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Grippeimpfung schützt Schwangere vor Totgeburt

Die saisonale Grippeimpfung hat einen bislang unbekannten Nebeneffekt: Sie schützt Schwangere offenbar vor einer Totgeburt. Das fanden Forscher aus Australien in einer großen Kohorten-Studie heraus.
Grippeimpfung könnte Schwangere vor einer gefürchteten Totgeburt bewahren

Überraschende Erkenntnis: Grippeimpfung könnte Schwangere vor einer gefürchteten Totgeburt bewahren

Schwangere zieren sich oft vor einer Grippeimpfung, weil sie Schaden für ihr Kind befürchten. Dabei wird die Impfung gegen Influenza Schwangeren ausdrücklich von der STIKO empfohlen. Nun scheint es ein weiteres Argument für die Impfung zu geben. Nach einer retrospektiven Studie aus Australien sinkt das Risiko für eine Totgeburt um 51 Prozent, wenn sich Schwangere impfen lassen, gegenüber nicht geimpften.

In der Studie hatten Wissenschaftler Western Australia Department of Health mehr als 58.000 Geburten aus den Jahren 2012 und 2013 analysiert. Davon waren 52.932 Frauen nicht gegen Grippe geimpft, 5.076 hatten die Impfung während der Schwangerschaft erhalten. Die Daten stammten aus der südlichen Hemisphäre und wurden von Hebammen aufgezeichnet. „Unsere Erkenntnisse sind insofern interessant, da sie zeigen, dass ein Schutz in jeder Grippesaison möglich ist“, sagt Dr. Annette Regan vom Western Australia Department of Health. „Bedauerlicherweise nutzen aber nur 40 Prozent der Schwangeren diese Möglichkeit.“

Mehr Totgeburten während Grippewellen

Dass es einen Zusammenhang zwischen Grippe und Totgeburten gibt, zeigt die Analyse ebenfalls. So nahm die Zahl der Totgeburten nach heftigen Grippewellen zu, während sie vor einer Grippewelle abnahmen. Diese Ergebnisse stützen eine Studie aus der Schweiz, die im Jahr 2000 zu einem ähnlichen Fazit gekommen war. Danach waren sowohl in gewöhnlichen Grippewellen als auch in der A/H1N1 Pandemie mehr Kinder tot zur Welt gekommen als üblich.

Die australischen Wissenschaftler nahmen auch die H1N1-Pandemie aus dem 2009 unter die Lupe. In diesem Zeitraum sank die Zahl der Totgeburten unter den geimpften Frauen, wie die Wissenschaftler berichten.

 

Grippe ist für Schwangere gefährlich

Grippe ist eine besondere Gefahr für Schwangere und es können Komplikationen wie Lungenentzündungen oder das aspiratorische Syndrom auftreten. Infektionen während der Schwangerschaft sind außerdem mit einer höheren Kindessterblichkeit assoziiert. Weltweit kommen jedes Jahr über drei Millionen Kinder tot zur Welt. In Industrienationen machen Totgeburten 70 Prozent aller Todesfälle von Neugeborenen aus. „Ich hoffe, wir können nunmehr Frauen von der Grippeimpfung überzeugen“, so Regan, wenn gleich noch weitere Forschung auf diesem Gebiet nötig sei.

Foto: © Boggy - Fotolia.com

Autor: ham
 

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