. Influenza

Grippeimpfung: niedrige Risikowahrnehmung in der Bevölkerung

Gut 15 Millionen Impfstoffdosen hat das Paul-Ehrlich-Institut bereits freigeben. Damit steht einer Grippeimpfung nichts mehr im Weg. Allerdings unterschätzen viele das Grippe-Risiko - auch weil die letzte Grippesaison so harmlos war.
Grippeimpfung: niedrige Risikowahrnehmung in der Bevölkerung

Die Grippeimpfung wird auch Schwangeren empfohlen. Das wissen aber viele nicht

Dem Robert Koch-Institut (RKI) wurden in der letzten Grippe-Saison - Winter 2013 auf 2014 - so wenige Grippefälle gemeldet wie noch nie. Mit 780.000 sei die Zahl der Influenza-bedingten Arztbesuche historisch gering und betrage nur ein Zehntel des Wertes der außergewöhnlich starken Saison 2012/2013, meldet das Institut und beruft sich dabei auf Daten aus dem neuen Bericht zur Influenzasaison 2013/2014. Solche Schwankungen seien schon öfter beobachtet worden und genau deshalb sei Vorsicht geboten, meint RKI-Präsident Reinhard Burger. „Um das individuelle Erkrankungsrisiko zu senken, sollten alle Schutzmöglichkeiten gegen Grippe genutzt werden“, rät der Infektiologe. Der beste Zeitraum für die Grippeschutzimpfung sei Oktober und November.

Schwangeren fehlt das Wissen, dass sie sich impfen lassen sollten

Besonders Menschen aus Risikogruppen sollen sich laut Empfehlung der STIKO impfen lassen. Dazu gehören neben medizinischem Personal, älteren Menschen, Personen mit Grundkrankheiten wie Diabetes oder Asthma auch Schwangere. Aber wie der Influenzabericht zeigt, war nicht einmal jede vierte Schwangere in der Grippesaison 2012/2013 geimpft. Eine vom Bundesgesundheitsministerium finanzierte Befragung zeigte, dass nur ein Drittel der Frauen von dieser Impfempfehlung wussten. Die am häufigsten genannten Gründe gegen eine Impfung waren fehlendes Vertrauen in die Impfung und eine niedrige Risikowahrnehmung. Ein Problem, dass nicht nur Schwangere haben. Generell lassen sich nach RKI-Informationen zu wenige Menschen aus Risikogruppen gegen Grippe impfen.

 

Neue Aufklärungskampagne „Wir kommen der Grippe zuvor“

Eine neue Aufklärungskampagne von BZgA und RKI soll es richten. Unter der Überschrift „Wir kommen der Grippe zuvor“ stellen die beiden Einrichtungen Informationen für die gezielte Aufklärungsarbeit der Risikogruppen über die wichtigen Multiplikatorengruppen – wie impfende Ärzte, Krankenhäuser, Apotheken sowie Alten- und Pflegeheime – bereit. Die Materialien zur Grippeschutzimpfung für Schwangere, Personen ab 60 Jahre, chronisch Kranke und medizinisches Personal sind kostenlos bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). bestellbar.

Unterdessen hat das das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bereits gut 15 Millionen Impfstoffdosen für die kommende Saison freigeben. Der neue Impfstoff ist in seiner Zusammensetzung unverändert gegenüber der Vorsaison. Nach PEI-Angaben steht auch in diesem Jahr eine große Bandbreite von Influenza-Impfstoffen zur Verfügung. Darunter ein spezieller Impfstoff mit Wirkverstärker für die über 65-Jährigen sowie ein Nasenspray für kleine Kinder.

Foto: © JackF - Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Grippe , Grippeschutzimpfung , Grippewelle
 

Weitere Nachrichten zum Thema Grippeimpfung

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Der gefährliche Coronavirus aus China hat Deutschland noch nicht erreicht. Dafür sind andere Erreger schon da und verbreiten sich freudig: beim Bahnfahren zum Beispiel. Wo im Zug sich überall Keime tummeln, zeigt eine Studie des Reisemagazins „Travelbook“. Die Türklinken an den Toiletten sind es jedenfalls nicht.
Die Grippewelle kommt allmählich ins Rollen – Grund genug, jetzt über eine Grippeschutzimpfung nachzudenken. Zurzeit sind jedoch noch viel zu wenige Menschen geimpft. Das meldet die ABDA - Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e.V.
. Top-Termine
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.