Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
05.02.2020

Grippeimpfung soll China-Reisende vor Coronavirus-Verdacht schützen

Gegen das neue Coronavirus gibt es noch keine Impfung. Reisenden nach China wird aber die Grippeimpfung empfohlen. Das hat einen ganz bestimmten Grund.
China-Reisende sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Dann geraten sie nicht unnötig unter Verdacht, mit dem Coronavirus infiziert zu sein

China-Reisende sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Dann geraten sie nicht unnötig unter Verdacht, mit dem Coronavirus infiziert zu sein

Noch kann man von Deutschland nach China fliegen und umgekehrt. Aber nicht mehr mit allen Airlines. Die Lufthansa hat Flüge nach China bis auf weiteres ausgesetzt. Die Maßnahme umfasst auch die Töchter Swiss und Austrian. Nur Hong Kong wird noch angeflogen.

Das Auswärtige Amt empfiehlt vor dem Hintergrund des Coronavirus-Ausbruchs derzeit, nicht notwendige Reisen nach China zu verschieben. Vor Reisen in die Provinz Hubei wird ausdrücklich gewarnt. Es besteht also eine Teilreisewarnung für China. Wer dennoch nach China reist, sollte sich regelmäßig die Händewaschen; Marktbesuche vermeiden, wenn dort Tiere gehandelt werden; Tierkontakt vermeiden; Kontakt mit Personen vermeiden, die an Atemwegserkrankungen leiden.

Auswärtiges Amt empfiehlt Grippeimpfung vor Reise nach China

Und noch eine weitere Empfehlung hat das Auswärtige Amt ausgesprochen: China-Reisende sollten sich vor Reiseantritt gegen Grippe impfen lassen (mit dem aktuellen Nordhalbkugelimpfstoff gegen Influenza). Das klingt zunächst bizarr, da die Grippeimpfung nicht vor einer Infektion mit dem Coronavirus 2019-nCoV schützt. Die Impfempfehlung hat aber einen Grund. Eine Influenza-Impfung kann zur Vermeidung unnötiger Verdachtsfälle beitragen. Hintergrund ist, dass an allen chinesischen Flughäfen bei allen Eintreffenden Gästen Fieber gemessen wird. Auch China-Rückkehrer geraten so nicht unter unnötigen Verdacht. Die Symptome einer Coronavirus-Infektion ähneln nämlich denen einer Grippe: Fieber, Husten, Atemwegsprobleme, kein Schnupfen.

Ein begründeter Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus 2019-nCoV besteht laut Robert Koch-Institut (RKI), wenn eine Person mit Husten, Atemwegsproblemen und Fieber Kontakt zu einem bestätigten Fall mit dem neuartigen Coronavirus hatte,

oder wenn eine Person, bei der der Verdacht besteht, dass die unteren Atemwege betroffen sind (z.B. Lungenentzündung oder Akutes Atemnotsyndrom) sich zuvor in Wuhan oder einem anderen Risikogebiet aufgehalten hat.

 

Begründete Verdachtsfälle müssen gemeldet werden

In diesen Fällen sollten Ärzte umgehend eine Laboruntersuchung auf das neuartige Coronavirus veranlassen. Bis das geklärt ist, müssen sich die Betroffene unter Umständen auf eine Isolierstation begeben. Ärzte, Kliniken und Labore sind verpflichtet, auch begründete Verdachtsfälle den Gesundheitsbehörden zu melden. Außerdem sind Piloten verpflichtet, vor der Landung nach Flügen aus China dem Tower über den Gesundheitszustand ihrer Passagiere zu informieren.

Wer also im Flieger aus oder nach China hustet oder über Atemwegsprobleme klagt, kann leicht zum begründeten Verdachtsfall werden. Dieses Risiko kann durch eine Grippeimpfung zumindest gemindert werden.

Coronavirus nicht so ansteckend wie Grippe oder Masern

Eine Impfung gegen das Coronavirus gibt es nicht. Auch eine Therapie ist nicht verfügbar. Es werden lediglich die Symptome behandelt. Experten schätzen, dass das Coronavirus weniger ansteckend ist als die Grippe oder Masern. Trotzdem ist die Ausbreitung des Virus rasant. Am Freitag, 31. Januar hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deshalb eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen.

Bis Montag, 3. Februar wurden weltweit 17.400 Fälle gemeldet, davon sind 360 Menschen verstorben. In Deutschland wurden bislang zehn Fälle gemeldet. Dennoch schätzt das Robert Koch-Institut das Risiko für die Bevölkerung in Europa und Deutschland weiterhin als gering ein. Diese Einschätzung wird auch von den Gesundheitsbehörden unserer Nachbarländer und dem Europäischen Zentrum für Krankheitsprävention und -kontrolle (ECDC) sowie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geteilt.

Foto: © guerrieroale - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik , Medizin , Corona
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Coronavirus , Grippeschutzimpfung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Coronavirus

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Bei starkem Übergewicht kann ein Magenbypass zu einer bedeutenden Gewichtsabnahme führen. Ärzte aus Gießen nutzen für die Operation jetzt den OP-Roboter daVinci. Das sind die Vorteile.

Geschwollene Hubbel, kreisförmige Rötungen und – besonders lästig – der Juckreiz: Mit ihrer zarten Haut und ihren zarten Gefühlen haben Mückenstiche für Kinder eine ganze andere Dramatik als für Erwachsene. Hier ein paar Tipps für Eltern, um schnell und wirksam etwas dagegen zu tun.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin