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Glioblastom-Therapie mit TTFields wird Kassenleistung

In die Hirntumortherapie ist Bewegung gekommen: Ende März hat der G-BA die Behandlung mit Tumortherapiefeldern (TTFields) anerkannt. Damit wird das nicht-invasive Verfahren für Patientinnen und Patienten mit einem neu diagnostizierten Glioblastom zur Kassenleistung.
Chance auf mehr Lebenszeit: Die Glioblastom-Therapie mit TTFields wird in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen

Chance auf mehr Lebenszeit: Die Glioblastom-Therapie mit TTFields wird in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen

TTFields wird schon seit einigen Jahren in vielen Ländern zur Behandlung des Glioblastoms eingesetzt. Nun hat auch der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) die Krebs-Therapie anerkannt und damit die Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland geschaffen. Künftig haben gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten mit einem neu diagnostizierten Glioblastom Anspruch auf die Behandlung mit TTFields.

 

 

Beschleunigte Nutzenbewertung

Der G-BA-Entscheidung vom 20. März 2020 war ein Nutzenbewertungsverfahren des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vorausgegangen, in dem die vorliegenden Studien zu TTFields bewertet wurden. Wegen der augenscheinlich sehr positiven Ergebnisse hatte der G-BA das Verfahren beschleunigt. „Erfreulicherweise hat die wissenschaftliche Analyse unsere Erwartungen bestätigt, sodass wir die Verordnungsfähigkeit dieser neuen Methode beschließen konnten“, betont Dr. Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Methodenbewertung. „Somit steht den Patientinnen und Patienten, die an dieser schweren Erkrankung leiden, eine zusätzliche Behandlung zur Verfügung.“

Chance auf mehr Lebenszeit

Das Glioblastom ist bis heute nicht heilbar. TTFields kann über lokal applizierte elektrische Wechselfelder aber die Tumorzellteilung verlangsamen oder stoppen und zum Absterben der Glioblastom-Zellen führen. Im Nutzenbewertungsverfahren des IQWiG wurde festgestellt, dass die Betroffenen durchschnittlich fast fünf Monate länger leben, wenn zusätzlich zur bisherigen Standardtherapie auch TTFields angewendet wurden. Für eine Krebs-Therapie, die sich gegen den aggressivsten Hirntumor richtet, ist das ein bemerkenswertes Ergebnis.

Therapie beim Glioblastom

Die Therapie bei einem neu diagnostizierten Glioblastom erfolgt nach einem festen Schema. Zunächst versuchen Ärzte in einer Operation, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. Da in der Regel jedoch nicht alle Krebszellen für den Operateur sichtbar sind und entfernt werden können, wird das betroffene Hirnareal anschließend bestrahlt und meist parallel dazu eine Chemotherapie gegeben. Die Kombinationstherapie wird auch als Radiochemotherapie bezeichnet.

Um den Therapieerfolg möglichst lange aufrechtzuerhalten, bekommen die Patientinnen und Patienten im Anschluss eine sogenannte Erhaltungs-Chemotherapie. TTFields wird zusammen mit dieser Erhaltungs-Chemotherapie angewendet, und zwar bis zum Auftreten des zweiten Rezidivs.

Sehr gute Datenlage – auch in der Praxisanwendung 

„Für mich stellt TTFields die vierte Modalität zur Hirntumortherapie dar“, so Prof. Dr. med. Martin Glas, Leiter Abteilung Klinische Neuroonkologie, Klinik für Neurologie, Westdeutsches Tumorzentrum Essen. „Die Datenlage zur Wirksamkeit, Sicherheit und Lebensqualität ist aus meiner Sicht für den bösartigsten Hirntumor gut, sodass ich die Entscheidung des G-BA sehr begrüße. Unsere Praxiserfahrungen mit TTFields sind sehr gut und scheinen den durch die Studiendaten gewonnenen Eindruck zu bestätigen.“

Das Besondere an TTFields ist, dass es sich um eine ambulante nicht-invasive Therapie handelt, die gut in den Alltag integriert werden kann.

Momentan liegt der G-BA-Beschluss dem Bundesgesundheitsministerium zur rechtlichen Überprüfung vor.

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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