Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

GKV fährt Rekordergebnis ein

Samstag, 3. März 2018 – Autor:
Drei Milliarden Euro Überschuss hat die Gesetzliche Krankenversicherung in 2017 erzielt. Wie das Geld ausgegeben werden soll, daran scheiden sich die Geister.

Rekordverdächtig: Drei Milliarden Euro Überschuss hat die GKV 207 eingefahren

Die Finanzsituation der Gesetzlichen Krankenversicherung ist gut. So hat die GKV im vergangenen Jahr ein Überschuss von rund drei Milliarden Euro erzielt. „Der Krankenversicherungsschutz der 90 Prozent gesetzlich versicherten Bevölkerung steht auf einer soliden finanziellen Basis“, teilte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, mit. Grund sei die anhaltend brummende Konjunktur, relativ hohe Tariflohnsteigerungen und die große Anzahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter. Allerdings erschienen die Rücklagen der Krankenkassen nur auf den ersten Blick sehr hoch, meinte Lanz. „Tatsächlich entsprechen sie nur rund einer Monatsausgabe.“

Drei Milliarden Euro geben die Kassen in einem Monat aus

Die guten Zahlen dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass in den vergangenen Jahren auch die Ausgaben für Arzthonorare, Medikamente, Hebammen und Kliniken sehr dynamisch gestiegen seien, so Lanz weiter. „Strukturelle Reformen, beispielsweise im Krankenhausbereich und bei den Arzneimitteln, sind daher unverzichtbar“, sagte er.

Dass daran scharfe Kritik von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) kommen würde, war zu erwarten. Denn die knapp 2.000 Krankenhäuser fühlen sich seit Jahren unterfinanziert. „Damit manifestiert sich die Situation, dass die Kassen unglaubliche Überschüsse haben, bei den Krankenhäusern aber das Geld fehlt“, sagte DKG-Präsident Dr. Gerald Gaß. Die Politik müsse nun überlegen, ob die Beitragsüberschussmittel nicht endlich in die medizinische Versorgung fließen sollten, als weiterhin auf den Sparkonten der Kassen liegen. Beispielsweise könnte der Innovationsfonds auf 1 Milliarde Euro angehoben werden oder es könnte ein gezieltes Investitionsprogramm für Digitalisierung ausgelegt werden, schlug er vor.

 

Tarifausgleich gefordert

Auch wegen steigender Lohnkosten sieht Gaß Handlungsbedarf. Angesichts der Rekordüberschüsse sei es nicht akzeptabel, dass die Kassen weiterhin die Zuschläge für die Zentren verweigerten und sich der vollständigen Refinanzierung der Tarifsteigerungen bis dato entgegenstellten. „Man kann nur hoffen, dass der im Koalitionsvertrag vorgesehene vollständige Tarifausgleich schnellstmöglich politisch umgesetzt wird“, so Gaß weiter.

Schon 2016 hatte die GKV einen Überschuss von 1,6 Milliarden Euro erzielt. In der stationären Versorgung kam davon allerdings wenig an.

Foto: © vizafoto - Fotolia.com

Hauptkategorien: Berlin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: GKV , Krankenhäuser
 

Weitere Nachrichten zum Thema GKV

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Husten gehört zu den Symptomen einer virale Atemwegsinfektion. Er kann mehrere Wochen andauern und die Lebensqualität beeinträchtigen. Forscher stellten fest, dass ein Extrakt der südafrikanischen Kapland-Pelargonie gegen Husten hilft.

Finden Sie Krebsvorsorge sinnvoll? Ja, sagen 94 Prozent der Deutschen. Nur: Viele schieben sie dennoch vor sich her. Dabei können die Krebsfrüherkennungsangebote der gesetzlichen Krankenkassen viel Leid verhindern und Leben retten.
 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin