. Bundespsychotherapeutenkammer

Glanzvoller Abschied für Prof. Richter und deutliche Mehrheit für Dr. Munz

Eine Ära geht zu Ende: Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) hat vergangene Woche ihren langjährigen Präsidenten, Prof. Dr. Rainer Richter, aus dem Amt verabschiedet. Und am Samstag wählten die Delegierten seinen Nachfolger: Dr. Dietrich Munz, Präsident der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg.

Neuer Präsident der BPtK: Dr. Dietrich Munz (2. v.r.)


Es war ein glanzvoller Abschied, den die Bundespsychotherapeutenkammer für ihren Präsidenten Prof. Rainer Richter vergangene Woche auf die Beine gestellt hatte: Der Spiegelsaal von Clärchen’s Ballhaus in Berlin-Mitte war proppenvoll, das Ambiente beeindruckend – und die Reden überwältigend.

 

Die Liste der Laudatoren war lang – von Bundesgesundheitsminister Gröhe bis zu Rainer Hess 

„Ich danke Ihnen allen sehr für diesen Abend und die vergangenen Jahre – ohne mein Team bei der BPtK hätte ich das alles nicht geschafft“, bedankte sich Prof. Rainer Richter nach den vielen Lobesworten. Den Reigen der Laudatoren hatte der oberste Herr im Gesundheitswesen -  Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe – eröffnet, der Rainer Richter für seinen Einsatz für die Profession und die Patienten würdigte. Auch das Psychotherapeutengesetz, das derzeit überarbeitet wird, trage sehr deutlich seine Handschrift.  

Dr. Rainer Hess, ehemaliger Unabhängiger Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses, gab einen kurzen Abriss über die gemeinsamen politischen Aktivitäten und wünschte Richter zum Schluss, dass dieser sich nun auch mehr den privaten Dingen widmen möge. Bundesärztekammerpräsident Dr. Frank Ulrich Montgomery schweifte scherzhaft zurück in die Zeit, als Richter und er noch am Universitätsklinikum in Hamburg arbeiteten: „Da sah man ihn mit offenem Kittel durch die Gänge wehen.“ Daran habe man eben den Unterschied der Professionen erkannt: „Meinen Ärzten habe ich immer gesagt: Mach den Kittel zu, Du bist doch kein Frisör!“ Montgomery lobte Richter als streitbaren Kollegen: „Was zum Nutzen seiner Profession war, ging oft zu Lasten von uns Ärzten und umgekehrt.“ Ähnliches sagte auch Dr. Doris Pfeiffer, die Vorsitzende des GKV-Spitzenverbandes über Rainer Richter: Er hat immer versucht, das meiste für die Seinen rauszuholen – das war für die Kassen nicht immer erfreulich.“ Auf das Erreichte blickte zuletzt Bernhard Morsch, Präsident der Landespsychotherapeutenkammer des Saarlandes und bestätigte: „Prof. Richter hat dafür gesorgt, dass die Psychotherapie fest im deutschen Gesundheitswesen verankert wurde.“ Sein Nachfolger werde in große Fußstapfen treten, so Morsch. 

Psychotherapeuten wählten mit großer Mehrheit Dr. Munz zum neuen Präsidenten

Der Nachfolger von Prof. Richter wurde am Samstag gewählt: Dr. Dietrich Munz wird künftig für die deutschen Psychotherapeuten sprechen. Der 63-jährige Psychotherapeut, der als Angestellter in der Sonnenberg Klinik Stuttgart arbeitet, wurde mit deutlicher Mehrheit auf dem 26. Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) in Berlin zum Präsidenten gewählt. „Für die Bundespsychotherapeutenkammer standen in den letzten Jahren die Belange der Patienten im Mittelpunkt – das soll auch so bleiben“, sagte Munz. Er ist bereits Präsident der Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg und war bisher Vizepräsident der BPtK.

Der DPT wählte außerdem mit großen Mehrheiten als neue Vizepräsidenten Dr. Nikolaus Melcop, niedergelassener Psychotherapeut in Landshut und Präsident der Bayerischen Landespsychotherapeutenkammer sowie Peter Lehndorfer, niedergelassener Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut in Gräfelfing bei München, der seit Gründung der BPtK im Vorstand der BPtK und Vizepräsident der Bayerischen Landespsychotherapeutenkammer ist. Als Beisitzer wurden Frau Dr. Andrea Benecke, Vizepräsidentin der Psychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz sowie Wolfgang Schreck, Mitglied des Vorstandes der Psychotherapeutenkammer NRW und seit Gründung der BPtK Mitglied der Versammlungsleitung der Deutschen Psychotherapeutentage, gewählt.

Foto: Kay Funke-Kaiser

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik

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