. Hirntumore

Gliom: Kombi-Therapie verlängert Überlebenszeit

Gliome sind schwer zu behandeln. Doch eine frühzeitige Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie kann bei Patienten mit relativ günstiger Prognose das Überleben verlängern. Das hat eine Langzeitstudie nun gezeigt.
Gliom: Kombi-Therapie wirkt

Eine Kombi-Therapie verbessert die Chancen beim Gliom

Gliome sind Primärtumore des Gehirns, die von den Stützzellen, den sogenannten Glia, ausgehen. Am häufigsten ist dabei das Glioblastom, ein besonders bösartiger und schnell wachsender Hirntumor. Das Problem: Dadurch, dass das Tumorgewebe nicht scharf vom umliegenden Gewebe getrennt ist, kann der Tumor nie vollständig entfernt werden, und Operationen können nur das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen. Eine Studie hat nun jedoch gezeigt, dass eine Kombi-Therapie aus Strahlen- und Chemotherapie das Überleben verlängern kann.

Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie bringt Vorteile

Für die Studie analysierte ein Forscherteam um Jan C. Buckner von der Mayo Clinic in Rochester die Daten von 251 Patienten, die an einem prinzipiell prognostisch günstigen Gliom der Stufe II litten. Die Hälfte der Probanden erhielt im Anschluss an die Operation eine Kombi-Therapie aus Strahlen- und Chemotherapie. Die anderen Patienten erhielten zunächst nur eine Strahlentherapie, während die Chemotherapie erst nach dem ersten Rückfall eingesetzt wurde.

Wie sich zeigte, konnte die kombinierte Anwendung der Therapien die Überlebenszeit der Patienten deutlich erhöhen. Während die Patienten in der Kombi-Gruppe im Durchschnitt 13,3 Jahre überlebten, waren es in der Kontrollruppe nur 7,8 Jahre. Auch beim progressionsfreien Überleben war die Kombi-Therapie überlegen: Patienten mit kombinierter Strahlen- und Chemotherapie zeigten 10,4 Jahre kein Fortschreiten der Erkrankung, bei alleiniger Strahlentherapie waren es 6,1 Jahre.

„Das bedeutet für uns, dass wir auch Patienten mit WHO-Grad-II-Gliomen eine Radiochemotherapie zumindest anbieten müssen“, kommentierte Professor Wolfgang Wick, Ärztlicher Direktor der Neurologischen Klinik des Universitätsklinikums Heidelberg, diese Ergebnisse. „Eine erst im Verlauf durchgeführte Chemotherapie kann den Vorteil einer direkt kombinierten Radiochemotherapie für das progressionsfreie und Gesamtüberleben nicht wieder aufholen.“

 

Genmutation verlängert Überlebenszeit ebenfalls

Nachteilig bei der Kombi-Therapie ist, dass die Nebenwirkungen größer sind als bei der alleinigen Strahlentherapie. Die Teilnehmer der Studie litten dabei besonders häufig an Fatigue, Anorexie, Übelkeit und Erbrechen, seltener auch an Neutropenie. Die Studie lieferte auch noch ein weiteres interessantes Ergebnis, denn eine längere Überlebenszeit kann offenbar auch genetische Ursachen haben. Die Wissenschaftler entdeckten eine Mutation in dem Gen für die Isocitratdehydrogenase 1 (IDH1), die eindeutig mit einer längeren Überlebenszeit assoziiert war. Träger dieser Mutation überlebten im Mittel 13,1 Jahre, während Patienten ohne die Mutation nur durchschnittlich 5,1 Jahre nach Diagnose noch lebten.

Foto: © fotoliaxrender - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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