. Neuro-Studie an der Charité

Gleichstrombehandlung hilft bei Wortfindungsstörungen

Wortfindungsstörungen sind eine normale Alterserscheinung, können aber sehr beeinträchtigend sein. Neurowissenschaftler der Charité haben jetzt gezeigt, dass eine Gleichstrombehandlung das alternde Gehirn wieder auf Vordermann bringt.
Gleichstrombehandlung hilft bei Wortfindungsstörungen Neuro-Studie an der Charité

Charité-Studie: Wortfindungsstörungen lassen sich mit Gleichstrom verbessern, solange das Gedächtnis nur leichte Defizite hat

Wortfindungsstörungen nehmen mit dem Alter zu. Häufen sich derartige Sprachprobleme, sprechen Wissenschaftler von kognitiven Einschränkungen. Mitunter sind sie Anzeichen einer beginnenden Demenz. Mit Medikamenten sind diese Leistungsminderungen des Gehirns bislang jedoch kaum zu beeinflussen. Neurowissenschaftler der Charité haben deshalb ein Mittel getestet, dass bei gesunden Menschen nachweislich die Motorik und kognitive Funktionen wie das Lernen stimuliert: die Gleichstrombehandlung. Hierbei werden über Elektroden auf der Schädeldecke leichte elektrische Ströme ausgelöst, die die darunter liegenden Hirnregionen aktivieren.

Weniger Wortfindungsstörungen nach Gleichstrombehandlung

Das Team um Prof. Agnes Flöel von der Charité Klinik für Neurologie konnte in einer aktuellen Studie zeigen, dass sich auch altersbedingte Defizite durch eine solche Hirnstimulation positiv beeinflussen lassen. Bei Menschen mit leichten kognitiven Einschränkungen hatte die Behandlung die Wortfindung deutlich verbessert. Gleichzeitig normalisierten sich entscheidende Verbindungen zwischen aufgabenrelevanten Hirnarealen, berichten die Wissenschaftler in der Dezember-Ausgabe der Fachzeitschrift Alzheimers & Dementia. „Die Funktionen nähern sich wieder dem Zustand des gesunden alternden Gehirns.“

Demenz lässt sich möglicherweise verzögern

Studienleiterin Flöel sieht in der Gleichstrombehandlung deshalb ein großes Potenzial und hält es sogar für denkbar, dass auch das Voranschreiten dementieller Erkrankungen verzögert werden könnte. „Möglicherweise lässt sich die Leistung des Gehirns durch wiederholte Anwendung und in Kombination mit kognitivem Training dauerhaft wieder steigern“, so Flöel. In der aktuell laufenden Studie überprüfen die Wissenschaftler, ob sich die Gleichstrombehandlung nicht nur auf Wortfindungsstörungen, sondern auch auf andere alltagsrelevante Funktionen, wie die Orientierung in einer neuen Stadt, positiv auswirkt. Flöel: "Die bisherigen Ergebnisse lassen hoffen, dass sich Lernen und Gedächtnisbildung bei leichten kognitiven Beeinträchtigungen mit der Gleichstrombehandlung langfristig verbessern lassen.“

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Hauptkategorien: Berlin , Medizin
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