. Erschöpfungssyndrom

Ginseng reduziert Fatigue bei Krebs

Ginseng wird schon lange in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet. Eine amerikanische Studie hat nun die Wirkung von Ginseng auf die Fatigue bei einer Krebsbehandlung untersucht.
Ginseng kann bei Fatigue helfen

Ginseng kann bei Fatigue helfen

Viele Patienten, die eine Krebstherapie erhalten, leiden unter Fatigue, einer abnorm erhöhten Müdigkeit und Erschöpfbarkeit, die auch durch Ruhe oder Schlafen kaum reduziert werden kann. Wissenschaftler haben nun die Wirksamkeit von Ginseng auf die Symptomatik untersucht. Professor Debra L. Barton von der Mayo Clinic in Rochester, Minnesota stellte die Ergebnisse der Phase-III-Studie bei der Tagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) im Juni 2012 vor. Es zeigte sich, dass hohe Dosen Ginseng, verabreicht über zwei Monate, die Fatigue besser als Placebo reduzieren konnten.

Weniger Erschöpfung

An der Studie nahmen 364 Patienten teil, die eine Krebstherapie erhielten oder sie schon hinter sich hatten. 60 Prozent der Studienteilnehmer hatte Brustkrebs. Die Patienten erhielten täglich entweder 2000 Milligramm reinen Ginseng oder ein Placebo. Die Ausprägung der Fatigue wurde anhand des MFSI (Multidimensional Fatique Symptom Inventory) gemessen. Bereits nach vier Wochen zeigte sich die Wirkung des Ginseng-Präparates auf die Fatigue. Der MFSI war mit 14,4 in der Gruppe, die Ginseng erhielt, deutlich höher als bei den Patienten in der Placebo-Gruppe (8,2). Nach acht Wochen lag der Unterschied bei 20,0 Punkten versus 10,3. Die Teilnehmer aus der Ginseng-Gruppe berichteten, sich weniger erschöpft, ausgelaugt, müde und antriebslos zu fühlen.

 

90 Prozent aller Krebspatienten leider unter Fatigue

Besonders die Patienten profitierten, die noch eine Krebstherapie erhielten. Nebenwirkungen traten durch die Einnahme des Ginsengs so gut wie nicht auf. Etwa 90 Prozent aller Krebspatienten leider unter Fatigue. Es wird vermutet, dass die chronische Erschöpfung durch eine Erhöhung der Zytokine, Entzündungsbotenstoffe des Immunsystems, bedingt ist, und dass die Regulation des Stresshormons Kortisol nicht ausreichend funktioniert. In Tierstudien konnte gezeigt werden, dass die aktiven Wirkstoffe des Ginsengs die Konzentration der Zytokine reduzieren und den Cortisolspiegel regulieren können.

Welches Ginseng?

Ginseng ist allerdings nicht gleich Ginseng. Handelsübliche Präparate werden manchmal mit Ethanol hergestellt. Dr. Barton warnt, dass die hormonähnlichen Eigenschaften des Ethanols gerade für Brustkrebspatientinnen gefährlich werden könnten. In der aktuellen Studie wurde reiner amerikanischer Ginseng (Panax quniquefolius) ohne weitere Zusatzstoffe verwendet.

Foto:VladimirS/fotolia.com

Autor:
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Fatigue
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krebs

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
 
. Weitere Nachrichten
Viele Menschen mit Inkontinenz scheuen sich vor sportlichen Betätigungen. Dabei sind Sportarten mit ruhigen und möglichst gleichmäßigen Bewegungen durchaus für sie geeignet. Durch eine Stärkung des Beckenbodens können sie das Problem sogar vermindern helfen.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.