. Arthrose

Gonarthrose: Arthroskopie nicht mehr auf Kassenkosten

Die Arthroskopie (Kniespiegelung) zur Behandlung einer Gonarthrose (Kniegelenk-Arthrose) wird künftig nicht mehr von den Krankenkassen erstattet. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschlossen.
Arthrose im Kniegelenk ist eine verbreitete Erkrankung

Arthrose im Kniegelenk kann sehr schmerzhaft sein

Bestimmte arthroskopische Verfahren zur Behandlung einer Arthrose des Kniegelenks können demnach nicht mehr zulasten der gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Der entsprechende G-BA-Beschluss bezieht sich auf die ambulante und stationäre Versorgung.

Es konnten in hochwertigen Studien keine wissenschaftlichen Belege für den Nutzen der vom G-BA geprüften arthroskopischen Verfahren gefunden werden, heißt es weiter in einer Pressemitteilung des G-BA.

Gonarthrose: Bei der Arthroskopie wird das Gelenk inspiziert

Bei der Arthroskopie (Gelenkspiegelung) wird das Gelenk im Rahmen eines minimalinvasiven operativen Eingriffs durch einen kleinen Hautschnitt zugänglich gemacht und mit Hilfe einer eingeführten Miniaturkamera der Gelenkspalt inspiziert. Je nach Befund können unterschiedliche therapeutische Maßnahmen durchgeführt werden.

Zu den vom G-BA geprüften arthroskopischen Verfahren bei Gonarthrose zählen die Gelenkspülung, die Abtragung der Gelenkschleimhaut, die Knorpelglättung und die Meniskusentfernung. Ziel einer therapeutischen Arthroskopie bei Gonarthrose ist es, die mit der Erkrankung einhergehenden Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit des Kniegelenks zu verbessern.

 

Gonarthrose: Arthroskopie hat keinen Nutzen für den Patienten

„Bei dem nun abgeschlossenen Bewertungsverfahren ist der G-BA der Frage nachgegangen, inwieweit die arthroskopischen Verfahren bei Kniegelenk-Arthrose den behandelten Patienten wirklich nützen. Sind die Beschwerden anschließend geringer? Wie groß ist das Risiko von Nebenwirkungen, beispielsweise Infektionen des Kniegelenks?"

Die Auswertung der wissenschaftlichen Studien habe ein eindeutiges Ergebnis erbracht: "Für die untersuchten arthroskopischen Verfahren bei Gonarthrose konnte im Vergleich zu Scheinoperationen oder einer Nichtbehandlung kein Nutzenbeleg gefunden werden. Genau dies ist aber die Voraussetzung für die Aufnahme oder den Verbleib im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen“, begründete Dr. Harald Deisler, Vorsitzender des zuständigen Unterausschusses Methodenbewertung, die Beschlüsse.

Arthroskopie in bestimmten Fällen weiter erstattet

In den Beschlüssen wird jedoch auch klargestellt, dass es Konstellationen gibt, die nicht vom G-BA überprüft wurden und in denen die arthroskopischen Verfahren grundsätzlich weiterhin angewendet werden können. Das sind arthroskopischen Eingriffe, die aufgrund von Traumen, einer akuten Gelenkblockade oder einer meniskusbezogenen Indikation, bei der die bestehende Gonarthrose lediglich als Begleiterkrankung anzusehen ist, durchgeführt werden.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) war mit der Recherche, Darstellung und Bewertung des aktuellen medizinischen Wissensstandes zur Arthroskopie des Kniegelenks bei Gonarthrose beauftragt worden.

Foto: Photographee.eu

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Arthrose

| Arthrose ist bislang nicht heilbar und nur schwer behandelbar. In der bislang größten je durchgeführten genetischen Studie zum Thema fanden Forscher Ansätze, um teilweise schon existierende Medikamente nun auch bei Arthrose einzusetzen zu können.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Osteoporose ist eine Volkskrankheit. Um die Folgen der Erkrankung einzudämmen, ist eine rechtzeitige Diagnose und Therapie wichtig. Mit Medikamenten und anderen Maßnahmen kann das Risiko für Knochenbrüche reduziert werden.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Restaurant „Altes Zollhaus“, Carl-Herz-Ufer 30, 10961 Berlin

Friedrich von Bodelschwingh-Klinik Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Landhausstraße 33 – 35, 10717 Berlin Mehrzweckraum, EG
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Senioren fühlen sich heute jünger als früher – und sind es Studien zufolge auch. Doch woran liegt das und was bedeutet Alter heute überhaupt? Über diese und andere Fragen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem renommierten Alternspsychologen Prof. Dr. Hans-Werner Wahl gesprochen.
Das massenhafte Auftreten des Eichenprozessionsspinners hat in diesem Jahr bei besonders vielen Menschen zu allergischen Reaktionen der Haut führt. Die giftigen Brennhaare der Raupen können aber auch sprichwörtlich ins Auge gehen. Am Universitätsklinikum Münster mussten diese Woche sechs Menschen am Auge operiert werden. Dr. Lamis Baydoun, Oberärztin der UKM-Augenklinik, berichtet, was vorgefallen ist.