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Glaukom-Vorsorge: IGeL-Monitor beeinflusst Patientenmeinung

Mittwoch, 13. Juli 2016, aktualisiert: 15.07.2016 – Autor: Angela Mißlbeck
Die Informationen des IGeL-Monitors der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) beeinflussen Patienten bei ihrer Entscheidung für oder gegen eine Glaukom-Vorsorge. Neu bewertet sind jetzt zusätzliche Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft.
Individuelle Gesundheitsleistungen wie Glaukomvorsorge oder zusätzlicher Schwangeren-Ultraschall sind umstritten.

Glaukomvorsorge auf eigene Kosten - ja oder nein? Informierte Patienten entscheiden anders. – Foto: jyleken - Fotolia

Der IGeL-Monitor wird vom Medizinischen Dienst des GKV-Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) betrieben. Er veröffentlicht in loser Folge Bewertungen von IGeL-Leistungen, die Wissenschaftler anhand von medizinischen Datenbanken erstellt haben. Inzwischen sind 41 Bewertungen veröffentlicht.

„Unsere Bewertungen zeigen, dass vieles, was in den Praxen angeboten wird, der wissenschaftlichen Bewertung nicht Stand hält. Beim überwiegenden Teil können wir nicht von Hinweisen für einen Nutzen, sondern eher von Hinweisen für einen Schaden für den Patienten sprechen“, sagt Dr. Michaela Eikermann, Leiterin des Bereichs Evidenzbasierte Medizin beim MDS.

Zusätzlicher Schwangerschafts-Ultraschall: Nutzen unklar

Das Spektrum des Bewertungsportals der GKV reicht von Akupunktur in der Schwangerschaft über Lichttherapie bei saisonal depressiver Störung bis hin zur Bestimmung des Immunglobin G (IgG) gegen Nahrungsmittel. Die neueste Bewertung gilt zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft, dem sogenannten Babyfernsehen. Das Ergebnis: Der Nutzen sei unklar, urteilten die Wissenschaftler.

„Ergänzende Ultraschalluntersuchungen, die über die üblichen Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen, schaden nicht. Sie nützen aber auch nicht“, so Eikermann. Es sei unbedenklich, wenn Eltern die Entwicklung ihres Kindes im sogenannten Babyfernsehen mitverfolgen möchten. „Aber wer diese IGeL nicht in Anspruch nehmen möchte oder kann, der braucht kein schlechtes Gewissen haben“, so Eikermann weiter.

Sehr beliebter IGeL: Glaukomvorsorge

Bei der Evaluation zum IGeL-Monitor gaben etwas mehr als ein Viertel der Versicherten an, dass sie schon einmal IGeL genutzt haben. Gleichzeitig sehen aber zwei von drei Befragten IGeL kritisch. Unzufrieden zeigen sich viele mit den Informationen der Ärzte über mögliche Schäden von IGeL. Nur jeder vierte ist damit zufrieden.

Dagegen bekommt der IGeL-Monitor überwiegend gute Noten: Vier von fünf Befragten halten die Informationen für hilfreich und den IGeL-Monitor für glaubwürdig. Sie lassen sich auch in ihrer Entscheidung für oder gegen eine IGeL von dem GKV-Angebot beeinflussen. So gaben drei Viertel der befragten Nutzer einer Gluakomvorsorge an, dass sie ihre Entscheidung überdenken würden, nachdem sie die Kurzinformation des IGeL-Monitor über die Glaukomvorsorge gelesen hatten.

Der Informationsbedarf der Patienten ist groß. Zwischen 1000 und 3000 Besucher zählt das Bewertungsportal an normalen Tagen, an Spitzentagen bis zu 45.000. „Anliegen des IGeL-Monitors ist es, das Informationsgefälle zwischen Arzt und Patient zu verringern. Die Patienten sollen als informierte Patienten entscheiden können“, erläutert Pick.

Foto: jyleken – fotolia.com

 
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
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