fieber. Nach fünf bis sieben Tagen zu Hause ist die Grippe oft überstanden.

 

Grippekranke kehren zu früh in den Job zurück

Doch viele Grippekranke kehren zu früh in den Job zurück: 35 Prozent kurieren Grippe und Bronchitis nicht vollständig aus, sondern warten nur ab, bis die schlimmsten Symptome verschwunden sind. 26 Prozent sind bei einem ansteckenden Infekt zu schnell wieder am Schreibtisch.. „Eine zu frühe Rückkehr hilft auch den Kollegen nicht und macht einen Rückfall wahrscheinlicher. Eine vollständige Genesung braucht ihre Zeit", betont Dr. Herold.

Vor allem Frauen und Teilzeitkräfte haben das Gefühl, nicht zu lange fehlen zu dürfen.Weibliche Arbeitnehmer sind auch häufiger unter den Kollegen mit reduzierter Stundenzahl zu finden. 66 Prozent der Frauen und 65 Prozent der Teilzeitkräfte gehen trotz Rückenschmerzen zur Arbeit. 53 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Teilzeitkräfte sind mit einer Erkältung oder Durchfall am Arbeitsplatz zu finden.

Besonders Teilzeitkräfte fühlen sich bei Erkrankung unter Druck

Viele teilzeitbeschäftigte Arbeitnehmerinnen haben das Gefühl, dass bei ihnen stärker hingeschaut wird als bei ihren männlichen Kollegen. "Diesen Eindruck sollten Arbeitgeber erst gar nicht aufkommen lassen," sagt Lutz Kaiser, Vorstand der pronova BKK. Die Studie „Betriebliches Gesundheitsmanagement 2018" wurde im Auftrag der pronova BKK nach 2016 im Februar 2018 erneut durchgeführt. Dafür wurden bundesweit 1.650 Arbeitnehmer im Rahmen einer Onlinebefragung repräsentativ befragt.

Foto: antonioguillem/fotolia.com

Autor: bab
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Grippewelle
 

Weitere Nachrichten zum Thema Grippe

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.

Für Babys ist liebevolle Berührung existenziell: um sich geborgen zu fühlen, physisch und psychisch zu gedeihen und später normale Beziehungen eingehen zu können. Zwischenmenschliche Berührung wirkt auf sie wie ein sanftes Arzneimittel: Sie verlangsamt den Herzschlag, baut Stress ab und führt im Körper zu Entspannung.

 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin