. Influenza

Grippe 2017/2018: Auch geimpfte Patienten können erkranken

Die Zahl der Grippefälle in Deutschland hat zugenommen, meldet das Robert Koch-Institut. Auch bei bereits geimpften Patienten sollte bei grippeähnlichen Symptome an eine Influenza-Erkrankung gedacht werden.
grippe, krank, fieber, infekt

Auch Patienten mit Grippe-Schutzimpfung können an Influenza erkranken

Die Zahl der Grippefälle in Deutschland hat weiter zugenommen, das meldet das Robert Koch-Institut in seinem Influenza-Wochenbericht. Damit sind jetzt insgesamt 37.075 Fälle seit dem Beginn der Grippesaison im Herbst 2017 übermittelt worden.

Es gab mehrere Ausbrüche der Grippe-Epidemie: jeweils neun in Schulen beziehungsweise Kindergärten/Horten, vier in Krankenhäusern, zwei in Reha-Einrichtungen, jeweils ein Ausbruch in einer medizinischen Behandlungs- einrichtung beziehungsweise einem Alten-/Pflegeheim. Bislang wurden 70 Todesfälle mit Influenzainfektion an das RKI übermittelt. In 80 Prozent dieser Fälle waren die Patienten über 60 Jahre alt.

Grippe-Saison 2017/2018: Die meisten erkranken an Subtyp des B-Virus

Die in der Grippe-Saison 2017/2018 am häufigsten identifizierten Viren sind Influenza-B-Viren aus der Yamagata-Linie mit 74 Prozent, gefolgt von Influenza A(H1N1)-Viren mit 22 Prozent und A(H3N2)-Viren mit 4 Prozent. Nur bei Kleinkinderns (2 bis 4 Jahre) werden anteilig deutlich mehr Influenza A(H1N1)-Viren entdeckt.

Zur Wirksamkeit des diesjährigen Grippe-Impfstoffes gibt es bereits erste Zahlen aus Kanada, Stockholm und Finnlandt. Zwar deckt der meist genutzte Dreifach-Impfstoff die hauptsächlich zirkulierende Influenza B-Linie (Yamagata) nicht ab, es zeigt sich aber, dass er dennoch bis zu 55 Prozent gegen diesen Subtypus wirkt.

Experten vermuten, dass durch eine Kreuzreaktion die in der Dreier-Impfung enthaltene Influenza-B-Victoria-Linie auch gegen die Influenza-B-Viren aus der Yamagata-Linie wirkt. Seit 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission des RKI den Vierfach-Impfstoff, in dem zwei B-Linien enthalten sind.

Auch bei geimpften Patienten an Grippe denken

Während der diesjährigen Grippewelle sollte auch bei geimpften Patienten mit einer akuten Atemwegserkrankung und grippeähnlichen Symptomen an eine Influenzaerkrankung gedacht werden, heißt es weiter beim RKI. Und auch wenn durch die Dreifach-Impfung letztendlich weniger als die Hälfte der Geimpften vor einer Erkrankung mit Influenza geschützt ist, kann aufgrund der Häufigkeit der Influenzaerkrankungen durch die Impfung eine große Zahl an Erkrankungen verhindert werden. Daher bleibt sie die beste Präventionsmaßnahme.

Grundsätzlich sollte unabhängig vom Impfstatus auch andere vorbeugende Verhaltensweisen beachtent werden wie regelmäßiges gründ liches Händewaschen oder das Abstandhalten zu Personen mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung.

Foto: drubig-photo/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Grippeschutzimpfung

Weitere Nachrichten zum Thema Grippeschutzimpfung

| Bisher hat die Ständige Impfkommission (STIKO) als Grippeschutz die Dreifach-Impfung empfohlen. Nun spricht sie sich für einen Impfstoff aus, der gegen vier Virus-Varianten schützen soll. Ob die Vierfach-Impfung zur Kassenleistung wird, ist jedoch noch unklar.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Seit einiger Zeit mehren sich die Hinweise, dass das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin Angststörungen reduzieren kann. Dies haben nun Forscher der Universität Regensburg bestätigt. Demnach kann Oxytocin soziale Phobien wirksam lindern.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Interviews
Das Chronische Fatigue Syndrom (CFS) bedeutet für viele Patienten meist einen weitgehenden Verlust ihres bisherigen Lebens. Dennoch gibt es bisher kaum wirksame Therapien und zu wenig Forschung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen über die Erkrankung und ihre Behandlungsmöglichkeiten gesprochen.
Die Hausärzte im Seeheilbad Büsum waren damals alles Männer im oder kurz vorm Rentenalter, ihre Einzelpraxen wollte niemand übernehmen. Um einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung zu verhindern, rang sich die Gemeinde dazu durch, selbst als Trägerin der örtlichen Arztpraxis aufzutreten – als erste bundesweit. In dem kommunalen Eigenbetrieb arbeiten heute fast nur junge Ärztinnen. Wie das ging und welche weiteren Modelle es gibt gegen den Ärztemangel auf dem Land, erzählt Initiator Harald Stender drei Jahre nach Gründung des Pioniermodells.