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Grippeimpfung auch bei Krebs!

Die Grippeimpfung wird ausdrücklich chronisch Kranken empfohlen. Dazu gehören auch Krebspatienten. Denn Infektionskrankheiten können für sie besonders gefährlich werden.
Grippe kann bei Krebs besonders schwer verlaufen. Darum raten Experten zur Grippeschutzimpfung

Grippe kann bei Krebs besonders schwer verlaufen. Darum raten Experten zur Grippeschutzimpfung

Die Grippe wird hierzulande immer noch unterschätzt: Nur jeder dritte lässt sich impfen. Dabei fordert die echte Grippe auch in Deutschland jedes Jahr Tausende Todesopfer. Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts verstarben in der Grippesaison 2014/215 rund 21. 300 Menschen infolge der Influenza.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen und chronisch Kranke. Das RKI empfiehlt daher dieser Gruppe ausdrücklich die Grippeimpfung, jedoch liegt die Impfquote seit Jahren bei lediglich 40 bis 60 Prozent. „Das sind besorgniserregend schlechte Quoten, wenn man bedenkt, dass gerade diese Gruppen durch Influenza besonders gefährdet sind“, sagt Professor Bernd Salzberger, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI). „Influenza ist kein grippaler Infekt, sondern eine Infektionskrankheit - für ältere Menschen und solche mit geschwächtem Immunsystem ist sie also durchaus gefährlich“, so Salzberger weiter.

Krebskranke und Angehörige sollten sich impfen lassen

Krebspatienten haben in der Regel ein geschwächtes Immunsystem und sollten sich daher unbedingt gegen die Grippe impfen lassen. Der Krebsinformationsdienst rät auch Angehörigen zur Grippeschutzimpfung, um den Patienten keinem weiteren Risiko auszusetzen. Eine Krebserkrankung sei bei den meisten kein Hindernis, sich impfen zu lassen, informiert das Portal. Nur in vergleichsweise wenigen Situationen könne es sein, dass ein Krebspatient die Impfung nicht vertragen würde. „Daher gilt: Ob die Impfung infrage kommt, oder ob medizinische Gründe dagegen sprechen, klärt man am besten mit den behandelnden Ärzten.“

Eine Umfrage des RKI zeigt jedoch, dass gut die Hälfte der älteren und chronisch kranken Menschen Vorbehalte gegen die Grippeimpfung hat. Weit verbreitet ist die Ansicht, die Influenza-Impfung könne die Erkrankung selbst auslösen. Das aber ist ein Mythos. „Tatsächlich ist dies nahezu ausgeschlossen, denn die Impfung enthält Proteine aus abgetöteten Erregern, also keine vermehrungsfähigen Erreger“, erklärt Infektiologe Prof. Salzberger. Richtig sei vielmehr, dass die Impfung manchmal Symptome einer Erkältung – leichtes Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen – nach sich ziehen könne. „Diese Symptome sind aber mit der Schwere von Influenzasymptomen nicht zu verwechseln“, meint Salzberger.

Impfung bietet keinen 100prozentigen Schutz

Wichtig zu wissen: Die Impfung bietet keinen hundertprozentigen Schutz. Laut DGI kann die Impfung theoretisch nur zwischen 70 und 80 Prozent der Infektionen verhindern. Eine Ursache liegt in der großen Wandlungsfähigkeit und Vielfalt der Influenzaviren. Außerdem spricht das Immunsystem bei älteren und chronisch Kranken manchmal weniger gut auf die Impfung an. 

Darum sollten gerade Krebspatienten die drei goldenen Regeln des Infektionsschutzes beachten: Häufiges Händewaschen mit Seife, nie mit den Händen ins Gesicht fassen und Abstand halten zu erkrankten Personen. Auch die Räume sollten regelmäßig gelüftet werden.

Infektionen verlaufen bei Krebspatienten oft tödlich

Wissenschaftler der Universität Jena untersuchen derzeit in einer Studie, welche Krebspatienten ein besonders hohes Risiko für einen lebensgefährlichen Verlauf der Grippe haben. Dazu werden die Daten der Grippesaison 2014/2015 mit Blick auf Krebskranke ausgewertet. Grippe sei für Menschen mit Krebs eine echte Gefahr, meint  Infektionsforscherin Prof. Marie von Lilienfeld-Toal.„Vielen Menschen ist nicht bekannt, dass Infektionen die häufigste Todesursache bei Krebsleiden sind."

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Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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